Abo
  • Services:

Banale Spiele erzeugen Angst beim Publikum

Dies gilt zumindest für das Theaterpublikum, das die Vorstellungen besucht hat, wie Richter bestätigt. Denn auch im Theater gingen die Spiele weiter. So klingelten etwa mit einer entsprechenden Ankündigung von der Bühne die Telefone all derjenigen Besucher, die auf der linken oder eben auf der rechten Seite des Rheins leben. Auch die positive Kreditwürdigkeit, wie sie eine Bank wahrscheinlich treffen würde, wurde durch ein Klingeln angezeigt.

Stellenmarkt
  1. BüchnerBarella Holding GmbH & Co. KG, Gießen
  2. Veridos GmbH, München

Mit Hilfe der zur Verfügung stehenden und freiwillig abgegebenen Daten sind derartige Taschenspielertricks natürlich einfach umsetzbar. Um die Telefone klingeln zu lassen, reicht es, die Personen schlicht anzurufen, immerhin ist ihnen zu Beginn der Vorstellung gesagt worden, sie sollten ihre Telefone nicht ausschalten. Viele kamen auch dieser Anweisung dankend nach.

Darüber hinaus ließen sich etwa Teile des multimedialen Projekts über einen Second Screen auf dem Smartphone verfolgen. Dafür hat das Theater ein völlig offenes WLAN im Zuschauerraum bereit gestellt. Über die verbundenen Geräte hätten sich dann leicht weitere Daten sammeln lassen.

Banalitäten des Grauens

Richter beschreibt diese Vorgehensweise nachvollziehbarerweise als "banal". Die Daten hätte das Team auch noch auf viel einschneidendere Weise auswerten können. So habe es Überlegungen gegeben, die Telefone derjenigen Zuschauer klingeln zu lassen, die in den vergangenen Tagen Pornos konsumiert haben. Davon rieten die beratenden Juristen zwar ab, in den Generalproben hätten dennoch an diesem Punkt im Stück wahllos etwa zwei Drittel der Geräte geklingelt.

Trotz der vermeintlich einfach zu durchschauenden Methoden und der eher wenig tiefgreifenden Datenauswertung durch die Theatermacher, sei ein großer Teil des Publikums von der Aufführung schockiert gewesen. Offenbar haben die Zuschauer ihre persönliche Verwundbarkeit durch die Preisgabe von Daten erst durch diesen direkten Kontakt begriffen.

Auf Nachfrage erklärte Richter, dass sich dieser Eindruck bei einigen noch lange nach der Vorstellung festgesetzt habe. Monate später werde sie bei anderen Veranstaltungen auf die vorgeführten Gefahren angesprochen. Oft werde Richter dabei nach Verteidigungs- und Schutzmaßnahmen gefragt, welche die Nutzer nun umsetzen könnten. Als Antwort verweist Richter dabei auf die Angebote von Vereinen wie dem CCC, die bei derartigen Fragen wohl gern weiterhelfen.

Die gesamte Vorgehensweise des Projekts zeigt, wie mit der gefühlten Ahnungslosigkeit und Ohnmacht weiter Teile der Gesellschaft gegenüber der digitalen Überwachung umgegangen werden könnte. Wesentlich einfacher als langwierige Erklärungsversuche ist es offenbar, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, in dem praktische "Angriffe" auf die Privatsphäre von Interessierten durchgeführt werden. Das führt, wie Richter eindrucksvoll gezeigt hat, zum Einlenken und Nachdenken der "Betroffenen".

Eine praktische Anleitung dazu bietet ein Mitschnitt von Supernerds. Dieser läuft kommenden Samstag, dem 5. September, um 21.50 Uhr auf 3Sat.

 Supernerds: Angst schüren gegen den Überwachungswahn
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 206,89€
  2. (u. a. Grafikkarten, Monitore, Mainboards)
  3. 399€ (Wert der Spiele rund 212€)

ChriDDel 08. Sep 2015

http://www.welt.de/politik/article2249820/Offene-Grenze-senkt-die-Kriminalitaet.html

Hotohori 31. Aug 2015

Ok, stimmt, es war zu schnell. In den 80ern wars noch kein Problem, erst Ende der 90er...

eMvO 31. Aug 2015

Das Problem ist, daß Du danach persönlicher Supporter auf Lebenszeit beim Großteil...

petergriffin 31. Aug 2015

ok dann les dir mal die Artikel zur Landesverrat Affäre durch, sowie die diskreditierende...

Ach 31. Aug 2015

Genau das ist das Problem! Es müsste Teil der Sicherheitsprüfung jedes Internet...


Folgen Sie uns
       


Festo Bionic Softhand und Softarm angesehen

Die Bionic Softhand ist ein robotischer Greifer, der der menschlichen Hand nachgebildet ist. Das Unternehmen Festo präsentiert sie auf der Hannover Messe 2019.

Festo Bionic Softhand und Softarm angesehen Video aufrufen
P30 Pro im Kameratest: Huawei baut die vielseitigste Smartphone-Kamera
P30 Pro im Kameratest
Huawei baut die vielseitigste Smartphone-Kamera

Huawei will mit dem P30 Pro seinen Vorsprung vor den Smartphone-Kameras der Konkurrenez ausbauen - und schafft es mit einigen grundlegenden Veränderungen.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. 5G-Ausbau Sicherheitskriterien führen nicht zu Ausschluss von Huawei
  2. Kritik an Eckpunkten Bitkom warnt vor deutschem Alleingang bei 5G-Sicherheit
  3. 5G-Ausbau USA lenken bei Huawei-Aufträgen angeblich ein

Jobporträt: Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht
Jobporträt
Wenn die Software für den Anwalt kurzen Prozess macht

IT-Anwalt Christian Solmecke arbeitet an einer eigenen Jura-Software, die sogar automatisch auf Urheberrechtsabmahnungen antworten kann. Dass er sich damit seiner eigenen Arbeit beraubt, glaubt er nicht. Denn die KI des Programms braucht noch Betreuung.
Von Maja Hoock

  1. Struktrurwandel IT soll jetzt die Kohle nach Cottbus bringen
  2. IT-Jobporträt Spieleprogrammierer "Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben"
  3. Recruiting Wenn die KI passende Mitarbeiter findet

Days Gone angespielt: Zombies, Bikes und die Sache mit der Benzinpumpe
Days Gone angespielt
Zombies, Bikes und die Sache mit der Benzinpumpe

Mit dem nettesten Biker seit Full Throttle: Das Actionspiel Days Gone schickt uns auf der PS4 ins ebenso große wie offene Abenteuer. Trotz brutaler Elemente ist die Atmosphäre erstaunlich positiv - beim Ausprobieren wären wir am liebsten in der Welt geblieben.
Von Peter Steinlechner


      •  /