Superhelden im Kino: The Flash startet endlich durch!
Als Justice League im Jahr 2017 in die Kinos kam, konnte man Ezra Miller erstmals als Barry Allen alias The Flash sehen. Schon damals war klar: Der Junge bekommt einen eigenen Film. Dass es so lange dauern würde, hätte damals wohl niemand geahnt. Nicht nur die Verwerfungen um das Einstampfen des sogenannten Snyderverse(öffnet im neuen Fenster) – die von Zack Snyder inszenierten Filme Man of Steel, Superman v Batman und Justice League -, sondern auch ein Kommen und Gehen von Regisseuren sorgte dafür, dass der schnellste Mensch auf der Erde einfach nicht vom Fleck kam. Es war wie verhext, Barry lief einfach nicht los!
Dann verpflichtete Warner Bros. Andy Muschietti, der zuvor mit den Es-Filmen großen Erfolg hatte. Endlich bewegte sich was, der Film wurde gedreht, und dann – das nächste Problem: Hauptdarsteller Ezra Miller machte Schlagzeilen, auf die schlechte Art und Weise. Haftbefehle, Vorwürfe, Teenies zu groomen, Untertauchen – alles war dabei.
Mittlerweile befindet sich Ezra Miller in Therapie(öffnet im neuen Fenster) und James Gunn, der die Geschicke der DC-Filme leitet, schloss nicht aus, dass er auch in einem weiteren Film(öffnet im neuen Fenster) der Flash sein wird. Nach Sichtung von The Flash kann man nur sagen: hoffentlich! Denn er ist gut. Sehr gut, und das sogar in zwei Barry-Rollen!
Zurück in die Zukunft
Barry Allen hadert damit, dass sein Vater für den Mord an seiner Mutter einsitzt, denn er ist unschuldig. Aber einen Beweis dafür gibt es nicht. Obwohl Bruce Wayne ihn warnt, beschließt er, mit Hilfe seiner Supergeschwindigkeit in die Vergangenheit zu reisen. Er ändert nur ein kleines Detail, doch das hat große Auswirkungen.
Denn nicht nur, dass seine Mutter wieder am Leben ist, als er in die Zukunft reist (aber immer noch nicht in seiner Gegenwart angekommen ist), auch vieles andere hat sich verändert. Und das nicht nur seit dem Moment, an dem er eingriff, sondern auch retroaktiv. Darum ist auch nicht Michael J. Fox, sondern Eric Stoltz, der in unserer Welt nach nur ein paar Tagen aus Zurück in die Zukunft entfernt wurde, Marty McFly(öffnet im neuen Fenster) .
Aber das ist nur eine Kleinigkeit. In dieser Welt gibt es nicht die Helden, die Barry kennt. Selbst Batman ist nicht, wie er ihn kennt. Aber eines ist wie in Barrys Welt: Der Kryptonier Zod ist gekommen, um die Menschheit auszurotten. Doch wie kann man ihn aufhalten, wenn es in dieser Welt keinen Superman gibt?
Ein Epos
Der Film ist gut zweieinhalb Stunden lang und keine Sekunde langweilig. Das liegt an der rasanten Erzählweise, aber auch an den vielen Überraschungen und natürlich an Ezra Miller. Denn der spielt Barry gleich zweimal – einmal als der Flash, den wir kennen, und einmal als 18-Jähriger, der seine Mutter nie verloren hat. Der Unterschied ist gewaltig und von Miller so gut gezeichnet, dass beide Barrys wirklich wie unterschiedliche Menschen anmuten.
Es ist auch der Film der zwei Batmen – am Anfang bekommt man Ben Affleck noch einmal zu sehen, in der veränderten Zeitlinie ist es dann Michael Keaton. Seine Einsätze werden musikalisch immer wieder von Danny Elfmans Main-Title-Theme des 1989er-Films Batman(öffnet im neuen Fenster) unterlegt. Da geht den Fans von früher wirklich das Herz auf!
Überhaupt ist der 71-jährige Keaton einfach nur beeindruckend. Er sieht im Kostüm super aus, er spielt mit trockenem Witz, und das so gut, dass man Warner Bros. jetzt im Grunde anflehen muss, den Comic-Klassiker The Dark Knight Returns(öffnet im neuen Fenster) mit Keaton zu verfilmen. Sofort, so schnell es geht, am besten gleich morgen.
Der Film punktet aber auch, weil er eine interessante alternative Welt präsentiert, in der vieles anders ist. Ein weiteres Highlight: Supergirl! Sasha Calle spielt sie und zog frühzeitig den Zorn toxischer Fans(öffnet im neuen Fenster) auf sich, weil sie nicht so aussieht wie im Comic. Aber: Die Frau ist cool! Ihr großer Schlagabtausch mit Zod ist brachial, mitreißend und höchst emotional.
Die großen Überraschungen
Nein, wir spoilern natürlich nicht, was es alles in dem Film zu entdecken gibt. Nur so viel: Es ist verdammt viel. Es gibt Cameo-Auftritte, die man erwartet, und Cameo-Auftritte, mit denen man in hundert Jahren nicht gerechnet hätte. Im großen Finale erlaubt der Film einen Blick auf andere Welten und andere Helden. Das sind ganz große Momente für Fans von DC-Filmen, aber auch für solche, die sich immer gefragt haben: Was wäre, wenn …?
Der Film nutzt den Comic Flashpoint(öffnet im neuen Fenster) als Vorlage. Darin führte Barry Allen in der Vergangenheit eine Änderung durch und erschuf ein neues DC-Universum.
Das scheint auch hier der Fall zu sein, denn als er wieder zuhause ist, ist immer noch nicht alles so, wie es war. Die letzte Szene bietet einen weiteren Gastauftritt, den man nicht erwartet hätte (und angesichts dessen man sich fragt, was das fürs weitere DC-Universum bedeutet; ein zweiter Teil könnte das aufgreifen und dann einen gänzlich neuen Status Quo erschaffen, der dazu dient, das neue DC-Universum von James Gunn zu zementieren).
Nur eines ist im Film nicht immer ganz überzeugend: die Effekte. Bei der schieren Vielzahl scheinen manche nicht ganz so geworden zu sein, wie man sich das vielleicht gedacht hatte.
Übrigens sollte man nicht mit Einsetzen des Abspanns aus dem Kino stürmen. Denn wie bei Marvel gibt es auch hier noch eine Szene ganz am Schluss – mit einem weiteren, schönen Gastauftritt.



