Superhelden: DC hat mit Blue Beetle einen eigenen Spider-Man
Zuletzt hatte Warner Bros. mit seinen DC-Stoffen kein Glück. Black Adam, Shazam, The Flash – alle waren Enttäuschungen an der Kinokasse. Blue Beetle könnte nun den Abwärtstrend stoppen, denn anders als diese drei Filme erzählt er einfach eine Ecke kleiner, damit aber auch irgendwie sympathischer. Ab dem 17. August geht es nicht um die Rettung der Welt – und das ist gut so!
Der lange Weg
Fünf Jahre lang war Blue Beetle in Entwicklung. Bereits 2018 wurde der Film angekündigt. Dann begann erst mal ein langer Entwicklungsprozess, der mit dem Skript von Gareth Dunnet-Alcocer begann.
Als 2021 mit Angel Manuel Soto dann endlich auch ein Regisseur gefunden wurde, hieß es, der Film würde für den Warner-eigenen Streaming-Dienst entstehen. Ende des Jahres 2021 kam dann jedoch die Entscheidung, den Film in die Kinos zu bringen(öffnet im neuen Fenster) . Grund hierfür war vor allem, dass die hohen Tiere bei Warner Bros. große Chancen für den Film sahen. Nicht, weil er in seiner Besetzung divers ist, sondern weil er die Geschichte eines jungen Helden erzählt. Bei Warner hofft man, dass Blue Beetle der hauseigene Spider-Man werden könnte.
Der Film nimmt seine Anleihen bei modernen Comics. Er stellt darum auch den zweiten Blue Beetle in den Fokus. Der erste war Ted Kord(öffnet im neuen Fenster) . Jaime Reyes ist aber ganz anders als Ted Kord. Da die Figur gerade auch hierzulande so oder so nicht so bekannt ist, können die Zuschauer ohne großartige Erwartungen in den Film gehen.
Palmera City
Der Film spielt im fiktiven Palmera City, nicht im El Paso des Comics. Der Grund hierfür: Man wollte Blue Beetle eine eigene Stadt geben, wie sie auch Batman oder Superman haben. Das sollte ihm mehr Freiheit verschaffen, zumal man Hoffnungen daraufsetzt, dass der Film richtig abgehen könnte.
Im Mittelpunkt steht Jaime Reyes, der einen Job sucht und ein Angebot von Jenny Kord erhält. Er soll sie im Konzernsitz treffen, dort drückt sie ihm aber nur eine Hamburger-Schachtel in die Hand und schickt ihn weg. Darin befindet sich ein blauer Skarabäus, der sich aktiviert, als Jaime ihn berührt – und er verschmilzt mit ihm. Zudem bildet er eine Rüstung, wann immer Jaime in Gefahr ist, und davon gibt es jetzt genug. Denn Victoria Kord, die Tante von Jenny und CEO des Konzerns, will den Skarabäus zur Erschaffung einer Armee von Supersoldaten nutzen und schreckt vor nichts zurück.
Produziert wurde Blue Beetle von Peter Safran mit seiner The Safran Company. Seitdem ist Safran zusammen mit James Gunn zu den CEOs von DC Studios geworden. Nun wird aufgeräumt und ein neues DC-Universum erschaffen. Blue Beetle ist zwar ein Teil des alten, aber so losgelöst von allem, dass er auch problemlos ins neue Universum eingebettet werden kann.
Die Hauptrolle ging an Xolo Maridueña(öffnet im neuen Fenster) , den Soto von Anfang an im Auge hatte. Ihn hatte der junge Mann durch seine Rolle im Serien-Hit Cobra Kai überzeugt. Als er verkündet wurde, waren die Reaktionen auch sehr positiv. Er selbst war auch total happy, da seine Figur ein Latino ist und in einer positiv dargestellten Familie agiert. Ihm war es wichtig, dass der familiäre Aspekt zum Tragen kam. Etwas, das schon die Comics auszeichnete und von Anfang an auch Teil des Drehbuchs war.
Mit Elpidia Carrillo und George Lopez hat man auch ein paar bekannte Latinx-Schauspieler an Bord. Überhaupt war es Soto wichtig, ein paar Mimen zu verpflichten, die aus dem mexikanischen Kino bekannt sind und zum Teil auch den Sprung zum amerikanischen Film geschafft haben.
Lockere Unterhaltung
Blue Beetle funktioniert, weil er seine Geschichte nicht überlebensgroß aufzieht. Jaime ist eine Figur, mit der man sich leicht identifizieren kann. Jemand, der eigentlich gar kein Superheld werden will, es aber dann werden muss. Er ist dabei auch ein Normalo wie Peter Parker alias Spider-Man. Jemand, der weiß, was Verantwortung heißt, und ebenso den Wert der Familie kennt. Bei Peter Parker ist es Onkel Ben, bei Jaime Reyes ist es sein Vater, der ihn ermutigt, den richtigen Weg einzuschlagen.
Erfrischend ist auch, dass es hier in keinem Moment um den Schutz einer Geheimidentität geht. Stattdessen geht die Familie voll im neuen Leben von Jaime auf. Das ist zum Ende hin etwas überzogen, wenn selbst die Großmutter technologische Gadgets nutzt, als hätte sie das schon immer getan, oder Jaimes Onkel ein Blue-Beetle-Flugschiff steuert, als wäre es gar nichts. Da übertreibt der Film zu sehr und reißt das sorgsam aufgebaute realistische Fundament etwas aus dem Boden. Das hätte man anders lösen können und müssen.
Victoria Kord als Schurkin ist zudem sehr eindimensional, und ebenso von Susan Sarandon gespielt. Was sie bauen will, wird Comic-Fans freuen, zumindest solche, die obskure Comics kennen. Denn es geht um den O.M.A.C.(öffnet im neuen Fenster) , kurz für: One Man Army Corps. Das sind Kampfanzüge, die einzelne Soldaten mit der Firepower einer ganzen Armee ausstatten.
Wo ist Ted Kord?
Schon während der Titelsequenz kann man ein Bild von Ted Kord im Kostüm sehen – es ist genauso wie im Comic. Später dann geht es auch um das Vermächtnis dieses Helden. Damit einhergehend ist die erste Nachspannsequenz wichtig, weil sie ein Sequel vorbereitet. Die zweite Nachspannsequenz ist dann im Grunde nur ein sehr alberner Gag auf Kosten der Wartezeit des Publikums.
Alles in allem ein guter Auftakt für Blue Beetle. Die Figur würde man im neuen DC-Universum gerne wiedersehen. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Man könnte einen neuen Film bringen oder aber auch eine Serie, ist Xolo Maridueña doch schließlich dank Cobra Kai auch ein Serien-Star.
- Anzeige Hier geht es zur Marvel's Spider-Man 2 bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.