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Supercomputer und Datencenter: Lenovos Zukunft sind die Datencenter

Der weltgrößte Hersteller von PCs mit den legendären Thinkpads will sich ganz auf Supercomputer und Datencenter ausrichten. Der Unternehmensschef von Lenovo hält die radikale Transformation für notwendig.

Eine Analyse von Axel Postinett/Handelsblatt veröffentlicht am
Yang Yuanqing: "Wir müssen die Nummer eins in den neuen Märkten werden."
Yang Yuanqing: "Wir müssen die Nummer eins in den neuen Märkten werden." (Bild: Philippe Lopez/AFP/Getty Images)

Bendy war der Hingucker auf der Transform-Veranstaltung von Lenovo: ein Laptop-Konzept mit einem biegsamen Bildschirm, dessen unterer geschwungener Teil das klassische Klappscharnier ersetzt. Das Display reicht einfach nahtlos bis an die Tastatur. Doch so futuristisch das aussieht, es ist nicht die Zukunft für den chinesischen PC-Herstellers.

Inhalt:
  1. Supercomputer und Datencenter: Lenovos Zukunft sind die Datencenter
  2. Probleme zum Thinkpad-Jubiläum

"Es interessiert mich nicht, ob wir im klassischen PC-Markt die Nummer eins oder zwei sind", sagt Konzernchef Yang Yuanqing rundheraus. "Das hat keine Zukunft. Wir müssen die Nummer eins in den neuen Märkten werden." Damit meint er Datencenter, Supercomputer und mobiles Internet.

Präsentiert wurde in New York der dringend notwendige Relaunch der Datencenter-Sparte, seit Lenovo vor drei Jahren zur Überraschung vieler Experten die Sparte für Standard-Server von IBM übernommen hat. Standard-Server auf PC-Basis (x86) galten als margenschwach und ohne Zukunft, seit immer mehr Firmen-Server in den Clouds von Amazon und Microsoft verschwinden. IBM wollte die Server-Produktion unter allen Umständen loswerden und Lenovo nahm sie.

100 Server pro Stunde

Jetzt zeigt Yang den Konkurrenten Hewlett Packard Enterprise (HPE) und Dell Emc, dass sie einen neuen ernstzunehmenden Gegner haben. Noch ist Lenovo in einem engen Zweikampf mit Cisco um den dritten Platz bei x86-Servern gefangen. Doch das soll sich rasch ändern. Die Zahl der angebotenen Server-Versionen wurde von 25 auf 14 reduziert. Rund 100 Server pro Stunde laufen von den Bändern, individuell konfiguriert. Dazu kommen sieben neue Großspeicher-Systeme und fünf Netzwerkkomponenten.

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Kirk Skaugen ist der Mann, der Lenovo in die neue Zeit führen soll. Skaugen hat im vergangenen Jahr noch bei Intel die Client Computing Group geführt und kennt das Server-Geschäft wie seine Westentasche. „Wir haben vieles gut, aber auch schwere Fehler gemacht." Jetzt sei Lenovo ein neues Unternehmen. Zum Beispiel wurden die Verkaufsteams getrennt. Ein Server-Verkäufer muss keine Smartphones oder Laptops mehr verkaufen und umgekehrt. Das hat nicht funktioniert. Außerdem werden jetzt die Boni nach Gewinnmarge der Abschlüsse honoriert.

In sieben Entwicklungszentren wird an Data-Center-Software gearbeitet. Und das wichtigste: "Wir werden diese 65-Prozent-Bruttomarge-Industrie aggressiv angehen", warnt Skaugen die etablierte Konkurrenz wie Dell oder HPE. Mit "20 bis 30 Prozent" könne man auch leben. Lenovos größter Vorteil laut Skaugen: "Wir haben keine Altsysteme, auf die wir Rücksicht nehmen müssen." Vorstandschef Yang betrachtet die Datencenter-Sparte als den Profitbringer, der die Laptops ersetzen wird. "In zwei bis drei Jahren wird Datacenter unsere profitstärkste Sparte sein."

Der Einstieg in die Server-Industrie brachte das Know-how für eine weitere Zukunftssparte. Beim Supercomputing strebt Lenovo bis 2020 die Weltmarktführerschaft bei x86-Systemen an, basierend auf Intels modernsten Xeon-Prozessoren. Gab es 2014 noch keinen einzigen Lenovo-Supercomputer auf Intel-x86-Basis, waren es im Juni 2017 weltweit bereits 92.

Die Sparte Mobile machte lange Sorgen. Die erwünschten positiven Effekte nach der Übernahme von Motorola blieben zunächst aus. Doch eine radikale Neuorganisation hat Wirkung gezeigt: "Im zweiten Halbjahr 2017 wird die Sparte Mobile profitabel arbeiten", verspricht Yang auf Nachfrage des Handelsblatts. Die Marke Motorola erlebe in USA und Europa eine Renaissance.

Probleme zum Thinkpad-Jubiläum 
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Anonymer Nutzer 29. Jun 2017

Was ändert ein anderes Gegenbeispiel daran? Du (bzw. Geizhals.de) zählst bei lenovo jede...

pk_erchner 28. Jun 2017

warum liegt hier Lenovo 500¤ über Dell ? weil es lenovo ist ? https://gh.de/?cat=nb&xf...

pk_erchner 28. Jun 2017

wir sind hier im Westen ja ziemlich amerikanisiert ... Think! würde sich anbieten klingt...

gaelic 28. Jun 2017

Danke. Bitte in Zukunft solche Klatschblatt Überschriften vermeiden.

Ranessin 28. Jun 2017

Bei Leuten, die das sagen, frage ich mich, ob deren Arbeit eventuell aus Youtubeschauen...


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