Superbooth: Technikparadies für Musiknerds

Von klassischen E-Pianos bis zu Musikstudios in DIN-A5: Bei der Synthesizer-Messe Superbooth haben Hersteller zum Ausprobieren eingeladen.

Ein Bericht von Daniel Ziegener veröffentlicht am
Synthesizer werden immer mehr zu spezialisierten Computern.
Synthesizer werden immer mehr zu spezialisierten Computern. (Bild: Golem.de)

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder heraus. Als vom 12. bis 14. Mai 2022 Hunderte Synthesizer-Enthusiasten die Grünfläche rund um das FEZ in Berlin in Beschlag nahmen, waren dementsprechend Technobeats und außerirdische Sounds zu hören.

Inhalt:
  1. Superbooth: Technikparadies für Musiknerds
  2. Unabhängigkeit von Apple

Die Superbooth ist eine Mischung aus Open-Air-Messe und Festival. In den Gebäuden des Veranstaltungszentrums FEZ und einer Zeltstadt im Wald drumherum präsentierten sich neben Branchengrößen wie Korg und Zoom vor allem kleine Hersteller mit experimentellen High-Tech-Musikinstrumenten.

Auch wenn analoge Synthesizer auf der Superbooth weiterhin eine zentrale Rolle spielen und mancher Messestand von bunten Patchkabeln modularer Systeme überwuchert war, zeigt sich auch, dass spezialisierte Computerhardware immer weiter Einzug in die Musik hält - und eine beliebte Nische zwischen analogen Instrumenten und DAW-Software findet.

Das Apple der Synthesizerfirmen

Auf einem improvisierten Campingplatz präsentierte die schwedische Firma Teenage Engineering ihr tragbares Musikstudio OP-1 Field. Das OP-1, das vor allem bei Youtubern beliebt ist. hat in der Musikszene einen legendären Ruf. Nach zehn Jahren wurde auf der Superbooth nun ein Nachfolger angekündigt.

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Etwa doppelt so groß wie ein iPhone und mit weitaus mehr Tasten und Drehreglern: Trotz des winzigen OLED-Displays verbirgt sich in dem Gerät ein komplettes Musikstudio. Neben einem USB-C-Anschluss, besserer Bluetooth-Integration und einer Akkulaufzeit von angeblich bis zu 24 Stunden zeichnet sich die neue Version vor allem durch Features in der Software aus. Auch Musikinstrumente brauchen heute Updates.

  • Das Polyend Play hat ein ungewöhnliches Bedienkonzept mit 160 Tasten.
  • Interessierte sammelten sich am Stand der polnischen Firma Polyend.
  • Teenage Engineering eröffnete im Grünen einen Campingplatz.
  • CEO Jesper Kouthoofd stellte das neue OP-1 persönlich vor.
  • Auch Branchengrößen wie Korg waren auf der Superbooth vertreten - unter anderem mit dem kleinen DIY-Synthesizer NTS-2.
Das Polyend Play hat ein ungewöhnliches Bedienkonzept mit 160 Tasten.

Passend dazu zeigte Teenage Engineering auch seinen neuen 12-Spur-Audiomixer, der den Ruf des Unternehmens als Luxusmarke festigen dürfte. Das Aluminiumgehäuse mit Kunstlederunterseite dürfte selbst Apple-Designer Jony Ive gefallen. Auf die Frage, warum das 160 Gramm leichte Gerät so klein sei, antwortete ein Mitarbeiter von Teenage Engineering: "Weil's geht."

Das hat seinen Preis. Der Mixer TX-6 kostet 1.199 Euro, das OP-1 Field stolze 1.999 Euro. 2020 machte das Unternehmen 23 Millionen US-Dollar Umsatz. Auf der Superbooth jammte CEO Jesper Kouthoofd dennoch selbst mit und schenkte Besuchern Whiskey aus.

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Die Schweden sind längst über die Musikwelt hinaus bekannt. Sie haben am unverkennbaren Design der Handheld-Konsole Playdate mitgearbeitet, haben für Ikea eine Digitalkamera entwickelt und an den Kopfhörern von Nothing mitgearbeitet.

Innovation aus Polen

Das OP-1 war ein Vorreiter, ist aber längst nicht mehr der einzige dedizierte Musikcomputer. Auch das polnische Unternehmen Polyend stellte auf der Superbooth ein neues Produkt vor, das die Flexibilität einer Musikproduktions-Software mit der intuitiven Bedienung einer dedizierten Hardware verbindet. Das Ergebnis ist das Polyend Play.

Auf acht Tonspuren lassen sich von einer Micro-SD-Karte geladene Samples arrangieren, mixen und live mit Effekten versehen. Der Hingucker sind zunächst die 160 in Regenbogenfarben leuchtenden Tasten. Auch bei Polyend steht aber die Software im Vordergrund. Für Live-Performances und Improvisation ausgelegt, lassen sich mit der Software zahlreiche Zufallsgeneratoren einstellen, die Beats und Rhythmen erzeugen. Binnen Sekunden ist so die Grundlage für einen Rave geschaffen.

Das 799 Euro teure Gerät ist mit einem ARM-Prozessor ausgestattet, der Chipmangel hat Polyend bisher aber nicht so hart getroffen. Polyend lasse seine Geräte in Polen herstellen, erklärte COO Cezary Fila. So habe man eine bessere Kontrolle über die Qualität, als wenn die Produktion komplett nach China ausgelagert würde. Genaue Stückzahlen konnte er nicht nennen, riesig sind sie aber nicht.

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