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Super Mario und Yoshi: Mit Videospielen Burn-out vorbeugen?

Häufig wird diskutiert, wie Games schaden – wie sie nützen, nur selten. Dabei könnte das kindliche Staunen beim Spielen glücklich und damit resilienter machen.
/ Tim Reinboth
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Macht Mario glücklich? (Bild: REUTERS/Kim Kyung-Hoon)
Macht Mario glücklich? Bild: REUTERS/Kim Kyung-Hoon
Inhalt
  1. Super Mario und Yoshi: Mit Videospielen Burn-out vorbeugen?
  2. Junge Erwachsene sind besonders gefährdet
  3. In Maßen fürs Wohlbefinden zocken

Einige erschöpfte Studenten inspirierten Andreas Eisingerich, Professor am Imperial College London, zu einer Studie. "Viele erzählten, dass sie sich zunehmend überfordert und gestresst fühlen" , sagt er. Aber "manche von ihnen haben erwähnt, dass bestimmte Videospiele eine kindliche Freude wecken können" . Eisingerich und Kollegen haben sich das näher angesehen – und Hinweise darauf gefunden, dass Videospiele glücklich machen und sogar das Burn-out-Risiko senken können.

Die im Magazin JMIR Serious Games veröffentlichte Studie(öffnet im neuen Fenster) umfasste zwei Teile. In einer qualitativen Interviewstudie mit 41 Vollzeitstudenten wurden subjektive Spielerfahrungen mit Super Mario Bros. und Yoshi sowie deren wahrgenommene Auswirkungen auf Alltag und Wohlbefinden exploriert und mithilfe qualitativer Analyseverfahren ausgewertet. Darauf aufbauend untersuchte eine quantitative Querschnittsbefragung von 336 Studenten mithilfe standardisierter Fragebögen und statistischer Analysen die Zusammenhänge zwischen Spielerlebnis, kindlichem Staunen, Lebenszufriedenheit und Burn-out-Risiko.

Dass Spiele wie Super Mario Bros. und Yoshi manche Menschen glücklicher machen, könnte den Ergebnissen zufolge an dem Gefühl von kindlichem Staunen liegen, von dem Eisingerichs Studenten erzählt haben.

Kindliches Staunen gegen den Burn-out?

Der Begriff beschreibt einen optimistischen Zustand der Offenheit, Neugier und Freude. Laut Eisingerich scheint er vielen jungen Menschen zu fehlen. Die Studie argumentiert nun, dass Videospiele helfen können, dieses Gefühl zurückzugewinnen. Bis zu diesem Ergebnis, sagt Eisingerich, "wussten wir das nicht" .

Die Studie deutet darauf hin, dass Menschen, die mehr kindliches Wunder erleben, glücklicher sind. Die Spiele könnten so indirekt unser Risiko senken, einen Burn-out zu entwickeln, denn glücklichere Menschen sind dafür generell weniger anfällig. Diesen indirekten Zusammenhang zwischen Super Mario und dem Burn-out-Risiko konnten die Autoren auch statistisch belegen.

Kausalität unsicher

Genau genommen lässt die neue Studie allerdings keine Kausalität erkennen. Weil alle Daten zum gleichen Zeitpunkt erhoben werden, könnte es theoretisch sein, dass glücklichere Menschen eher Super Mario spielen – nicht andersherum. Benjamin Strobel vom Podcast Behind the Screens(öffnet im neuen Fenster) sagt, eine Studie über Wochen und Monate wäre besser gewesen, um genau zu verstehen, wie Mario, Yoshi und Burn-out zusammenhängen.


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