Super Mario Bros.: Mehr Klassiker geht nicht

Super Mario Bros. wird 35 Jahre alt! Golem.de hat den Klassiker im Original erneut gespielt - und nicht nur Lob für ihn.

Artikel von Benedikt Plass-Fleßenkämper veröffentlicht am
Plüsch-Mario in Japan
Plüsch-Mario in Japan (Bild: Behrouz Mehri/AFP via Getty Images)

Ich kann mich noch erinnern, wann ich zum ersten Mal von Super Mario Bros. erfuhr: nämlich in einem Sonderheft der altehrwürdigen Zeitschrift Happy Computer, die das Nintendo-exklusive Jump-and-Run mit sagenhaften 92 von 100 möglichen Punkten bewertete.

Inhalt:
  1. Super Mario Bros.: Mehr Klassiker geht nicht
  2. Ein neues Leben für 100 Münzen
  3. Fiese Feuerbälle

Gleichzeitig war ich etwas irritiert, weil die Screenshots für meine Begriffe alles andere als einen Geniestreich zeigten. Gegenüber geliebten C64-Hits wie Wizball, Bubble Bobble oder Maniac Mansion sahen die Bildchen bieder und langweilig aus.

Woran ich mich indes nicht mehr erinnern kann: Wann ich Super Mario Bros. zum ersten Mal gespielt habe. Es dürfte entweder im örtlichen Kaufhof oder bei meinem damals besten Freund gewesen sein, der lange vor mir die 8-Bit-Konsole Nintendo Entertainment System (NES) besaß.

Ich musste mich auf meinem C64 mit dem frechen, wenn auch hervorragend spielbaren Super-Mario-Plagiat The Great Giana Sisters trösten.

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Was ich wiederum mit hundertprozentiger Sicherheit weiß: Erstmals durchgespielt habe ich Super Mario Bros. erst 1993, also acht Jahre nach dem Release in Japan und den USA. Zu diesem Zeitpunkt erschien Super Mario All-Stars für das Super Nintendo (SNES).

Nintendo vereinte den Klassiker zusammen mit drei Nachfolgern in einem Paket, polierte ihn grafisch und musikalisch ordentlich auf und machte ihn dank Speicheroption zugänglicher. Ich war von der Neuauflage rundum begeistert.

Ungefähr zur gleichen Zeit kam nachträglich das NES ins Haus - vor allem, weil mich technisch hochwertige Konami-Spiele wie Probotector 2 oder Castlevania 3 interessierten. Somit landete dann doch noch ein echtes Super Mario Bros. in meiner Sammlung.

Weil sich an meiner Sammelleidenschaft nichts geändert hat, kann ich heute auf mehrere Versionen zurückgreifen. Doch auf welchem System spiele ich Marios Hüpfabenteuer denn nun zum Jubiläum? Nehme ich das komfortable NES Classic Mini, auf dem Super Mario Bros. neben 29 anderen Klassikern integriert ist und dank HDMI-Anschluss einwandfrei auf meinem aktuellen 4K-Fernseher läuft?

Oder krame ich das Handheld Nintendo 3DS heraus, auf das ich das Spiel dank des großzügigen Botschafter-Programms kostenlos herunterladen durfte?

Ich sage mir schließlich: Wenn schon, denn schon! Also entstaube ich das NES, stöpsele es via Cinch-Kabel an meinen alten Röhrenfernseher und hole das Originalmodul aus dem Regal. Frei nach dem Motto "Früher war alles besser!" läuft das Spiel auf Anhieb - ohne Installation, ohne Online-Update und ohne langes Intro-Geschwafel.

Ich bin sehr gespannt, was mich nun erwartet, schließlich hat sich die Technologie in der Spieleentwicklung in den letzten Dekaden dramatisch verbessert. Und anders als bei Filmen fühlt sich so manche fünf Jahre alte Produktion schon völlig veraltet an.

Allerdings lese ich immer mal wieder, dass Super Mario Bros. auch heute noch genial sei - und es dauert keine zwei Minuten, bis ich diese Aussage doppelt und dreifach unterstreichen mag.

Super Mario 3D All-Stars

Wenn ein Spiel einfach funktioniert

Steuerung und Spielbarkeit sind ein Traum, gerade im Vergleich mit anderen Titeln aus jener Zeit. Allein die unglaublich akkurate Lauf- und Sprungmechanik haben die Nintendo-Entwickler praktisch perfekt umgesetzt. Aus dem Stand heraus gehe ich, laufe ich, renne ich, rutsche ich, springe ich und ändere meine Sprungrichtung im Flug - obwohl es Jahre her ist, dass ich Super Mario Bros. zum letzten Mal gespielt habe.

Natürlich hilft es, dass inzwischen viele vergleichbare Games erschienen sind. Und dennoch: Holt man ein anderes Jump-and-Run aus den 1980er-Jahren aus der Schublade, stellt man mit Entsetzen fest, wie tief die Spielebranche damals in den Kinderschuhen steckte. Doch Mario-Erfinder Shigeru Miyamoto hat mit diesem Meisterwerk extrem viel richtig gemacht.

Zuerst dachte ich übrigens, dass Nintendo die feinfühlige Steuerung aus dem 1983 erschienenen Plattformspiel Mario Bros. übernommen hat. Doch ein kurzes Probespiel des Quasi-Vorgängers belehrte mich eines Besseren: Nein, da war das noch nicht so. Auch konnte man dort noch nicht auf die Koopa-Schildkröten hüpfen und anschließend ihre Panzer als Geschosse nutzen, um weitere Gegner wie beim Kegeln umzuwerfen.

Überhaupt ist der Historiker in mir fasziniert von den vielen Details, die in Super Mario Bros. schlummern. Egal, ob ich zum Erkunden eines Geheimraums in eine grüne Röhre klettere, gegen einen Münzen spendenden Mauerblock springe oder zum richtigen Zeitpunkt die Zielflagge eines Levels berühre, damit ich mich an einem Feuerwerk erfreuen darf: Es sind genau diese Details, die das Spieldesign so legendär machen.

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Ein neues Leben für 100 Münzen 
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interlingueX 16. Sep 2020

Guter Einwand. Wobei ich bis heute noch nicht weiß, was sich alles dort versteckt, wo...

DLX23 15. Sep 2020

Schaut mal bei google nach kaizo oder grand poo World

ldlx 14. Sep 2020

Probier doch mal Faxanadu aus, falls du es irgendwo bekommst. Erinner mich dran, dass ich...

pythoneer 14. Sep 2020

Ein schönes Video über Welt 4-2 https://www.youtube.com/watch?v=i1AHCaokqhg

LH 14. Sep 2020

Abgesehen von der Steuerung, natürlich ;) Aber mal ernsthaft, GS war und ist ein mäßiger...



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