Super Hivision Broadcasting: Mit der Kabelpeitsche zum 8K-Empfang

In Japan wird bereits an der nächsten Fernseh-Generation namens 8K gearbeitet. Sharp und Socionext haben die dazugehörigen Komponenten gezeigt. Eigentlich ist alles fertig, nur an der Miniaturisierung mangelt es noch - auch wenn schon ein 27-Zoll-8K-Display vorgestellt wurde.

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Sharps 8K-Receiver sieht hier noch vergleichsweise klein aus.
Sharps 8K-Receiver sieht hier noch vergleichsweise klein aus. (Bild: Sharp/Ceatec)

Die Ceatec ist auch 2016 die Plattform für Vorstellungen rund um die nächste Fernsehgeneration. Nachdem Pionier Sharp 2015 den ersten verkäuflichen 8K-Fernseher in Japan zeigte, ist es dieses Jahr das passende Empfangsgerät. Das Unternehmen ergänzt damit einen weiteren Baustein für die Zukunft des Fernsehens. Allerdings ist der Empfänger derzeit nur eine bessere Machbarkeitsstudie.

  • Socionext ... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... zeigte das Echtzeit-Encoding von 8K-Videomaterial. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Sharp ist vielen als Displayhersteller bekannt. Dementsprechend gab es ein paar Demodisplays ...(Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • ... in unterschiedlichen Formen. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • 27-Zoll-Monitor mit 8K-Auflösung (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der Monitor ist ziemlich dick. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Das Display ist dafür sehr hell und von guter Qualität. (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
  • Der 8K-Receiver von Sharp. Hier sieht er noch vergleichweise klein aus. Das Gerät ist aber riesig, insbesondere bei der Einbautiefe.  (Bild: Sharp/Ceatec)
Socionext ... (Foto: Andreas Sebayang/Golem.de)
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In Japan gibt es bereits erste Testausstrahlungen seit dem August 2016, bei denen sich das Potenzial des Empfängers nutzen lässt. Aber eben nur für Tests, denn das Gerät beherrscht laut Sharp nur Advanced Wideband Satellite Digital Broadcasts. Tests sind aber auch mit 4K möglich, denn 4K-Multichannel-Broadcasts beherrscht das System ebenfalls. Insbesondere für Sportausstrahlungen mit ihren vielen Kameras ist das interessant, und darum geht es letztendlich auch beim Thema 8K: Bis zu den Olympischen Spielen 2020 in Tokio soll die Technik einsatzbereit sein. Der Start für das 8K-Fernsehen ist für das Jahr 2018 vorgesehen.

Der erste Empfänger ist groß, sehr groß

Die 8K genannte Bildtechnik arbeitet mit 7.680 x 4.320, also dem Vierfachen von Ultra-HD-Fernsehern, die in der Regel als 4K-Geräte vermarktet werden. Und der Aufwand, der betrieben wird, um die ersten Geräte praxistauglich zu bekommen, ist enorm. Der 8K-Empfänger selbst durfte leider nicht fotografiert werden. Er ist geschätzt 3 Höheneinheiten eines 19-Zoll-Racks hoch und hat die Einbautiefe ziemlich großer Storage-Lösungen. Laut Sharp liegt das an der derzeit notwendigen enormen Rechenlast, die auch viel Hitze produziert. Details nennt das Unternehmen aber nicht. Das gilt übrigens auch für das 85-Zoll-Fernsehgerät mit seinen 1.500 Watt an maximaler Leistungsaufnahme.

Doch auch an anderen Stellen muss mit Tricks gearbeitet werden. Sharp nutzt für die Bildverbindung ganze vier HDMI-Kabel. Das erinnert an Zeiten, als hinten am PC noch Kabelpeitschen heraushingen, um möglichst alle Kabeltypen abzudecken - nur dass es hier einfach mehrere Kabel eines Typs sind. Das liegt daran, dass weder HDMI noch Displayport derzeit bereit sind, 8K-Signale zu übertragen. Der Displayport-Standard ist zwar längst fertig, die Hardware-Entwickler müssen diesen aber erst einmal umsetzen.

Dicker 27-Zoll-Monitor

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Das Problem dürfte auch für den 27-Zoll-Monitor gelten, den Sharp mit 8K-Auflösung zeigte. Das Erkennen einzelner Pixel gelang uns nicht. Das Bild sieht wie gedruckt aus. Der Monitor ist zudem hell und HDR-tauglich. Rund 1.000 Candela pro Quadratmeter schafft das Display und wäre damit auch für den Außeneinsatz tauglich. Die recht helle Messestand-Beleuchtung störte die Darstellung des Monitors jedenfalls nicht. Auffallend war allerdings die enorme Einbautiefe, die darauf hindeutet, dass im Winter ein Nutzer eines solchen Monitors keine Heizung braucht. Technische Details gibt es aber nicht.

Nicht nur die Empfangsseite ist damit bereit. Für die Senderseite braucht es auch entsprechende Technik, die in Echtzeit arbeiten muss, damit Verzögerungen durch das Kodieren der Inhalte nicht die Sportereignisse zu sehr verzögern. Auf der Ceatec zeigte Socionext bereits seine Lösung des 8K-HEVC-Verfahrens auf Vorabhardware und in Echtzeit. Auch diese ist für Advanced Wideband Digital Satellite Broadcast vorgesehen.

Damit ist zumindest Japan im selbstgesteckten Zeitplan zur Umsetzung von 8K-Videotechnik. Es bleibt die Frage, was dies dem Anwender nützt, der jetzt schon Schwierigkeiten hat, Full-HD-Videos von Ultra-HD-Videos zu unterscheiden. Interessant wird die Technik vornehmlich bei Bildschirmgrößen jenseits der 80 Zoll und bei geringer Distanz zum Bildschirm. Da kann dann nicht einmal mehr ein High-End-Kino mithalten.

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