Sunrise Village: Innogames verwendet KI-Inhalte - und keiner merkt es
Bei vielen Computerspielern ist der Einsatz von KI in Games geradezu verhasst. Nun stellt sich heraus: Das von dem Hamburger Unternehmen Innogames (Forge of Empires) betriebene Mobilegame Sunrise Village wird seit über einem Jahr maßgeblich mit generativer KI weiterentwickelt, ohne dass die Community davon etwas bemerkt hat.
Wie aus einem Bericht von Games Industry(öffnet im neuen Fenster) ( via Games Wirtschaft(öffnet im neuen Fenster) ) hervorgeht, ist KI bei Sunrise Village nicht nur ein Experiment oder ein Werkzeug für einzelne Assets, sondern fester Bestandteil der Produktionspipeline.
Zum Einsatz kommen große Sprach- und Bildmodelle, die direkt in interne Tools eingebunden sind. Sie erzeugen Grafiken, Icons und Hintergründe, schreiben Texte, Dialoge und Quests und helfen bei Designfragen wie Balancing und Progression. Die Entwickler greifen anschließend ein, prüfen die Ergebnisse und passen sie an.
Live-Service-Games wie Sunrise Village benötigen ständig neue Inhalte, um die Spieler langfristig zu binden. KI kann hier große Mengen an Content schneller liefern als klassische Prozesse.
Weiterbetrieb statt Game Over
Laut des Berichts konnte das Team zeitweise mit weniger Mitarbeitern auskommen, ohne dass die Spieler einen Qualitätsverlust bemerkten. Das könnte darauf hindeuten, dass KI-generierte Inhalte inzwischen ein Niveau erreicht haben, das kaum noch von klassisch erstelltem Content zu unterscheiden ist.
Innogames gehört zu den etablierten deutschen Entwicklern im Free-to-play-Markt und betreibt seit Jahren langlebige Titel mit kontinuierlichen Updates. Intern wird der Einsatz laut Games Industry nicht als Sparmaßnahme verstanden, sondern als Möglichkeit, mehr Spiele parallel zu betreiben und schneller auf Spielerverhalten zu reagieren.
Hinzu kommt ein wirtschaftlicher Aspekt: Sunrise Village galt intern als finanziell schwach und stand vor dem Aus. Statt das Spiel wie üblich einzustellen, setzte Innogames auf KI als Alternative. Das Team wurde von rund 25 auf zwei bis vier Entwickler verkleinert, der Betrieb läuft dank automatisierter Inhalte weiter und ist wieder profitabel.
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