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Sundar Pichai: Google-Chef lobt AI Act und plädiert für globale Regeln

Google-Chef Pichai wirbt am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz für globale KI -Regeln und lobt den europäischen AI Act.
/ Andreas Donath
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Sundar Pichai (Bild: Google)
Sundar Pichai Bild: Google

Sundar Pichai, der CEO von Google und Alphabet, hat seinen Auftritt bei der Münchner Sicherheitskonferenz für eine Charmeoffensive genutzt. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) plädierte Pichai für globale Regeln bei künstlicher Intelligenz (KI) und kündigte neue Produkte seines Konzerns auf diesem Gebiet an.

Hype-Warnung und Forderungen nach Regulierung

Pichai gab sich zurückhaltend, was die aktuellen Möglichkeiten von KI angeht. Den derzeitigen Hype hält er für übertrieben. KI werde kurzfristig über-, langfristig aber unterschätzt, so der gebürtige Inder. Auch mahnte er zur Vorsicht beim Einsatz von Chatbots wie ChatGPT. Man dürfe ihnen nicht blind vertrauen.

Gleichzeitig warb Pichai für eine internationale Regulierung von KI – am besten im globalen Maßstab über eine Einrichtung wie die WTO. Er lobte den europäischen AI Act als guten Kompromiss zwischen Innovation und Schutzmaßnahmen.

Neue KI-Produkte von Google

Trotz der gemäßigten Töne stellte Pichai auch neue KI-Produkte von Google in Aussicht. So soll das Sprachmodell Gemini bald deutlich mehr Daten verarbeiten können, unter anderem bis zu zehn Stunden Video. Auch an besserer Unterstützung bei der Planung von Abläufen werde gearbeitet: Beispielsweise wenn Nutzer nach einem Flug recherchieren und zuvor noch etwas essen wollen, dann soll Gemini die gesamte Planung übernehmen können.

Pichai sieht für Deutschland eine Führungsrolle bei KI. Die hiesige Industrie sei gut aufgestellt, Google arbeite mit vielen Firmen in diesem Bereich zusammen. KI könne laut Pichai auch helfen, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Durch den KI-Einsatz könnten sich Menschen auf hochproduktive Tätigkeiten konzentrieren, so Pichai.

Gefahren durch KI

Auf die Gefahren von KI angesprochen, nannte Pichai Cybersicherheit als aktuell größte Herausforderung. KI könne aber auch hier Abhilfe schaffen. Langfristig warnte er vor einem möglichen Missbrauch der Technologie, etwa in Form von Wahlmanipulation. Google arbeite daran, solche Risiken frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.

Insgesamt versuchte Pichai, Google als verantwortungsvollen und konstruktiven Mitgestalter des KI-Zeitalters zu präsentieren. Durch den Besuch in München und das Interview mit einem großen deutschen Medium untermauerte er diesen Anspruch. Es war der Auftakt zu einer Charmeoffensive des Konzerns in Europa.


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