Sun To Liquid: Solaranlage erzeugt Kerosin aus Sonnenlicht, Wasser und CO2

Kerosin mit genau eingestellter Zusammensetzung soll bei der Verbrennung weniger Schadstoffe freisetzen als Kerosin aus Erdöl. In Spanien wurde in einer speziellen Anlage erstmals ein solcher synthetischer Brennstoff mit Hilfe von Sonnenenergie erzeugt.

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Solaranlage in Móstoles: 1.500 Grad in der Reaktorkammer
Solaranlage in Móstoles: 1.500 Grad in der Reaktorkammer (Bild: Christophe Ramage/Arttic)

Kein Strom, sondern Treibstoff: In Spanien ist eine Solaranlage in Betrieb genommen worden, die aus Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid Kerosin erzeugt. Der Flugzeugtreibstoff ist deutlich sauberer als konventionelles Kerosin.

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Die Anlage in Móstoles bei Madrid besteht aus 169 Spiegeln, die das Sonnenlicht auffangen und auf einen Reaktor reflektieren, der in einem 20 Meter hohen Turm untergebracht ist. Die Reaktorkammer wird auf etwa 1.500 Grad aufgeheizt, darin wird in einer thermochemischen Redoxreaktion ein Synthesegas produziert, eine Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Aus diesem Synthesegas wird durch Fischer-Tropsch-Synthese Kerosin hergestellt. Die genaue Funktionsweise haben wir hier beschrieben.

Die Gewinnung von Synthesegas mit Solarstrom wurde an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ) im Vorgängerprojekt Solarjet entwickelt und unter Laborbedingungen getestet. Im Projekt Sun to Liquid soll gezeigt werden, dass das Verfahren in Großanlagen funktioniert.

Synthetisch erzeugtes Kerosin kann für die Umwelt weniger schädlich sein als fossiles: So lässt sich etwa die Zusammensetzung besser einstellen, wodurch bei der Verbrennung weniger Feinstaub freigesetzt wird. Außerdem kann der synthetische Brennstoff eine neutrale Kohlendioxidbilanz aufweisen, wenn das Kohlendioxid, das für seine Herstellung gebraucht wird, aus der Luft gewonnen wird. Zwar wird bei der Verbrennung wieder Kohlendioxid freigesetzt, aber nur in etwa so viel, wie für die Herstellung benötigt wurde.

  • Die Solaranlage in Móstoles bei Madrid (Foto: Erik Koepf/ETHZ)
  • Die Heliostaten heizen eine Keramik auf 1.400 Grad auf. (Foto: Abel Valdenebro/Arttic)
  • In Móstoles soll die Herstellung von Synthesegas außerhalb des Labors getestet werden. (Foto: Abel Valdenebro/Arttic)
  • Aus dem Synthesegas wird dann Kerosin erzeugt. (Foto: Erik Koepf/ETHZ)
  • In der Luftfahrt gibt es derzeit keine Alternative zur Turbine. Synthetischer Kraftstoff ist CO2-neutral, ... (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • ... bei der Verbrennung wird weniger Feinstaub freigesetzt. Auch Schiffe können damit sauberer werden. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Die Solaranlage in Móstoles bei Madrid (Foto: Erik Koepf/ETHZ)

Mit dem synthetischen Kerosin sollen Flugzeuge angetrieben werden. "Für viele Anwendungen, für die wir heute flüssige, feste oder gasförmige Brennstoffe, also Erdöl, Kohle oder Erdgas nutzen, müssen wir schauen, welche Alternativen es gibt", sagte Christian Sattler vom Institut für Solarforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Gespräch mit Golem.de. Für Autos bietet sich ein Elektroantrieb an. Für Schiffe und Flugzeuge ist das aber weniger praktikabel. Sie sollen deshalb mit synthetisch hergestellten Brennstoffen betrieben werden, bei deren Gewinnung saubere Energie genutzt wird und die weniger Schadstoffe emittieren.

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lestard 17. Jun 2019

Nein, genau dass passiert nicht. Das würde passieren, wenn man das Holz als solches im...

Kay_Ahnung 17. Jun 2019

Naja genug Energie gäbe es schon. 2018 lag der Nettostromexport bei ca. 50...

Kay_Ahnung 17. Jun 2019

Und wie teuer ist das? Wenn so eine Maßnahme pro Ei 1000¤ (übertrieben gesagt) kostet...

chefin 17. Jun 2019

Das ist der Unterschied zwischen Mensch und Tier. Wir Menschen können auch auf einem 50...

redmord 16. Jun 2019

Es ist eine Technologie, die überhaupt nicht mit bestehenden Technologien kompatibel ist...


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