Akku statt Brennstoffzelle

Da gerät Bye ins Schwärmen: "Die Vorteile von elektrischen Flugzeugen sind so groß, dass man sie nicht ignorieren kann", sagt er. "Das ändert alles." Elektrische Flugzeuge seien sauberer und leiser als herkömmliche.

Vor allem aber sei die Elektrofliegerei günstiger: Eine Cessna 172 verbrenne pro Stunde Treibstoff im Wert von etwa 40 US-Dollar. Der Strom für eine Flugstunde im Sun Flyer hingegen koste gerade mal 3 US-Dollar. Das mache die Fliegerei attraktiv. Viele Flugschüler brächen ihre Ausbildung ab, weil sie zu teuer sei. Mit einem elektrischen Trainingsflugzeug - und als solches ist der Sun Flyer 2 konzipiert - könnte sich das ändern.

E-Piloten kennen keine Reichweitenangst

Die bei Elektroautos gern angeführte Reichweitenangst, also die Sorge, mit leerem Akku liegenzubleiben, sieht Bye beim Fliegen nicht. Wenn der Akku leer ist, kann das Flugzeug nämlich selbst Strom erzeugen. Wenn das Flugzeug gleitet - etwa beim Abstieg oder wenn es die Geschwindigkeit verringert -, versetzt die vorbeiströmende Luft den Propeller in Rotation. Dann arbeitet der Motor als Generator, der elektrischen Strom produziert und in den Akku speist. Der Elektroflieger kann also Energie in Form von Flughöhe speichern - das Prinzip haben auch die Konstrukteure des Solarflugzeugs Solar Impulse eingesetzt.

  • Sny Flyer 2 ist ein zweisitziges Flugzeug mit Elektroantrieb. (Foto: Bye Aerospace)
  • Es soll vor allem als Trainingsflugzeug eingesetzt werden. (Foto: Bye Aerospace)
  • Da der Motor kleiner ist als ein Verbrennungsmotor, fällt die Nase kleiner aus. (Foto: Bye Aerospace)
  • Das Flugzeug wird derzeit von der US-Luftaufsicht zertifiziert. (Foto: Bye Aerospace)
  • Der Sun Flyer 2 soll in zwei bis Jahren auf den Markt kommen. (Foto: Bye Aerospace)
Da der Motor kleiner ist als ein Verbrennungsmotor, fällt die Nase kleiner aus. (Foto: Bye Aerospace)

Von einer Brennstoffzelle als Stromlieferant, wie sie etwa das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im HY4 oder im Antares DLR-H2 einsetzt, hält Bye hingegen nicht viel. "Unser Ansatz - da sind wir sind konservativ - sind Akkus." Diese seien inzwischen eine bekannte Speichertechnik und deshalb derzeit die richtige Wahl.

Elektra One fliegt elektrisch über die Alpen

Neben experimentellen Flugzeugen wie Solar Impulse und den Brennstoffzellenfliegern des DLR gibt es auch einige kommerzielle Anbieter von Elektroflugzeugen - auch wenn Bye nach eigener Ansicht die Nase vorn hatte mit der elektrifizierten Cessna. Da ist etwa das slowenische Unternehmen Pipistrel, das seinen Alpha Trainer auch mit Elektroantrieb anbietet. Das Unternehmen PC Aero aus Nesselwang im Allgäu hat das Elektrokleinflugzeug Elektra One Solar gebaut und ist damit 2015 über die Alpen geflogen.

Airbus stellte 2013 das Elektroflugzeug E-Fan vor, das im Frühjahr 2014 zum ersten Mal flog. Im gleichen Jahr zeigte der Luftfahrtkonzern das Flugzeug auch auf der Luftfahrtmesse Ila in Berlin. 2015 überflog der französische Pilot Didier Esteyne mit dem Elektroflieger den Ärmelkanal.

Airbus wollte das Flugzeug, das als Trainingsflugzeug für zwei Personen gedacht war, ab diesem Jahr in Serie produzieren. Doch im Frühjahr gab der europäische Luftfahrtkonzern bekannt, das Projekt werde eingestellt. Der Konzern setzt auf ein anderes Konzept.

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 Sun Flyer 2: Das Elektroflugzeug wird serienreifDie Zukunft der Fliegerei ist elektrisch 
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eMvO 11. Okt 2017

Die Aussage wage ich doch mal sehr zu bezweifeln. Wenn man Flughöhe per Rekuperation...

Ach 09. Okt 2017

Eine große Frage bei solchen Betrachtungen ist die Menge, bzw. der Zeitraum, den der...

Forkbombe 09. Okt 2017

Ist die gewöhnliche "Cruise"-Drehzahl nicht ohnehin nur 2300?

GeorgeBye 09. Okt 2017

This is a great report regarding the progress of the electric aircraft program and our...



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