Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Suedlink: Stromautobahn nimmt wichtige, unterirdische Hürde

In zwei Jahren soll die wichtige Trasse fertig sein. Sie transportiert die Leistung mehrerer Großkraftwerke und soll die Strompreise sinken lassen.
/ Mario Petzold
49 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Blick in den Kabeltunnel unter der Elbe (Bild: Tennet)
Blick in den Kabeltunnel unter der Elbe Bild: Tennet

Am 17. August ist der wichtige Durchstich unterhalb der Elbe(öffnet im neuen Fenster) bei Wischhafen in Niedersachsen abgeschlossen worden. Dieser Elbtunnel für die Hochspannungs-Gleichstromübertragung von der Nordsee nach Süddeutschland ist eine der entscheidenden, weil besonders aufwendigen Stellen für die Stromautobahn, die im Zuge des Umbaus der Stromproduktion in Deutschland benötigt wird.

Die Elbe ist an dieser Stelle fast 4 km breit. Es war damit eine der anspruchsvollsten Stellen der Trasse, die die Offshore-Windparks der Nord- und Ostsee mit Süddeutschland verbinden soll. Dafür werden parallel Konverter auf See errichtet, die den Strom in die zugehörigen Übertragungsleitungen einspeisen.

Geplant ist die Fertigstellung der gesamten Verbindung für 2028. Aktuell wird an praktisch allen Abschnitten der 700 km langen Leitung gebaut.

Komplett geänderte Trasse

Ursprünglich hätte der Bau von Suedlink 2016 starten und bis 2022 abgeschlossen sein sollen. Allerdings handelte es sich beim damaligen Konzept um Überlandleitungen. Nun wird die Stromautobahn größtenteils unterirdisch gebaut.

Mit dieser Änderung stiegen die eingeplanten Kosten von weniger als 2 Milliarden Euro auf maximal zugebilligte 13,4 Milliarden Euro. Davon sollen nach dem letzten Stand aber nur 10 Milliarden benötigt werden, knapp 6 Milliarden davon sind schon verbaut worden.

Wobei eine Erdverkabelung nicht nur erheblich teurer ist. Sie stößt auch auf weniger Widerstand, da sie in der Landschaft nur minimale Veränderungen mit sich bringt. Zudem sinkt die Empfindlichkeit gegenüber Umwelteinflüssen wie Hitze und Kälte, die die Kabellänge beeinflussen, und Stürmen sowie Niederschlägen, die weitere Schäden verursachen können. Im Endeffekt wird hier auch für eine verlässlichere Stromübertragung gezahlt.

Windstrom wird besser nutzbar

Einmal fertiggestellt, sollen die beiden parallel verlaufenden Gleichstromkabel eine Leistung von 4 Gigawatt über 700 km weit verteilen können. Das wäre vergleichbar mit drei bis vier Atomreaktoren. Ziel ist es, den gerade entstehenden Leistungsüberschuss an Offshore-Windkraft möglichst verlustarm bis nach Süddeutschland zu transportieren.

Statt Anlagen im Norden abregeln zu müssen und im Süden Reservekraftwerke zuschalten zu müssen, kann der Strom, der aktuell in diesen Größenordnungen noch gar nicht zur Verfügung steht, direkt genutzt werden. In der Folge sollen die Kosteneinsparungen zu sinkenden Strompreisen beitragen. Die prognostizierte auch Wirtschaftsministerin Katherina Reiche für das kommende Jahrzehnt.


Relevante Themen