Südkorea: Politiker will Microsofts Browser-Dominanz beenden

Ein Präsidentschaftskandidat möchte die jahrelange Vorherrschaft des Internet Explorers in Südkorea beseitigen. Aufgrund eines selbst entwickelten Sicherheitssystems für Onlinefinanztransaktionen waren Südkoreaner bisher von Microsofts Browser abhängig.

Artikel veröffentlicht am ,
Cheol-Soo Ahn will Microsofts Browser-Dominanz in Südkorea beenden.
Cheol-Soo Ahn will Microsofts Browser-Dominanz in Südkorea beenden. (Bild: Yeon-Je Jung/AFP/Getty Images)

Der südkoreanische Präsidentschaftskandidat Cheol-Soo Ahn hat angekündigt, im Falle eines Wahlsieges die Vorherrschaft des Internet Explorers in seinem Heimatland beenden zu wollen. Das berichtet Korea Realtime, ein auf Korea spezialisiertes Blog des Wall Street Journals, unter Berufung auf ein Manuskript des Politikers.

Stellenmarkt
  1. Manager UX Design (m/w/d)
    Hays AG, Berlin
  2. SAP-Berater (m*w) Module FI/CO, z.B. Fachinformatiker oder Wirtschaftsinformatiker (m*w)
    Eurogate GmbH & Co. KGaA, KG, Hamburg, Bremerhaven
Detailsuche

Microsofts Webbrowser hatte im Oktober 2012 in dem ostasiatischen Land laut Statcounter einen Marktanteil von fast 75 Prozent. Der zweitplatzierte Browser ist Googles Chrome mit knapp 17 Prozent.

Weltweit liegt der Internet Explorer mit einem Marktanteil von momentan etwa 32 Prozent knapp hinter Chrome mit knapp 35 Prozent. Mozillas Firefox kommt mit rund 22 Prozent auf den dritten Platz.

Eigene Verschlüsselungstechnologie erforderte Internet Explorer

Einer der Gründe für die starke Verbreitung des Internet Explorers in Südkorea ist eine selbst entwickelte Verschlüsselungstechnologie für Onlinefinanztransaktionen. 1998 ließ die südkoreanische Regierung einen eigenen Verschlüsselungsalgorithmus mit 128 Bit namens SEED entwickeln, der mittlerweile als veraltet gilt. Dieser musste für die Verschlüsselung aller Finanzgeschäfte im Internet wie beispielsweise Onlinebanking eingesetzt werden.

Golem Akademie
  1. PowerShell Praxisworkshop: virtueller Vier-Tage-Workshop
    21.–24. Februar 2022, virtuell
  2. Microsoft Dynamics 365 Guides mit HoloLens 2: virtueller Ein-Tages-Workshop
    16. Februar 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Die Sicherheitszertifikate konnten nur mit Hilfe von ActiveX-Steuerelementen ausgestellt werden. Daher mussten Südkoreaner den Internet Explorer für jede Finanztransaktion im Internet verwenden. Andere Browser unterstützen ActiveX nur bedingt. Chrome bietet ein Plugin an, Firefox hingegen nicht mehr. Opera unterstützt einige Netscape-kompatible Plugins. Zudem läuft ActiveX seit der Einstellung des Internet Explorers für Mac OS nur noch unter Windows.

Zertifikatsbindung offiziell bereits abgeschafft

2010 beschloss die südkoreanische Regierung, die verpflichtende Verwendung von ActiveX abzuschaffen. Grund dafür war laut Korea Realtime auch die wachsende Verbreitung von Smartphones. Außerdem übten Gruppierungen wie Open Web Druck auf die Regierung aus.

Möchte ein Unternehmen seitdem eine andere Verschlüsselung verwenden, muss es sich von einer Regierungsstelle eine Genehmigung einholen. Laut einem Bericht der Korea Times hat diese Regierungsstelle jedoch bis jetzt noch keine solche Genehmigung erteilt.

Dennoch hat in den vergangenen zwei Jahren die Dominanz des Internet Explorers in Südkorea etwas abgenommen. Dies kann an der Ausbreitung von Smartphones sowie an der ActiveX-Unterstützung von Googles Chrome-Browser liegen.

Chancen für Präsidentschaftskandidatur momentan gering

Cheol-Soo Ahn ist der Gründer von Ahnlab, eines Herstellers für Antivirensoftware. Im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur liegt der unabhängige Ahn nach den letzten Umfragen jedoch hinter seinem Mitstreiter Jae-In Moon von der DUP (Democratic United Party). Die beiden Politiker einigten sich Anfang November darauf, ihren Wahlkampf gegen den Kandidaten der Regierungspartei gemeinsam zu führen. Inwieweit Ahn die Vorherrschaft des Internet Explorers in Südkorea beenden kann, bleibt also offen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Raumfahrt
SpaceX-Rakete stürzt voraussichtlich im März auf den Mond

Ob sich Elon Musk so die erste Ankunft einer SpaceX-Rakete auf dem Mond vorgestellt hat?

Raumfahrt: SpaceX-Rakete stürzt voraussichtlich im März auf den Mond
Artikel
  1. G413 SE, G413 TKL SE: Logitech bringt zwei mechanische Tastaturen für weniger Geld
    G413 SE, G413 TKL SE
    Logitech bringt zwei mechanische Tastaturen für weniger Geld

    Normalerweise sind mechanische Tastaturen von Logitech sehr teuer - nicht so die G413 SE und TKL SE. Die verzichten dafür auf RGB.

  2. Deutschland: E-Commerce wird immer mehr zum Normalfall
    Deutschland
    E-Commerce wird immer mehr zum Normalfall

    E-Commerce wird immer mehr als das Normale und Übliche empfunden, meint der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel.

  3. Letzte Meile: Telekom will Preise für VDSL-Vermietung stark erhöhen
    Letzte Meile
    Telekom will Preise für VDSL-Vermietung stark erhöhen

    Die Telekom will von 1&1, Vodafone und Telefónica künftig erheblich mehr für die Anmietung der letzten Meile.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3090 24GB 2.349€ • RTX 3070 Ti 8GB 1.039€ • 1TB SSD PCIe 4.0 127,67€ • RX 6900XT 16 GB 1.495€ • Razer Gaming-Tastatur 155€ • LG OLED 65 Zoll 1.599€ • Razer Gaming-Maus 39,99€ • RX 6800XT 16GB 1.229€ • GOG New Year Sale: bis zu 90% Rabatt • Razer Gaming-Stuhl 179,99€ [Werbung]
    •  /