Suchmaschinen: Google soll deutschen Medien 1,3 Milliarden Euro schulden
Im jahrelangen Streit zwischen deutschen Verlagen und Google präsentiert die Verwertungsgesellschaft Corint Media der Suchmaschine eine neue Rechnung. "Im Schnitt erhöhen journalistische Medien den Wert von Google um 24 Prozent" , teilte Corint Media am 11. Juni 2025 auf Basis einer neuen Studie mit(öffnet im neuen Fenster) . Eine faire Vergütung dieses Wertes liege bei rund 1,3 Milliarden Euro pro Jahr.
Corint Media beauftragte das verhaltensökonomische Beratungsunternehmen Fehradvice & Partners mit der Studie. Dem Unternehmen zufolge(öffnet im neuen Fenster) basieren deren Ergebnisse auf einem Onlineexperiment mit 1.240 repräsentativ ausgewählten Personen aus Deutschland. Ähnliche Studien seien bereits in der Schweiz, Großbritannien und Polen vorgenommen worden.
Unterschiedliche Google-Suchen präsentiert
In dem Experiment wurden den Beteiligten zwei unterschiedliche Versionen einer simulierten Google-Suche gezeigt: "ein realistisches Abbild der Google-Suche und eine Version, aus der journalistische Medien entfernt wurden" . Dabei seien Suchbegriffe genutzt worden, die zum Zeitpunkt der Untersuchung zwischen dem 25. und 31. März 2025 laut Google-Trends am häufigsten nachgefragt wurden, beispielsweise "Donald Trump Ukraine" oder "iPhone 16" .
Das Ergebnis: "73 Prozent der Nutzer antworteten, dass sie eine Google-Suche mit journalistischen Inhalten bevorzugen." In der Wahrnehmung deutscher Nutzer sei Google mit journalistischen Medieninhalten rund 24 Prozent mehr wert.
Wie kommt Fehradvice damit auf den Anteil der Verlage? Die Rechnung lautet: "Google erzielt in Deutschland jährlich (Stand laut iab AdEx Report 2024) knapp 8,0 Milliarden Euro Umsatz mit bezahlter Suchmaschinenwerbung. Rund 4,4 Milliarden Euro entfallen auf informationsbezogene Suche. Auf Basis der gemessenen Präferenzen aus der Studie ergibt sich ein Wert von 3,2 Milliarden Euro für Googles Umsatz mit journalistischer Beteiligung. Basierend auf dem aktuell vorherrschenden AdSense Revenue Fair Share-Modell ergibt sich ein geschätzter Fair Share für deutsche Medien von rund 1,3 Milliarden Euro."
Google-Experiment: Nachrichten bringen uns kein Geld
Hintergrund der Untersuchung ist der jahrelange Streit zwischen deutschen Verlagen um eine Beteiligung an Googles Werbeeinnahmen. Trotz der Einführung des europäischen Leistungsschutzrechts vor vier Jahren will Google den Verlagen nur einen geringen Anteil an den Erlösen zukommen lassen . Aktuell berät die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) über die deutlich höheren Forderungen von Corint Media an Google und Microsoft.
In diesem Zusammenhang führte Google selbst im Frühjahr 2025 eine Studie durch(öffnet im neuen Fenster) . Mit einem Experiment will der Suchmaschinenkonzern nachgewiesen haben, dass die Inhalte der Verlage im Grunde verzichtbar seien. "Europäische Nachrichteninhalte in der Suche haben keinen messbaren Einfluss auf die Werbeeinnahmen von Google" , teilte der Konzern in einem Blogbeitrag mit(öffnet im neuen Fenster) .
Um das herauszufinden, seien europäische Nachrichteninhalte für 1 Prozent der Nutzer in acht Ländern in der EU entfernt worden. Das Ergebnis: "Die Entfernung dieser Inhalte hatte keine Veränderung der Anzeigeneinnahmen in der Suchmaschine zur Folge und die Nutzung ging um ᐸ 1 Prozent (0,8 Prozent) zurück, was darauf hindeutet, dass die entgangene Nutzung auf Suchanfragen zurückzuführen war, die nur minimale oder gar keine Einnahmen brachten."
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