• IT-Karriere:
  • Services:

Suchmaschinen: Deutsche Geheimdienste setzen XKeyscore der NSA ein

Offenbar um Suchmaschinenabfragen zu bespitzeln, setzen BND und Verfassungsschutz das NSA-Programm XKeyscore ein. Monatlich hat die NSA auf rund 500 Millionen Datensätze aus Deutschland Zugriff.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Folie von O Globo
Die Folie von O Globo (Bild: O Globo)

Der deutsche Geheimdienst BND und das im Inland operierende Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) nutzen das Programm XKeyscore von der NSA zur Überwachung von Suchmaschinenabfragen. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel unter Berufung auf NSA-Unterlagen, die von Edward Snowden stammen dürften.

Stellenmarkt
  1. Kommunale Unfallversicherung Bayern, München
  2. Fachhochschule Südwestfalen, Iserlohn

Snowden habe ihm und einem Journalisten, der für den Spiegel schreibt, die kompletten Dokumente überlassen, als er in Hongkong war, sagte der Guardian-Journalist Glenn Greenwald am 19. Juli 2013.

Die brasilianische Zeitung O Globo hatte bereits eine NSA-Folie über XKeyscore veröffentlicht. Danach speichert das Programm E-Mails, Telefonverbindungen und Login-Daten, die dann von einem NSA-Analysten durchsucht und verarbeitet werden können. Eine weitere Folie zeigte die Auswertung von abgefangenen Google-Maps-Daten mit XKeyscore.

Zudem sei das System in der Lage, für mehrere Tage einen "Full Take" aller ungefilterten Daten aufzunehmen, und damit auch Kommunikationsinhalte.

Von den monatlich rund 500 Millionen Datensätzen aus Deutschland, auf die die NSA Zugriff hat, wurden den Unterlagen zufolge rund 180 Millionen im Dezember 2012 von XKeyscore erfasst. BND und BfV wollten auf Spiegel-Anfrage den Einsatz des Spionagewerkzeugs nicht kommentieren. Auch die NSA wollte keine Stellung nehmen und verwies auf die Aussagen von US-Präsident Barack Obama bei dessen Berlin-Besuch.

Wie aus den Dokumenten weiter hervorgeht, hat sich die Zusammenarbeit deutscher Geheimdienste mit der NSA zuletzt intensiviert. So ist vom "Eifer" des BND-Präsidenten Gerhard Schindler die Rede. "Der BND hat daran gearbeitet, die deutsche Regierung so zu beeinflussen, dass sie Datenschutzgesetze auf lange Sicht laxer auslegt, um größere Möglichkeiten für den Austausch von Geheimdienst-Informationen zu schaffen", notierten NSA-Mitarbeiter im Januar 2013. Im Lauf des Jahres 2012 habe der Partner sogar "Risiken in Kauf genommen, um US-Informationsbedürfnisse zu befriedigen". In Afghanistan sei der BND bei der Informationsbeschaffung "fleißigster Partner".

Nachtrag vom 22. Juli 2013, 12:22 Uhr

Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen sagte der Bild am Sonntag, der Geheimdienst teste XKeyscore, setze es derzeit aber nicht ein. Schindler vom BND sagte dem Boulevard-Blatt, es gebe keine "millionenfache monatliche Weitergabe von Daten aus Deutschland an die NSA" durch den Auslandsgeheimdienst. 2012 seien zwei personenbezogene Datensätze deutscher Staatsbürger an die NSA übermittelt worden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Top-Angebote
  1. (Bis zu 40 Prozent auf ausgewählte Notebooks, Monitore, PCs, Hardware, Smartphones, Zubehör und...
  2. (u. a. ASUS ROG Strix XG43VQ für 799€, ASUS VG255H für 139,90€, Thermaltake View 21 Tempered...
  3. (u. a. Samsung Galaxy Watch Active 2 Under Armour Edition 44 mm Schwarz für 179,34€ und 40 mm...

stefan93 17. Dez 2013

Ich finde die NSA spioniert dadurch jeden aus. Ich bin entsetzt gewesen als ich neulich...

Spaghetticode 22. Jul 2013

Die NSA erfasst ja alle E-Mails und Anrufe und hat eine Backdoor in Windows zur Verfügung...

spambox 22. Jul 2013

Wie ist eigentlich ein Datensatz in diesem Fall definiert? Ich schätze, in Deutschland...

C00kie 22. Jul 2013

Spielt keine Rolle mehr. Selbst wenn amerikanische Einrichtungen von hier verschwinden...

C00kie 22. Jul 2013

Gehört gelesen und verbreitet. Sachlich gut erklärt. Leider mit einem pessimistischen...


Folgen Sie uns
       


Todesfall: Citrix-Sicherheitslücke ermöglichte Angriff auf Krankenhaus
Todesfall
Citrix-Sicherheitslücke ermöglichte Angriff auf Krankenhaus

Ein Ransomware-Angriff auf die Uniklinik Düsseldorf, der zu einem Todesfall führte, erfolgte über die "Shitrix" genannte Lücke in Citrix-Geräten

  1. Datenleck Citrix informiert Betroffene über einen Hack vor einem Jahr
  2. Shitrix Das Citrix-Desaster
  3. Perl-Injection Citrix-Geräte mit schwerer Sicherheitslücke und ohne Update

Burnout im IT-Job: Mit den Haien schwimmen
Burnout im IT-Job
Mit den Haien schwimmen

Unter Druck bricht ein Webentwickler zusammen - zerrieben von zu eng getakteten Projekten. Obwohl die IT-Branche psychische Belastungen als Problem erkannt hat, lässt sie Beschäftigte oft allein.
Eine Reportage von Miriam Binner


    Zwischenzertifikate: Zertifikatswechsel bei Let's Encrypt steht an
    Zwischenzertifikate
    Zertifikatswechsel bei Let's Encrypt steht an

    Bisher war das Let's-Encrypt-Zwischenzertifikat von Identrust signiert. Das wird sich bald ändern.
    Von Hanno Böck

    1. CAA-Fehler Let's-Encrypt-Zertifikate werden nicht sofort zurückgezogen
    2. TLS Let's Encrypt muss drei Millionen Zertifikate zurückziehen
    3. Zertifizierung Let's Encrypt validiert Domains mehrfach

      •  /