Abo
  • Services:

Existenzängste

Für Anbieter von Onlineinhalten ist der Google-eigene Content eine ernsthafte Bedrohung. Er verschiebt die eigentlichen Suchtreffer nach unten, so dass sie teilweise aus dem Sichtfeld der User verschwinden. Dazu kommt, dass die Google-Ergebnisse einfache Suchen durchaus beantworten und die Seiten der Inhalteanbieter nicht mehr zwangsläufig angeklickt werden müssen.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Immenstaad am Bodensee
  2. MorphoSys AG, Planegg

Thomas Engelhardt betreibt ein kleines Webportal, das sich auf die Fußball-WM spezialisiert hat. Von den Ergebnis-Einblendungen durch Google ist er nicht begeistert: "Unsere Seite WM2014-Infos.de ist stark bei allen Suchanfragen rund um den WM 2014-Spielplan und leidet jetzt darunter, dass Google die Suchanfragen der Nutzer selbst beantwortet." Er würde es begrüßen, wenn der Suchkonzern bei der Beantwortung konkreter und potenzieller Nutzerfragen zurückhaltender agierte: "Wünschenswert wäre zum Beispiel, wenn Google die Ergebnis-Einblendungen nur für das aktuelle Live-Spiel vornimmt und dann auch nur für spezifische Suchanfragen zum Ergebnis und nicht fast alle Suchanfragen rund um die WM 2014 abgreift."

Etwas gelassener sieht das David Kaiser, Head of Consumer bei der auf Wetter-Portale spezialisierten Meteogroup. Firmeneigene Portale wie Wetter24.de hätten viele Stammbesucher und seien nicht nur auf Google angewiesen, sagt er. Zudem glaubt er, dass Nutzer oft nach weitergehenden Wetter-Informationen suchen, sich also nicht mit der reinen Anzeige von Temperaturen zufriedengeben. Er fände es aber gut, wenn Google transparenter würde und Nutzer vielleicht doch auch auf externe Angebote weiterleitet: "Wünschenswert ist aus unserer Sicht, dass Google seine Quellen anzeigt und den Nutzern die Möglichkeit gibt, aus mehreren Quellen auszuwählen - und über einen Link zu diesen mehr zu erfahren."

Für die Online-Reisebranche ist ärgerlich, dass Google immer mehr das Geschäft von Vergleichsseiten übernimmt. Wer nach "Hotel Köln" oder nach "Flug Berlin München" sucht, bekommt oberhalb der eigentlichen Treffer zuerst Ergebnisse des Google Hotel Finder und von Google Flights zu sehen. Wie genau diese Ergebnisse generiert werden, ob und wie viel Geld Google von welchen Anbietern erhält, ist nicht bekannt. Allerdings steht rechts oben über der Trefferbox das Wort "Anzeige". Klickt man darauf, heißt es vage: "Unter Umständen erhält Google eine Vergütung von einigen der Anbieter."

Google attackiert immer mehr Branchen

Es gefährde nicht nur die Existenzgrundlage von Vergleichsportalen, sondern generell aller Vermittler im Netz, wenn Google selbst die Antwort sei, meint Michael Buller vom Verband Internet Reisevertrieb: "Wenn Google so weiter macht, gibt es im Extremfall auf Dauer immer weniger Wettbewerb. Das ist auch für Konsumenten schlecht, denn Wettbewerb sorgt für niedrige Preise. Zudem gibt es keine Markttransparenz, denn die Flug- und Hotel-Ergebnisse von Google sind nicht vollständig."

Ein Blick in die USA zeigt, was uns hierzulande erwartet. Ein US-amerikanischer Blogger hat 101 Anwendungsfälle der Antwortbox aufgelistet. Viele von ihnen sind auch schon im deutschen Sprachbereich aktiv. Andere stehen noch aus, wie die Auflistung von Krankheitssymptomen. Derzeit testet Google in den USA die Anzeige von Schritt-für-Schritt-Anleitungen. Dabei werden Inhalte von verschiedenen Webportalen extrahiert. Google kann dann selbst erklären, wie man beispielsweise Windows 7 installiert, ein iPhone zurücksetzt oder Eier kocht. Unter den Tipps soll es einen Link zur Ursprungsseite geben. Die könnte der Nutzer dann natürlich besuchen, wenn er noch mehr wissen will. Für Webseiten mit How-to-Inhalten dürfte das nur ein schwacher Trost sein.

 Suchmaschine: Wie Google den Rest des Internets überflüssig macht
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie
  2. 1,29€
  3. 4,44€

Der mit dem Blubb 09. Jul 2014

Und wenn es dort tatsächlich irgendwo Spielergebnisse gibt, dann kann man sich auch nicht...

DerBenutzername 09. Jul 2014

Zum Thema Gesundheit http://www.hdm-stuttgart.de/view_news?ident=news20100510221514

TheUnichi 07. Jul 2014

WebGL. Also einfach nur einen Browser, der aktueller ist als ~2010

spacecadet 07. Jul 2014

Unter Suchmaschinenoptimierern ist das kein Geheimnis. Nicht statt Facebook einbinden...

Endwickler 05. Jul 2014

Das hat alles aber nichts bis fast nichts mit dem Text zu tun.


Folgen Sie uns
       


Das Abschlussgespräch zur E3 2018 (Analyse, Einordnung, Zuschauerfragen) - Live

Im Abschlussgespräch zur E3 2018 berichten die Golem.de-Redakteure Peter Steinlechner und Michael Wieczorek von ihren Eindrücken der Messe, analysieren die Auswirkungen auf die Branche und beantworten die Fragen der Zuschauer.

Das Abschlussgespräch zur E3 2018 (Analyse, Einordnung, Zuschauerfragen) - Live Video aufrufen
Mars: Die Staubstürme des roten Planeten
Mars
Die Staubstürme des roten Planeten

Der Mars-Rover Opportunity ist nicht die erste Mission, die unter Staubstürmen leidet. Aber zumindest sind sie inzwischen viel besser verstanden als in der Frühzeit der Marsforschung.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Nasa Dunkle Nacht im Staubsturm auf dem Mars
  2. Mars Insight Ein Marslander ist nicht genug

Shift6m-Smartphone im Hands on: Nachhaltigkeit geht auch bezahlbar und ansehnlich
Shift6m-Smartphone im Hands on
Nachhaltigkeit geht auch bezahlbar und ansehnlich

Cebit 2018 Das deutsche Unternehmen Shift baut Smartphones, die mit dem Hintergedanken der Nachhaltigkeit entstehen. Das bedeutet für die Entwickler: faire Bezahlung der Werksarbeiter, wiederverwertbare Materialien und leicht zu öffnende Hardware. Außerdem gibt es auf jedes Gerät ein Rückgabepfand - interessant.
Von Oliver Nickel


    IT-Jobs: Fünf neue Mitarbeiter in fünf Wochen?
    IT-Jobs
    Fünf neue Mitarbeiter in fünf Wochen?

    Startups müssen oft kurzfristig viele Stellen besetzen. Wir waren bei dem Berliner Unternehmen Next Big Thing dabei, als es auf einen Schlag Bewerber für fünf Jobs suchte.
    Ein Bericht von Juliane Gringer

    1. Frauen in IT-Berufen Programmierte Klischees
    2. Bitkom Research Höherer Frauenanteil in der deutschen IT-Branche
    3. Recruiting IT-Experten brauchen harte Fakten

      •  /