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Subnautica 2: Meerestiefe statt Millionenstreit

Trotz Auseinandersetzungen im Team hat Subnautica 2 den Early Access erreicht. Golem konnte eine ausführliche Präsentation sehen.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Subnautica 2 (Bild: Unknown Worlds)
Artwork von Subnautica 2 Bild: Unknown Worlds

Eigentlich hing über Subnautica 2 zuletzt vor allem ein gewaltiger Streit um angeblich verhinderte Bonuszahlungen in Höhe von bis zu 250 Millionen US-Dollar. Publisher Krafton und das Entwicklerstudio Unknown Worlds liefern sich seit Monaten einen öffentlichen Konflikt um die Zukunft des Unterwasser-Survivalspiels.

Bei einer ausführlichen Onlinepräsentation, an der auch Golem teilgenommen hat, spielte dieser Kampf allerdings praktisch keine Rolle. Stattdessen ging es fast ausschließlich um die eigentliche Frage: Kann Subnautica 2 erneut dieses besondere Gefühl erzeugen, alleine in einer fremden und bedrohlichen Unterwasserwelt unterwegs zu sein?

Die Chancen dafür stehen gut. Unknown Worlds machte während der Präsentation deutlich, dass die Reihe weiterhin nicht als klassisches Survivalspiel verstanden wird. Design Lead Anthony Gallegos bezeichnete Subnautica 2 mehrfach eher als "Exploration Game".

Crafting, Ressourcenmanagement und Sauerstoffknappheit sollen vor allem dazu dienen, Spieler immer tiefer in unbekannte Regionen zu treiben. "Überleben dient der Erkundung", erklärte Gallegos.

Eine neue Tiefseewelt wartet

Dafür verlässt die Reihe erstmals den bekannten Planeten 4546B aus den Vorgängern. Stattdessen erkunden die Spieler eine andere Alienwelt mit neuen Kreaturen, Pflanzen und Biomen. Das Grundprinzip bleibt aber erhalten: Sauerstoffmangel, riskante Tauchgänge und improvisierte Werkzeuge bestimmen erneut die ersten Stunden.

Klassische Questmarker oder permanente Wegweiser soll es weiterhin nicht geben. Unknown Worlds hält bewusst daran fest, dass Spieler selbst herausfinden müssen, wohin sie gehen und was sie als Nächstes bauen sollten.

Technisch modernisiert das Team das Spiel allerdings deutlich. Subnautica 2 nutzt die Unreal Engine 5 mit Nanite und Lumen. Dadurch wirkt die Unterwasserwelt sichtbar dichter und dynamischer.

Während der Präsentation zeigten die Entwickler etwa Kreaturen, die miteinander interagieren oder Korallenformationen angreifen, statt einfach nur auf den Spieler zu reagieren. Laut Studio hätten moderne CPUs und UE5 erstmals ermöglicht, deutlich komplexere Verhaltensweisen umzusetzen.

Neue Fähigkeiten für Taucher

Neu sind außerdem biologische Anpassungen der Hauptfigur. Die Spieler können Eigenschaften fremder Organismen übernehmen und dadurch neue Fähigkeiten freischalten. Unknown Worlds unterscheidet dabei zwischen temporären "Biomods" und permanenten Anpassungen, die langfristig neue Spielweisen ermöglichen sollen. Der Basenbau wird flexibler und kreativer als in den Vorgängern.

Die größte Neuerung bleibt aber der optionale Koop-Modus für bis zu vier Spieler. Gerade das sorgt unter Fans für Diskussionen, weil viele die Isolation des ersten Teils als wichtigsten Bestandteil sehen.

Unknown Worlds betonte deshalb mehrfach, dass Koop komplett freiwillig bleibt. "Niemand wird gezwungen, Koop zu spielen,"sagte Gallegos. Die Spieler können sich zudem frei voneinander entfernen, wodurch laut Studio selbst im Mehrspielermodus oft noch das typische Gefühl entsteht, plötzlich alleine in viel zu tiefem Wasser unterwegs zu sein.

Auch am weitgehend gewaltfreien Ansatz hält Unknown Worlds fest. Statt Gegner einfach auszuschalten, soll es weiterhin eher um Ausweichen, Ablenkung und vorsichtiges Überleben gehen. Die Entwickler erklärten offen, dass die Spannung vieler Regionen verloren gehe, sobald Spieler riesige Leviathane dauerhaft beseitigen könnten.

Die Early-Access-Version enthält laut Unknown Worlds rund 14 bis 20 Stunden Inhalt mit über zehn Biomen, mehreren Leviathan-Kreaturen und neuen Fahrzeugen. Ähnlich wie bei den Vorgängern soll der Vorabzugang mindestens zwei Jahre laufen. "Früher Early Access ist das Beste für die Reihe,"sagte Gallegos dazu.

Preislich startet Subnautica 2 für 30 Euro auf Windows-PC (Steam(öffnet im neuen Fenster)) und Xbox Series X/S. Laut Unknown Worlds stand das Spiel zuvor neun Monate lang auf Platz 1 der Steam-Wunschliste – trotz oder vielleicht sogar wegen des monatelangen Dramas rund um Krafton und Unknown Worlds.


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