Stylebop.com: Onlinehändler kündigt Beschäftigte nach Verdi-Aktion

Der Onlinehandel für Luxusmode Stylebop.com(öffnet im neuen Fenster) soll in seiner Niederlassung in München nach einer Verdi-Flugblattaktion zwei Beschäftigten gekündigt haben. Das berichtet Verdi(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf einen der Betroffenen. Das Unternehmen hat Anfragen von Golem.de nicht beantwortet.
"Offenkundig wusste die Geschäftsleitung, dass wir Verdi-Mitglieder sind" , sagte einer der Gekündigten. "Wir gehörten zu den Kollegen, die sich nicht alles gefallen ließen und auch regelmäßig Kritik übten."
Die Gekündigten hätten gar nicht selbst an der Aktion teilgenommen. Die Verdi-Sekretäre Jürgen Emmenegger und Victoria Sklomeit berichten: "Wir verteilten ein Flugblatt vor den Geschäftsräumen, das auf die miserablen Arbeitsbedingungen und die schlechte Bezahlung bei Stylebop.com hinwies." Ein Betriebsrat könnte hier Abhilfe schaffen(öffnet im neuen Fenster) . Doch schon nach kurzer Zeit unterband einer der Chefs die Verteilaktion und ließ die Gewerkschafter des Grundstücks verweisen. Am selben Tag erhielten die beiden Beschäftigten die Kündigung.
Stylebop.com erwarte neben den regulären 40 Wochenarbeitsstunden bis zu fünf entgeltfreie Überstunden. "Und diese Stunden werden regelmäßig fällig" , erklärte der Gekündigte. Dazu komme Wochenendarbeit während bestimmter Sonderaktionen, die aber mit Zuschlägen vergütet werde. Das Betriebsklima sei gut in der Firma mit rund 200 Beschäftigten. Die Umgangsformen der Geschäftsleitung seien völlig inakzeptabel.
Beide Betroffenen haben Kündigungsschutzklage eingereicht. Stylebop begründet(öffnet im neuen Fenster) die Kündigungen mit aggressivem Verhalten gegen Mitarbeitern, Arbeitsverweigerung, weil ein Stapel Eilaufträge zurückgewiesen wurde und mit vorsätzlichem Krankmachen.