Stuttgart: Technik der Bahn für freies S-Bahn-WLAN ist geheim

Stuttgart testet als erste deutsche Großstadt freies WLAN in der S-Bahn . Golem.de wollte vom Betreiber Deutsche Bahn wissen, welche Technik dabei zum Einsatz kommt. Doch daraus macht die Bahn ein Geheimnis. Ein Sprecher sagte: "Zu der eingesetzten Hardware geben wir derzeit keine Auskunft, da wir zunächst verschiedene Systeme von verschiedenen Herstellern testen."
Der Test hat bereits begonnen. "Während der kommenden sechs Monate wollen wir im Echtzeitbetrieb herausfinden, welches System die Anforderungen an einen Dauerbetrieb erfüllen kann" , erläuterte René Neuhäuser, technischer Geschäftsführer der S-Bahn Stuttgart, am 11. Januar 2016. Dabei sollen das Nutzerverhalten erkundet und die Verfügbarkeit des mobilen Internet bei starker Nutzung durch die Reisenden getestet werden.
Einer der Ausstatter in Stuttgart könnte Huawei sein: Der chinesische IT-Konzern bringt drahtlose Netzwerke in Busse oder Bahnen in Deutschland. Das war von dem Unternehmen auf dem Huawei Network Congress in Peking zu erfahren.
Welche Technik die Bahn in ihren ICE mit Hotspot einsetzt, ist bekannt. Die Telekom nutzt kein Flash-OFDM mehr, um diese Hotspots zu versorgen. Zur Anbindung wird nur noch 3G und LTE eingesetzt. In einem Wagen jedes ICE-Zuges gibt es einen Server mit Modems, die die Mobilfunksignale an zwei Multibandantennen auf dem Dach weiterleiten.
Jeder ICE hat eine feste IP-Adresse
Jeder Zug hat eine feste IP-Adresse . Durch den gesamten Zug werden Netzwerkkabel verlegt und in jedem Wagen des Zuges zwei WLAN-Zugangspunkte in die Decke integriert. Der Server entscheidet aufgrund des unterwegs empfangenen Signals fortlaufend, welches Mobilfunknetz aktuell den höchsten Signalpegel hat, ob er also 3G oder LTE für die Datenübertragung nutzt.
Die Telekom muss die Technik für die WLAN-Versorgung der Bahn erneuern. Das hatte Telekom-Sprecher Markus Jodl Golem.de gesagt . "Der Bandbreitenbedarf in den Zügen ist in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen. Die bestehende In-Train-Zugarchitektur stößt an ihre Grenzen. Ein Wechsel der Hard- und Software ist deshalb nötig." Aus informierten Kreisen hatte Golem.de erfahren, dass die Telekom derzeit die Technik entlang der Strecke aufwendig erneuern lässt.



