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Sturm auf Kapitol: Pelosis Laptop sollte Russland angeboten werden

Beim Sturm auf das Kapitol haben die Randalierer etliche Gegenstände mitgenommen. Der Diebstahl elektronischer Geräte besorgt die Ermittler.
/ Friedhelm Greis
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Die Randalierer waren auch in das Büro von Nancy Pelosi eingedrungen. (Bild: Saul Loeb/AFP/Getty Images)
Die Randalierer waren auch in das Büro von Nancy Pelosi eingedrungen. Bild: Saul Loeb/AFP/Getty Images

Die US-Bundespolizei FBI überprüft Gerüchte, wonach ein im Kapitol gestohlener Laptop nach Russland gebracht und dort den Geheimdiensten angeboten werden sollte. US-Medienberichten zufolge gehörte der Rechner der Sprecherin des Repräsentantenhauses, der demokratischen Abgeordneten Nancy Pelosi. Die für den Diebstahl verantwortliche Randaliererin, Riley June W., soll nach Angaben der Washington Post(öffnet im neuen Fenster) inzwischen festgenommen worden sein.

Am 6. Januar 2021 hatten Hunderte Anhänger des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump das Kapitol in Washington D.C. gestürmt . Dabei waren die Randalierer auch in Büros von Abgeordneten eingedrungen. Ein Mann ließ sich demonstrativ am Schreibtisch von Pelosi sitzend fotografieren.

Die Verdächtige soll am Montag in ihrem Haus in Pennsylvania festgenommen worden sein(öffnet im neuen Fenster) . Ein Ex-Partner der Frau soll das FBI darüber informiert haben, dass ihre Freunde ein Video gezeigt hätten, das W. beim Diebstahl einer Festplatte oder eines Computers in Pelosis Büro zeige. Das soll aus einer Strafanzeige hervorgehen. Demnach wollte W. den Computer zu einem Freund nach Russland schicken, der ihn dann an den russischen Auslandsgeheimdienst SVR verkaufen sollte.

Nur Präsentationen auf dem Rechner?

Der Haftbefehl wirft der Frau jedoch noch nicht den Diebstahl des Computers vor, sondern lediglich das unerlaubte Eindringen in das Parlamentsgebäude und das ungebührliche Benehmen im Kapitol. Am 8. Januar hatte ein Mitarbeiter Pelosis zudem behauptet(öffnet im neuen Fenster) , der Laptop aus einem Konferenzraum sei ausschließlich für Präsentationen genutzt worden.

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Dennoch zeigten sich Abgeordnete besorgt über den möglichen Verkauf solcher Geräte ins Ausland. "Die Vorstellung, dass eine Gruppe sogenannter Patrioten einen Regierungscomputer an die Russen verkaufen würde, sollte Ihnen alles sagen, was Sie über die Menschen wissen müssen, die das Kapitol angegriffen haben" , sagte der designierte Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Senat, der demokratische Senator Mark R. Warner, der Washington Post und fügte hinzu: "Es gibt eine echte Sorge der Spionageabwehr im Zusammenhang mit einem Vorfall wie am 6. Januar." Warner verwies zudem auf die Möglichkeit, dass ausländische Dienste den Sturm auf das Kapitol genutzt haben könnten, um mit Hilfe von Agenten Unterlagen zu stehlen oder Abhörgeräte zu platzieren .


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