IT-Studium: Kein Abitur? Kein Problem!

Martin Fricke studiert Informatik, obwohl er kein Abitur hat. Das darf er, weil Universitäten Berufserfahrung für die Zulassung anerkennen. Davon profitieren Menschen wie Unternehmen gleichermaßen.

Artikel von Tarek Barkouni veröffentlicht am
Nach Jahren im Beruf an die Uni zu gehen, ist eine Umstellung.
Nach Jahren im Beruf an die Uni zu gehen, ist eine Umstellung. (Bild: Pixabay)

Endlich verstehen, wie die Dinge entstehen, die er täglich benutzte. Das sei seine Motivation gewesen, erzählt Martin Fricke, der an einer deutschen Hochschule Informatik studiert - obwohl er nie Abitur gemacht hat. Immer mehr Menschen studieren ohne Abitur, seit die Bedingungen dafür gelockert wurden.

"Ich war nicht mal unzufrieden mit meinem Job, sondern wollte einfach mal was Neues machen. Dass ich mich dadurch auch für andere Stellen qualifiziere, war erst mal nicht so wichtig", sagt Fricke. "Ein Kollege hat mich dann darauf aufmerksam gemacht, dass man auch ohne Abitur studieren kann." Daraufhin habe er sich entschlossen, noch einmal neu anzufangen und sich für Informatik einzuschreiben. Das hieß: kündigen, die Stadt wechseln und wieder vor einem Lehrer sitzen. Und wieder zu einem niedrigeren Lebensstandard zurückkehren.

Zurück in die WG

Fricke hat nach dem Realschulabschluss eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration gemacht und anschließend fünf Jahre in seinem Ausbildungsbetrieb gearbeitet. Mit der Umstellung von der Vollzeitstelle zum Studium änderte sich seine Lebenssituation. Weil er Ersparnisse hat, bekommt er kein Bafög, also arbeitet er neben dem Studium noch. Um Miete zu sparen, lebt er wieder in einer Wohngemeinschaft.

Andere Quereinsteiger nehmen für das Studium einen Kredit auf, wieder andere bewerben sich auf Stipendien. Wer Kinder hat, für den ist es oft noch schwieriger, nach dem berufstätigen Leben zeitweise als Student zu leben. Dennoch nehmen immer mehr Menschen ohne Abitur trotz Berufserfahrung wieder ein Studium auf. Aktuell studieren rund 60.000 Menschen ohne Abitur an einer Hochschule. Seit 2007 hat sich die Zahl der Eingeschriebenen vervierfacht.

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Für diese Menschen ist dies eine Chance, sich weiterzubilden und sich zu qualifizieren. "Früher war ich es anders gewohnt, konnte in den Urlaub fahren und mir mehr Luxus leisten. Aber dafür verdiene ich nach dem Studium ja auch mehr", sagt Fricke. Ein Master könnte immerhin 10.000 Euro im Jahr mehr bringen.

Für den Arbeitsmarkt sind Menschen wie er willkommene Arbeitskräfte angesichts des Fachkräftemangels.

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Die Voraussetzungen fürs Studium sind überall unterschiedlich 
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mike64 13. Sep 2019

Meiner Meinung nach ist Modellbildung und Abstraktionsfähigkeit wesentlich wichtiger als...

einglaskakao 09. Sep 2019

Sorry, aber das ist doch reines Marketingsprech. Und Du glaubst, dafür bräuchte man ein...

Toleg 09. Sep 2019

nach Definition des Bafögamtes hat er es vllt. doch gekonnt.

buuii 06. Sep 2019

Wer das Studium packt sollte es auch machen dürfen. Ob es einem selber was bringt muss...

lenox 06. Sep 2019

35 - mittlere Reife, Berufsausbildung FISI 14 J. Berufserfahrung etwa 7 Jahre im...



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