Gute Erfahrungen mit den Studenten ohne Abitur

Ein Anruf bei der Technischen Universität München (TUM): Gerhard Müller ist Vizedirektor für Forschung und Lehre. Er ist überzeugt von dem Konzept, das Studium für verschiedene Bildungshintergründe zu öffnen: "Die Entwicklung eines jungen Menschen kann nun mal unterschiedlich ablaufen. Die Zulassung über die berufliche Qualifikation ist ein sinnvolles Element im deutschen Bildungssystem."

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An der TUM sind von den 3.700 Immatrikulierten in der Informatik knapp 160 über die berufliche Erfahrung qualifiziert. Die Quereinsteiger sind nicht weniger erfolgreich als ihre Kommilitonen mit Abitur. " Beispielsweise lliegt die Quote der Studierenden ohne Abitur, die einen Bachelorstudiengang in Informatik abschließen, nur leicht unter der Quote aller Informatik-Bachelorstudierende", sagt Müller.

Fricke hat kaum Probleme mit den Studieninhalten. "Aus der Ausbildung kann ich aber trotzdem nicht so viel mitnehmen. Es ist mehr so, dass ich die Grundlagen gelernt habe und es an der Uni alles viel akademischer ist. Aber das wollte ich ja genau so", erzählt er.

Dass an der TUM die Unterschiede zwischen Abiturienten und Nichtabiturienten so gering sind, liegt laut Müller auch daran, dass die Hochschule die Bewerber vorher in Gesprächen auf ihre Eignung prüft. Dort wird nicht Wissen abgefragt, es ist kein echter Test. Vielmehr geht es um die Motivation der Interessenten. Ob sie sich klar darüber sind, welches Fach sie studieren werden und wie das Studium aufgebaut ist. Aber auch das Durchhaltevermögen bei komplexen Problemen wird erfragt.

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Für Menschen ohne Abitur ist das die Gelegenheit zu zeigen, dass sie das Zeug zu einem Studium haben. " Manches Eignungsgespräch hilft auch, Fächer zu erkennen, die besser den Neigungen und Interessen der Bewerber entsprechen", erzählt Müller.

Seit die TUM 2000 das Zulassungsverfahren vom Numerus Clausus auf die Eignungsgespräche umgestellt hat, sei die Erfolgsquote stetig nach oben gegangen. Inzwischen brechen nur noch knapp 20 Prozent aller Studenten in der Informatik ab - über alle Universitäten gerechnet sind es mehr als doppelt so viele.

Unter seinen Kommilitonen hat Fricke keine Sonderstellung, keiner sieht sein fehlendes Abitur als Makel. Die meisten wüssten gar nicht, dass er kein Abitur habe, erzählt Fricke. Er ist nicht einmal viel älter als seine Kommilitonen.

Müller von der TUM betont jedoch, dass die Öffnung der Universitäten den Fachkräftemangel kaum beheben könne. Dafür seien die Fallzahlen schlicht zu gering. Es gehe vielmehr um die Möglichkeit, sich auch in späteren Jahren weiterbilden und frei entwickeln zu können. "Es kann ja nicht die Lösung sein, einfach alles zu akademisieren. Es fehlen ja nicht nur studierte Fachkräfte, sondern auch solche mit Ausbildung."

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 Die Voraussetzungen fürs Studium sind überall unterschiedlich
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mike64 13. Sep 2019

Meiner Meinung nach ist Modellbildung und Abstraktionsfähigkeit wesentlich wichtiger als...

einglaskakao 09. Sep 2019

Sorry, aber das ist doch reines Marketingsprech. Und Du glaubst, dafür bräuchte man ein...

Toleg 09. Sep 2019

nach Definition des Bafögamtes hat er es vllt. doch gekonnt.

buuii 06. Sep 2019

Wer das Studium packt sollte es auch machen dürfen. Ob es einem selber was bringt muss...

lenox 06. Sep 2019

35 - mittlere Reife, Berufsausbildung FISI 14 J. Berufserfahrung etwa 7 Jahre im...



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