Studie zu Testverfahren: Verbrauchswerte von Haushaltsgeräten oft unrealistisch

Wie aussagekräftig sind die bunten Energielabels von Elektrogeräten? Einer Studie zufolge haben die Testverfahren oft wenig mit der tatsächlichen Nutzung zu tun.

Artikel veröffentlicht am ,
Energielabel für Fernseher
Energielabel für Fernseher (Bild: Energielabel)

Die Herstellerangaben zum Verbrauch von Elektrogeräten stimmen häufig nicht mit der realen Gerätenutzung überein. Das geht aus einer Studie von vier europäischen Umweltschutzorganisationen hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Hinter dem Projekt stehen die vier Organisationen Clasp, Ecos, EEB und Topten.

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Demnach entsprechen die Testverfahren für die Ermittlung des Stromverbrauchs in vielen Fällen nicht den Nutzungsgewohnheiten der Verbraucher und nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Darüber hinaus seien die Testvorgaben teilweise nicht eindeutig genug, um reproduzierbare Ergebnisse zu ermöglichen. Zudem würden die Verbraucher häufig in verwirrender Weise oder gar nicht über Auswirkungen von Gerätefunktionen auf den Energieverbrauch informiert.

Kühlschranktüren bleiben zu

So kritisiert die 43-seitige Studie (PDF) unter anderem, dass der Energieverbrauch von Kühlschränken mit leeren Fächern und ohne ein Öffnen der Tür gemessen werde. Daher sei der angegebene Verbrauch um bis zu 32 Prozent geringer, als wenn innerhalb eines Testzyklus von zwölf Stunden während einer Zeitspanne von zwei Stunden mehrfach kurz die Tür geöffnet würde. Was einer realistischen Nutzung entspreche.

Bei Geschirrspülern werde als Referenzprogramm die sparsamste Variante angegeben, obwohl den Nutzern je nach Extrafunktionen bis zu 50 Varianten zur Verfügung stünden. Daher könne der Verbrauch um bis zu 73 Prozent über dem angegebenen Wert liegen, wenn ein anderes Spülprogramm gewählt werde.

Referenzvideo zu hektisch geschnitten

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Zahlreiche Schwächen sieht die Studie bei den Testprogrammen für Fernseher. So werde ein Referenzvideo aus dem Jahr 2007 genutzt, das noch keine neuen Formate wie Ultra High Definition (4K) oder High Dynamic Range (HDR) berücksichtige. Zudem bestehe das zehnminütige Video aus 261 unterschiedlichen Sequenzen, was nicht mit den tatsächlichen Sehgewohnheiten übereinstimme. Die Forscher entwickelten daher ein neues Video mit weniger Sequenzen und für mehr Formate. Bei einem der Testmodelle lag der Verbrauch dann um 47 Prozent höher, bei einem anderen jedoch um sechs Prozent niedriger.

Ebenfalls stellten sie eine Testumgebung vor, die auch die automatische Helligkeitskontrolle (ABC) berücksichtigt. Mit dieser Funktion ließ sich der Energieverbrauch um bis zu 76 Prozent senken, wenn die Helligkeit der Umgebung von 300 Lux auf etwa 2 Lux reduziert wurde. Ein Problem sieht die Studie auch darin, dass die Energiesparoptionen von Fernsehern bei fünf von sieben Modellen deaktiviert werden, wenn man die Standardeinstellungen verändert. Hinzu komme, dass der Nutzer über diese Deaktivierung nicht informiert werde und die Funktion in zwei Fällen nur noch mit einem Reset der Werkseinstellungen wieder aktivierbar sind.

Neue Energielabels beschlossen

Insgesamt schätzen die Forscher das Verständnis der Verbraucher für den Energieverbrauch als sehr gering ein. So hätten - wie überraschend - die Messungen bestätigt, dass ein Kühlschrank mehr Energie verbrauche, wenn eine niedrigere Temperatur beziehungsweise höhere Kühlstufe eingestellt werde. "Wir sind besorgt, dass der Verbraucher über diese Auswirkung nicht gut informiert ist." So könne die Senkung der Temperatur um ein Grad Celsius den Verbrauch um vier bis acht Prozent erhöhen. Zudem entspreche die mittlere Kühlstufe 3 nicht bei allen Modellen derselben Temperatur.

Die EU hatte jüngst eine Neuregelung der Energielabels beschlossen. Die Kennzeichnung von Waschmaschinen, Kühlschränken oder Fernsehern mit Labels wie A++ oder A+++ wird abgeschafft und durch eine einfache Skala von A bis G ersetzt. Mit dem besseren Energielabel und einer energiesparenden Konstruktion der Geräte sollen Haushalte nach Schätzungen der EU-Kommission fast 500 Euro im Jahr sparen.

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0xDEADC0DE 22. Jun 2017

Ich glaube es ist ein offenes Geheimnis, das die Maschinen die angegebene Temperatur...

0xDEADC0DE 22. Jun 2017

Bei einem monatlichen Abschlag von aufgerunden 60 ¤ an Ökostrom muss ich sagen, dass wir...

knoxxi 21. Jun 2017

Korrekt es geht mir hauptsächlich um selbst gemachte, aber auch klassische Marmelade (von...

/mecki78 21. Jun 2017

Macht man doch. Man arbeitet mit einer Punkteskala. Nur statt Nummern heißen die Punkte...

0xDEADC0DE 21. Jun 2017

Wäre mir neu, dass man 1000 Watt an elektrischer Energie irgendwo reinsteckt und dann...



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