Studie zu Photovoltaik: Verdopplung der PV-Leistung ohne Weiteres möglich
Eine Analyse(öffnet im neuen Fenster) von Hassan Gholami, Professor an der Universität von Stavanger, Norwegen, zeigt, dass das Potenzial zum weiteren Ausbau von Photovoltaikanlagen in Europa erst zur Hälfte ausgeschöpft ist. Gemeint ist damit ein weiterer Zubau, ohne den tatsächlichen Stromverbrauch im jeweiligen Land zu überschreiten.
Demnach könnten noch 614 Gigawatt Solarleistung installiert werden, die zusammen 670 Terawattstunden Strom produzieren, ohne dass Anlagen abgeschaltet oder ein Teil des Stroms zwischengespeichert werden müsste. Die zusätzliche Energiemenge entspricht dem gemeinsamen jährlichen Stromverbrauch von Deutschland und Polen.
Genutzt wurden für die Erhebung die stundengenauen Daten der europäischen Transparenzplattform für den Energiemarkt(öffnet im neuen Fenster). Damit war es möglich, maximale Solarleistung und maximale Last im Stromnetz präzise abzugleichen.
Werte sind das konservative Minimum
Weil in keiner Stunde der Stromverbrauch durch die Produktion aus Photovoltaik überschritten wird, handelt es sich bei den knapp 600 Gigawatt um das Minimum, welches das Stromnetz ohne zusätzliche Maßnahmen vertragen könnte. Mit Batteriespeichern, zusätzlicher Last durch Elektrolyseure, besseren Übertragungsnetzen oder einer besser verteilten Ausrichtung der Solarzellen könnten noch wesentlich mehr Solaranlagen installiert werden.
Nur zwei Länder hätten den Wert laut der Analyse bereits überschritten: die Niederlande und Zypern. In Deutschland sind 91 Prozent der Leistung erreicht, die der jeweiligen Last entspricht. Knapp 15 Gigawatt könnten somit in das deutsche Stromnetz, wie es aktuell aufgestellt ist, noch integriert werden. Damit ließe sich pro Jahr mehr Strom erzeugen als mit einem großen Atomreaktor.
Am meisten Potenzial besitzt demnach Frankreich, dessen Grundlast vornehmlich durch Atomkraft abgedeckt ist. 65 Gigawatt könnte das System aufnehmen. In Italien, Großbritannien, Polen oder Norwegen wären 20 Gigawatt zubaubar.
Momentaufnahme mit großem Haken
Zumal die Leistung mit jeder weiteren Flexibilisierung, insbesondere durch Speicher, noch deutlich angehoben werden kann. Gleichzeitig müssten andere Stromquellen ebenfalls flexibilisiert werden, um Abschaltungen zu vermeiden oder den Speicherbedarf übermäßig zu erhöhen.
Das gelingt bei Atomkraftwerke und beispielsweise auch bei Laufwasserkraftwerken kaum, die konstanten Strom liefern. Anders ist es etwa bei Biogasanlagen.
Noch speisen diese den Strom nahezu konstant ein, aber sowohl die gesetzlichen Rahmenbedingungen als auch entsprechende technische Lösungen sind in Arbeit, um Biogas in einigen Jahren bedarfsgerecht als erneuerbare Energiequelle nutzen zu können. Das teilte die Bundesnetzagentur Golem auf Anfrage mit.
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