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Studie zu digitaler Souveränität: Proton-Umfrage zeigt Abkehr von US-Tech-Konzernen

Viele europäische Verbraucher meiden laut einer Studie Firmen, die Kundendaten bei US-Unternehmen speichern.
/ Nils Matthiesen
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Europäer meiden US-amerikanische Clouddienste. (Symbobild) (Bild: Andrew Harnik/Getty Images)
Europäer meiden US-amerikanische Clouddienste. (Symbobild) Bild: Andrew Harnik/Getty Images

Eine Umfrage(öffnet im neuen Fenster) des Schweizer VPN-Anbieters Proton unter 3.000 Verbrauchern in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zeigt ein wachsendes Bewusstsein für digitale Souveränität. Vier von fünf Befragten geben an, dass die Nutzung europäischer Technologie durch Unternehmen für sie eine Rolle spielt. Die digitale Infrastruktur beeinflusst zunehmend die Wahrnehmung von Marken und Unternehmenswerten. Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer (45 Prozent) meidet aktiv Betriebe, die Kundendaten bei US-amerikanischen Firmen speichern. Dabei wiegen Bedenken bezüglich Datenschutz und Sicherheit schwerer als Kriterien wie Preis oder Qualität.

Diese Entwicklung deckt sich mit Eurobarometer-Daten der Europäischen Kommission(öffnet im neuen Fenster). Demnach sind 58 Prozent der EU-Bürger bereit, zu einem Digitaldienstleister mit Sitz in der Europäischen Union zu wechseln, selbst wenn dies mit höheren Gebühren verbunden ist. Als risikoreich betrachten Verbraucher vor allem soziale Medien (48 Prozent), E-Mails (46 Prozent), Messenger-Apps (40 Prozent), Cloudspeicher (38 Prozent) und Browser (31 Prozent).

Die zunehmende Skepsis beruht auf geopolitischen Spannungen sowie anhaltenden Diskussionen über US-Überwachungsgesetze. Zölle auf europäische Exporte, Nato-Spannungen und amerikanische Kritik an EU-Regulierungen – die alle unter die Präsidentschaft von Donald Trump fielen – sind laut dem Schweizer Unternehmen dafür verantwortlich. Besonders den US Cloud Act sehen die Befragten der Umfrage mit Sorge, da er US-Behörden Zugriff auf Daten amerikanischer Tech-Konzerne erlaubt, selbst wenn diese auf europäischen Servern liegen. Zudem wird befürchtet, dass Kundendaten für das Training von KI-Modellen der US-Anbieter genutzt werden.

Hohe Marktabhängigkeit erschwert schnelle Migration

Zwei Drittel der Befragten (65 Prozent) fordern, dass kleine europäische Unternehmen lokalen Technologieanbietern den Vorzug geben, um die Abhängigkeit von ausländischen Anbietern zu verringern und Investitionen in Europa zu halten. Insgesamt machen sich 83 Prozent Sorgen wegen der gesellschaftlichen Abhängigkeit von wenigen großen US-Hyperscalern. Ein früherer Bericht von Proton verdeutlicht das Ausmaß:(öffnet im neuen Fenster) 74 Prozent der börsennotierten europäischen Unternehmen nutzen US-Technologie.

Google und Microsoft kontrollieren zusammen 84 Prozent des globalen Marktes für Büroanwendungen. Microsoft, Amazon und Google teilen sich zudem 66 Prozent des weltweiten Cloudmarktes, während europäische Anbieter zusammen nur auf einen Anteil von 15 Prozent des europäischen Cloudmarktes kommen.

Der COO von Proton, Raphael Auphan, bezeichnet die Abhängigkeit von US-Software inzwischen als kommerzielle Haftungsfrage für Unternehmen, da die digitale Lieferkette für Verbraucher an Bedeutung gewinnt. Auf dem Open Source Policy Summit 2026 wies auch die finnische EU-Abgeordnete Aura Salla auf das Problem hin(öffnet im neuen Fenster) und erklärte, dass die USA die europäische Infrastruktur innerhalb einer Stunde abschalten könnten, da die EU auf Microsoft-Systemen laufe.

Ein schneller Wechsel weg von den US-Hyperscalern gestaltet sich jedoch schwierig. Proton bietet zwar zum Beispiel Funktionen für eine unterbrechungsfreie Migration von Gmail an, ein vollständiger Wechsel der gesamten IT-Infrastruktur nimmt jedoch meist mehrere Jahre in Anspruch.


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