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Studie zu Balkonkraftwerken: Solarstrom lohnt sich immer, puffern eher nicht

Der Hersteller Anker hat die Nutzerdaten seiner Balkonkraftwerke analysiert. Das Einsparpotenzial ist hoch, die Speichernutzung lohnt nicht immer.
/ Mario Petzold
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Ein Balkonkraftwerk in Bremen, hier in kleiner Ausführung mit zwei Solarpanels (Bild: Wikpedia/Michael Paetzold)
Ein Balkonkraftwerk in Bremen, hier in kleiner Ausführung mit zwei Solarpanels Bild: Wikpedia/Michael Paetzold / CC-BY-SA 4.0

Das Elektronikunternehmen Anker, unter anderem bekannt für Powerbanks, Powerstations und kleine Solaranlagen, hat eine Untersuchung der gesammelten Nutzerdaten seiner Balkonkraftwerke veröffentlicht. Eine mit 230.000 Anlagen bemerkenswert große Stichprobe wurde aus allen verfügbaren Daten gezogen und ausgewertet. Das zugehörige Whitepaper liegt Golem vor.

Darin zeigt sich, dass die Balkonkraftwerke im Durchschnitt einen wesentlichen Teil des zu Hause benötigten Stroms erzeugen können. Fast 900 Kilowattstunden (kWh) pro Jahr liefert demnach eine Anlage, die maximal mit einem Wechselrichter mit 800 Watt Leistung ausgestattet sein darf.

Laut Anker war eine der häufigsten Konfigurationen ein System mit vier Solarpanels und einer maximalen Leistung von 2.000 Watt Modulleistung. Auf diese Weise lässt sich der kleinere Wechselrichter auch bei weniger idealen Bedingungen oder durch unterschiedlich ausgerichtete Panels über einen längeren Zeitraum pro Tag gut ausnutzen. Im Median sollen sich so über 1.200 kWh Strom einspeisen lassen.

Eigennutzungsquote ordentlich

Die Studie kann einer Befürchtung bei der Inbetriebnahme von Balkonkraftwerken widersprechen: dass die Einspeisung in Zeiten stattfindet, in denen der Strom selbst nicht genutzt werden kann. Im Durchschnitt sollen 40 Prozent oder 350 kWh selbst verbraucht werden.

Bei einer Solaranlage mit 2.000 Watt Modulleistung werden demnach sogar 500 kWh selbst verbraucht. Mit einer Veränderung des Nutzungsverhaltens ließe sich der Wert noch erhöhen. Bei aktuellen Preisen von etwa 500 Euro und Stromkosten von 30 Cent je kWh hätte sich die Investition nach etwas mehr als drei Jahren amortisiert.

Vorsicht bei der Speichernutzung

Noch positiver fallen die Berechnungen von Anker bei der zusätzlichen Nutzung eines Akkuspeichers aus. Die Angaben sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Unter anderem verrät der Hersteller nicht, wie groß die durchschnittliche Speicherkapazität sein muss, um eine Quote von 83 Prozent bei Eigennutzung zu erreichen.

Folgt man den Angaben zu Investitionskosten in Höhe von 2.000 bis 2.500 Euro, handelt es sich um zwei Batterien mit einer gemeinsamen Kapazität von 5 kWh. Ausgehend von den obigen Werten wäre eine solche Anlage nach sieben bis acht Jahren abbezahlt. Anker dagegen setzt als Strompreis 40 Cent an und kommt dementsprechend auf nur fünf Jahre.

Der Unterschied ist wichtig: Die Garantiezeit für die Solarpanels liegt bei 25 Jahren. Für die Akkumulatoren hingegen sind es zehn Jahre, zwei mehr als der Amortisationszeitraum. Die Anschaffung lohnt sich zwar in jedem Fall, aber bei weitem nicht so eindeutig wie der reine Betrieb eines Balkonkraftwerks.

Der Autor meint dazu:

Neben viel Eigenwerbung zeigt Anker zwei wichtige Punkte auf: Erstens lohnt sich ein Balkonkraftwerk im Grunde immer, selbst bei wenig idealen Voraussetzungen für die Aufstellung.

Zweitens hilft die Verwendung eines lokalen Speichers, Überproduktionen sofort zu puffern und an der richtigen Stelle einzuspeisen. Ein privater Speicher ist ähnlich effektiv wie der private Pkw, der laut Statistik(öffnet im neuen Fenster) keine 30 Kilometer pro Tag bewegt wird.

Ein Akkumulator pro Trafo im Niederspannungsnetz könnte Verbrauchsschwankungen pro Haushalt ausgleichen. Daran angeschlossen sind typischerweise zwischen 100 und 150 Haushalte.

Nachts ließen sich zusätzlich Überkapazitäten aus Windenergie puffern. Damit wäre er besser ausgenutzt und dürfte, vorsichtig geschätzt, je kWh knapp die Hälfte kosten.

Und die smarte Vernetzung jedes einzelnen Haushalts, die in Deutschland auf absehbare Zeit nicht in Sicht ist, wird dafür auch nicht benötigt - ebensowenig wie große Investitionen in die Netzinfrastruktur.


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