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Die Netzallianz eiert rum.
Die Netzallianz eiert rum. (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Studie: Warum Deutschland beim Glasfaserausbau versagt

Die Netzallianz eiert rum.
Die Netzallianz eiert rum. (Bild: Achim Sawall/Golem.de)

Keine konkreten Ziele für den Breitbandausbau nach 2018, kaum Open-Access-Netze und Doppelverlegungen statt der Erschließung aller Regionen mit Glasfaser: Für diese Probleme sind Regierung und Konzerne in Deutschland bekannt. Die Folgen zeigt eine Studie auf.

Andere Staaten sind beim Glasfaserausbau bereits viel weiter als Deutschland, weil dort kommunale Betriebe das Netz errichten und im Open Access verschiedenen Anbietern gegen Entgelt die Nutzung erlauben. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag der Bertelsmann Stiftung, die am 10. Mai 2017 vorgelegt wurde. Weil "keine kurzfristigen Profite erwirtschaftet werden müssen", entstehe Wettbewerb auf der Dienste-Ebene, während auf der Infrastrukturebene langfristig geplant werden könne.

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In Estland haben bereits 73 Prozent, in Schweden 56 Prozent, in Spanien 53 Prozent und in der Schweiz immerhin 27 Prozent der Haushalte direkt verfügbare Glasfaserverbindungen. In Deutschland hingegen gilt das für lediglich 6,6 Prozent der Haushalte. Im ländlichen Bereich beträgt die Abdeckung mit Glasfaserleitungen gerade einmal 1,4 Prozent. Bei der Versorgung mit Glasfaseranschlüssen belegt Deutschland im OECD-Vergleich Platz 28 von 32.

Estland und Schweden machen es besser

In Estland und Schweden kümmern sich kommunale Versorger um den Glasfaseranschluss der Bürger. Die Schweiz hat runde Tische eingerichtet, an denen unter staatlicher Moderation der Ausbau der Glasfasernetze koordiniert wird.

Zwar hat sich die Versorgung im mittleren Datenratenbereich in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich verbessert, es fehlen aber die "zukunftssicheren direkten Glasfaseranschlüsse".

Kein Mut bei der Netzallianz

Wichtigste Ursache für das Fehlen von FTTH/B (Fiber To The Home/Building) Deutschlands seien "unambitionierte nationale Ziele. Die Europäische Union will bis 2020 jeden zweiten Verbraucher mit 100-MBit/s-Zugängen versorgen", erklärt die Studie. Der Breitbandplan der Bundesregierung sieht lediglich vor, dass bis Ende 2018 in ganz Deutschland Internetzugänge mit mindestens 50 MBit/s geschaffen werden.

Weitere Ziele mit eindeutigen Datenraten für die Bürger stellen die Netzallianz Digitales Deutschland und Bundesminister Alexander Dobrindt ausdrücklich nicht auf. Zwar soll Deutschland bis zum Jahr 2025 ein flächendeckendes konvergentes Gigabit-Netz bekommen, gemeint ist aber kein flächendeckender Glasfaserausbau. Dobrindt bezieht das künftige 5G-Mobilfunknetz, das ab dem Jahr 2020 entsteht, in den Ausbau mit ein. Eine Zusage, dass jeder Haushalt 1 GBit/s erhält, wollten Dobrindt und Bitkom-Präsident Thorsten Dirks ausdrücklich nicht machen. Der frühere Telefónica-Chef Dirks hatte für das Unternehmen einen Pakt mit der Deutschen Telekom für eine Mitnutzung von Vectoring und VDSL geschlossen. Die Telekom hatte im November 2016 in der Netzallianz eine Festlegung auf echte Gigabit-Ziele für Deutschland verhindert.

Vectoring verhindert FTTH

Laut der Studie können 50 MBit/s auch mit VDSL/Vectoring erreicht werden, weshalb die Netzbetreiber nicht prioritär in Glasfasernetze investieren müssten. Sie könnten bestehende Kupferleitungen weiter nutzen und müssen nur die Zuführungsstrecken aufrüsten. Ob es sich bei Vectoring um eine gerechtfertigte oder unnötige Brückentechnologie handelt, sei dabei umstritten. "Im Ergebnis führt die Genehmigung der Vectoring-Strategie aber zu einem deutschen Sonderweg und verhindert einen konsequenten Glasfaser-Ausbau", sagte Kirsten Witte, Kommunalexpertin der Bertelsmann Stiftung.

Nötig seien ambitioniertere nationale Ziele und die bessere Koordination der aktuellen Ausbauaktivitäten. "Der Staat müsse alle Telekommunikationsdienstleister und Netzbetreiber an einen Tisch bringen. Ziel müsse es sein, Doppelverlegungen zu vermeiden und alle Regionen mit Glasfaser zu erschließen, auch die ländlichen Gebiete", erklären die Fraunhofer-Forscher.


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Faksimile 12. Mai 2017

Da sieht man dann die Unterschiede der verschiedenen verwendeten Technologien.

strauch 12. Mai 2017

Vielleicht hilft ja eine der Verblödungsplattformen: https://www.youtube.com/watch?v...

bombinho 11. Mai 2017

Also Singlemode-Glasfaser fuer direkte Erdverlegung ist mittlerweile guenstiger als...

bombinho 11. Mai 2017

Jupp, handhabe ich ebenso. Wenn man mal ein wenig mit der Funktechnik herumspielt...

Börek 11. Mai 2017

Oh dies kann ich toppen. Wir hatten an einem Standort 2 Anschlüsse und wollten eben einen...



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