Studie: Verwundbare Geräte in vier von zehn Heimnetzwerken
In 40,8 Prozent aller Heimnetzwerke findet sich mindestens ein verwundbares Gerät, dadurch sind laut einer Studie der Sicherheitsfirma Avast(öffnet im neuen Fenster) auch andere Geräte im digitalen Heim gefährdet. In 31,8 Prozent dieser Geräte klaffen nicht geschlossene Sicherheitslücken. Die Hauptursache für die Verwundbarkteit sind jedoch schlechte Passwörter, diese wurden in knapp 70 Prozent der Geräte gefunden. In der Studie wurden Scans von 16 Millionen unterschiedlichen Heimnetzwerken weltweit analysiert.
Die Scans wurden von Privatpersonen mit der Avast-Software WiFi Inspektor durchgeführt. Teil der Studie sind auch rund 563.000 Netzwerke aus Deutschland, etwa 54.600 aus Österreich und circa 62.400 aus der Schweiz. Insgesamt wurden 56 Millionen Geräte erfasst.
Knapp 60 Prozent der Router können über schlechte Passwörter oder nicht geschlossene Sicherheitslücken angegriffen werden. Dies sei besonders bedrohlich, da die Router die Verbindung zwischen Internet und lokalem Netzwerk herstellen und so auch die anderen Geräte im Netzwerk gefährdet seien, heißt es in der Studie. Ein verwundbarer Router sei mit einer nicht abgeschlossenen Haustür zu vergleichen. Über einen gehackten Router lässt sich der Traffic mitschneiden oder der Netzwerkverkehr umleiten.
Viele Nutzer haben noch nie ihren Router aktualisiert
Avast hat für die Untersuchung zu den analysierten Scan-Daten auch 19.000 Internetnutzer befragt. 59 Prozent gaben an, sich noch nie ein Update auf ihrem Router eingespielt zu haben oder sich noch nicht einmal in diesen eingeloggt zu haben.
2018 hatte Mikrotik eine Sicherheitslücke in ihren Router geschlossen, doch auch nach mehreren Monaten waren noch Tausende Geräte verwundbar. Der Hacker Alexey hat in einer umstrittenen Aktion 100.000 dieser Router gehackt, um die Sicherheitslücke zu schließen und eine Nachricht zu hinterlassen.
Auch Geräte in Deutschland, Österreich und Schweiz betroffen
Im deutschsprachigen Raum waren die meisten verwundbaren Geräte Drucker, NAS und Network Nodes sowie Überwachungskameras. Network Nodes definiert die Studie als essenzielle Netzwerkhardware, jedoch keine Router. Beispiele sind Repeater oder Endgeräte. Ebenfalls verbreitet sind Überwachungskameras mit Schwachstellen. Avast rät, Sicherheitsupdates zeitnah einzuspielen sowie sichere Passwörter zu verwenden.
Ende vergangenen Jahres untersuchte das American Consumer Institute WLAN-Router von 14 Herstellern auf bekannte Sicherheitslücken. Die Hersteller integrieren häufig Open-Source-Bibliotheken in ihre Firmware. Die Studie untersuchte 186 Router auf bekannte Sicherheitslücken in diesen Bibliotheken – in vier von sechs Geräten wurde sie fündig.
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