Studie: Homeoffice schadet diversen Branchen merklich

Ein Drittel der deutschen Angestellten arbeitet aktuell im Homeoffice. Laut einer Studie wirkt sich das negativ auf Handel und Gastronomie aus.

Artikel veröffentlicht am , Manuel Bauer
Die Arbeit im Homeoffice wirkt sich nicht nur auf das Leben der Angestellten aus.
Die Arbeit im Homeoffice wirkt sich nicht nur auf das Leben der Angestellten aus. (Bild: OLI SCARFF via Getty Images)

Eine Studie der Unternehmensberatung Pricewaterhouse Coopers hat laut Tagesschau die Auswirkungen des durch die Coronapandemie bedingten Homeoffice-Einsatzes auf die deutsche Wirtschaft untersucht. Demnach könnte das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 durch die drastisch gestiegene Zahl der in Heimarbeit Tätigen um knapp 15 Milliarden Euro sinken.

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Das liegt nicht etwa an mangelnder Produktivität im Homeoffice. Tatsächlich entstehen die Umsatzverluste bei jenen Unternehmen, deren Geschäft vom Alltag der Büroangestellten lebt. Dazu gehören etwa der öffentliche Nahverkehr, Gastronomiebetriebe und Einzelhändler, deren Kundschaft zu einem entscheidenden Teil aus Angestellten besteht, die täglich ihre Arbeitsstätte aufsuchen.

Mittagessen in Restaurants, Einkäufe in der Mittagspause, der morgendliche Kaffee beim Bäcker - all das und noch vieles mehr fällt weg, wenn Büroangestellte ihre Wohnung zum Arbeiten nicht mehr verlassen müssen. Dadurch entsteht den betroffenen Branchen laut Studie ein Umsatzeinbruch in Höhe von 5,7 Milliarden Euro.

Geringere Ressourcennutzung und verminderte Kaufkraft

Weil die betroffenen Betriebe aufgrund der geringeren Nachfrage ihrerseits weniger Ressourcen wie etwa Strom und Gas verbrauchen, entsteht ein weiterer wirtschaftlicher Schaden in Höhe von 4,1 Milliarden Euro. Durch die geringeren Umsätze sinkt zudem die Kaufkraft der Beschäftigten in den betroffenen Branchen, was der Studie zufolge zu einer weiteren Senkung des Bruttoinlandsprodukts um 5,1 Milliarden Euro führt.

Damit summieren sich die Auswirkungen des Homeoffice-Trends auf einen Verlust der deutschen Wirtschaftsleistung um 14,9 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang um 0,3 Prozent. Die Urheber der Studie gehen davon aus, dass sich Branchen wie die Personenbeförderung, der Tourismus und die Gastronomie bis 2022 nicht vollumfänglich erholen werden.

Die Initiatoren der Studie prognostizieren jedoch, dass die aktuelle Homeoffice-Situation künftig einer Hybrid-Lösung aus Heimarbeit und Arbeiten im Büro weichen wird. Dadurch könnten die aktuell mit Verlusten kämpfenden Branchen langfristig auf eine Besserung der Lage hoffen.

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Rund 30 Prozent der Angestellten arbeiten im Homeoffice

Laut der Untersuchung arbeiten gegenwärtig rund 30 Prozent der deutschen Angestellten im Homeoffice. Das ist eine unmittelbare Folge der Coronapandemie. Die Bundesregierung hält Arbeitgeber und Arbeitnehmer seit geraumer Zeit dazu an, die Option des Homeoffice, wo immer es möglich ist, zu nutzen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. Mit sinkenden Infektionszahlen wächst der Ruf der Industrie, die Homeoffice-Pflicht aufzuheben. Eine weitere Studie kam kürzlich zu dem Ergebnis, dass sich die Arbeit im Homeoffice auch negativ auf die Umwelt auswirkt.

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Kontaktgriller 27. Mai 2021 / Themenstart

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