Abo
  • IT-Karriere:

Studie veröffentlicht: Mehr fremdenfeindliche Angriffe nach Facebook-Hasspostings

Gibt es in deutschen Kommunen einen Zusammenhang zwischen der Nutzung von Facebook und Fremdenfeindlichkeit? Eine Studie sieht eine direkte Korrelation. Sogar Internetausfälle sollen sich auswirken.

Artikel veröffentlicht am ,
Durch Brandanschlag zerstörte Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Tröglitz
Durch Brandanschlag zerstörte Flüchtlingsunterkunft im sächsischen Tröglitz (Bild: Jens Schlüter/Getty Images)

In einer umfangreichen Studie wollen Wissenschaftler einen direkten Zusammenhang zwischen fremdenfeindlichen Angriffen und der Nutzung sozialer Medien wie Facebook in deutschen Kommunen ermittelt haben. "Unsere Ergebnisse legen nahe, dass soziale Medien nicht nur einen Nährboden für die Verbreitung von Hassbotschaften darstellen, sondern auch zu realen Handlungen anreizen", schreiben die Wissenschaftler Karsten Müller von der US-Universität Princeton und Carlo Schwarz von der britischen Universität Warwick in der 75-seitigen Untersuchung (PDF).

Stellenmarkt
  1. WEINMANN Emergency Medical Technology GmbH + Co. KG, Hamburg
  2. GRASS GmbH, Höchst (Österreich), Reinheim

Bei der Verknüpfung detaillierter lokaler Daten zur Facebook-Nutzung mit nutzergenerierten Inhalten werde sichtbar, so Müller und Schwarz, wie Online-Beiträge mit flüchtlingsfeindlichen Vorfällen in Deutschland korrelierten. Unterbrechungen beim Internet- oder Facebook-Zugang der Nutzer unterstützten die Annahme, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen den Korrelationen gebe. Für ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler aus, wie groß innerhalb einer Kommune der Anteil der Bewohner ist, die sich auf dem Facebook-Account der AfD engagieren.

Mehr als 3.000 Angriffe registriert

Nach Ansicht der Forscher hätte ein Rückgang fremdenfeindlicher Äußerungen auf Facebook auch einen Rückgang realer Attacken wie Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte zur Folge. Sollte sich die Zahl flüchtlingsfeindlicher Beiträge auf den Facebook-Seiten der AfD um 50 Prozent reduzieren, könnte es 12,6 Prozent weniger flüchtlingsfeindliche Vorfälle geben. Bei 3.335 registrierten Vorfällen zwischen Januar 2015 und Anfang 2017 entspräche dies 421 Vorfällen.

  • Korrelation zwischen flüchtlingsfeindlichen Postings bei der AFD und flüchtlinigsfeindlichen Vorfällen. (Grafik: Karsten Müller/Carlo Schwarz)
Korrelation zwischen flüchtlingsfeindlichen Postings bei der AFD und flüchtlinigsfeindlichen Vorfällen. (Grafik: Karsten Müller/Carlo Schwarz)

Die Forscher behaupten in der Studie jedoch nicht, dass die sozialen Medien alleine die Angriffe gegen Flüchtlinge hervorbrächten. Vielmehr funktionierten sie als ein Verbreitungsmechanismus für das Aufflackern hasserfüllter Gefühle. Diese hätten viele unterschiedliche Ursachen. Allerdings legten die Ergebnisse der Studie nahe, dass quasi-zufällige Änderungen beim Kontakt zu flüchtlingsfeindlichen Äußerungen in sozialen Medien auch Unterschiede bei der Zahl flüchtlingsfeindlicher Angriffe zur Folge hätten.

Zur Überprüfung ihrer These werteten die Forscher Daten und Berichte zu Internetausfällen in deutschen Kommunen aus. Dazu griffen sie unter anderem auf den iMonitor von Heise.de zurück oder nutzten Berichte von Golem.de und anderen Medien. Dabei wollen Müller und Schwarz herausgefunden haben, dass solche lokalen Ausfälle zur Folge hatten, dass es in Kommunen mit Internetausfällen keinen Anstieg an flüchtlingsfeindlichen Angriffen gegeben habe, wenn bundesweit eine Anti-Flüchtlingswelle zu mehr Angriffen geführt habe. Das treffe auch bei bundesweiten Facebook-Ausfällen zu.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 3,99€
  2. (-80%) 6,99€
  3. 44,99€
  4. 3,99€

teenriot* 24. Aug 2018

Wirr, aber mit deinem anderen Kommentar kann man erahnen worauf du hinaus willst. Ich hab...

Anonymer Nutzer 23. Aug 2018

Was es damit zu tun hat? Dort könnte dich jemand im Sinne des GG zensieren. In einem...

Niaxa 23. Aug 2018

;-)

Anonymer Nutzer 23. Aug 2018

Eben das. Ich dachte, die Errungenschaften der letzten 100 Jahre lassen die Menschen...

Akaruso 23. Aug 2018

Ich hatte zugegeben aus Zeitgründen die Studie nicht durchgelesen aber soeben mal...


Folgen Sie uns
       


Asus ROG Phone 2 ausprobiert

Das neue ROG Phone II von Asus richtet sich an Mobile Gamer - ist angesichts der Topausstattung aber auch für alle anderen Nutzer interessant.

Asus ROG Phone 2 ausprobiert Video aufrufen
Dick Pics: Penis oder kein Penis?
Dick Pics
Penis oder kein Penis?

Eine Studentin arbeitet an einer Software, die automatisch Bilder von Penissen aus Direktnachrichten filtert. Wer mithelfen will, kann ihr Testobjekte schicken.
Ein Bericht von Fabian A. Scherschel

  1. Medienbericht US-Regierung will soziale Netzwerke stärker überwachen
  2. Soziales Netzwerk Openbook heißt jetzt Okuna
  3. EU-Wahl Spitzenkandidat Manfred Weber für Klarnamenpflicht im Netz

IT-Studium: Kein Abitur? Kein Problem!
IT-Studium
Kein Abitur? Kein Problem!

Martin Fricke studiert Informatik, obwohl er kein Abitur hat. Das darf er, weil Universitäten Berufserfahrung für die Zulassung anerkennen. Davon profitieren Menschen wie Unternehmen gleichermaßen.
Von Tarek Barkouni

  1. IT Welches Informatikstudium passt zu mir?
  2. Bitkom Nur jeder siebte Bewerber für IT-Jobs ist weiblich

Elektrautos auf der IAA: Die Gezeigtwagen-Messe
Elektrautos auf der IAA
Die Gezeigtwagen-Messe

IAA 2019 Viele klassische Hersteller fehlen bei der IAA oder zeigen Autos, die man längst gesehen hat. Bei den Elektroautos bekommen alltagstaugliche Modelle wie VW ID.3, Opel Corsa E und Honda E viel Aufmerksamkeit.
Ein Bericht von Dirk Kunde

  1. Umfrage Kunden fühlen sich vor Elektroautokauf schlecht beraten
  2. Batterieprobleme Auslieferung des e.Go verzögert sich
  3. ID Charger VW bringt günstige Wallbox auf den Markt

    •  /