Outsourcing von Big Brother

Gleichzeitig bemühten sich Hunderte kleine und mittlere Technologiefirmen, mit den Großen Schritt zu halten und eigene Plattformen zum Informationsaustausch oder Programme zur Datenanalyse für die ICE, die Customs and Border Patrol sowie andere DHS-Einrichtungen zu bauen, ist dem Bericht zu entnehmen. Dev Technology etwa entwickle biometrische Überwachungssysteme für den Einsatz an der mexikanischen Grenze. Der Macher der bei über 5.100 US-Polizeibehörden eingesetzten, auf AWS gehosteten Software Coplink habe diese zudem bereits kompatibel mit Immigrationsdatenbanken angelegt.

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Das Outsourcing des Überwachungssystems ins Silicon Valley lasse sich am Deportationsregime der US-Regierung zwar gut nachzeichnen, halten die Beobachter fest. Ohne zivilgesellschaftliche Kontrolle werde der Bieterwettbewerb aber weitergehen und sich ausdehnen auf weitere Systeme, mit denen neben Einwanderern andere als "unerwünscht" angesehene Personen wie Farbige, vormalige Straftäter oder politische Aktivisten verfolgt würden. Die Ironie dabei sei, dass die beteiligten Firmen ihre Dienstleistungen und Produkte gern als frei von Vorurteilen, Rassismus oder Diskriminierung vermarkteten.

Die hinter dem Bericht stehenden Organisationen appellieren an Städte und Bundesstaaten, die Verträge mit Palantir haben, diese unverzüglich zu kündigen. Gesetzgeber sollten zudem starke Regeln zum Schutz insbesondere biometrischer Daten beschließen. Mitarbeiter in Technologiefirmen rufen die beteiligten Einrichtungen dazu auf, "weiterhin ihre Stimme zu erheben" gegen Verträge ihrer Arbeitgeber mit dem Militär, der Polizei oder Migrationsbehörden.

Apple-Chef warnt vor "datenindustriellem Komplex"

Angestellte von Amazon und Microsoft kritisierten gerade erst in öffentlichen Briefen vor allem, dass ihre Firmen an der milliardenschweren Ausschreibung für den Betrieb des Cloud-Systems Joint Enterprise Defense Infrastructure (Jedi) des US-Verteidigungsministeriums teilnähmen. Ein Amazon-Vertreter beklagte auch den Verkauf des Gesichtserkennungssystems Rekognition an Polizeibehörden.

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Die Beteiligten wollen erreichen, dass die beiden Unternehmen ethischer handeln und sich auch künftig nicht an vergleichbaren Projekten beteiligen. Bei Google waren vergleichbare Proteste ein Grund dafür, dass der Konzern seine Mitarbeit am Drohnenprojekt Maven auslaufen lässt, das vor allem wegen des geplanten Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI) umstritten ist, und auch bei Jedi nicht mitbieten will.

Mit ihrer Sichtweise liegen die Autoren des Berichts nicht allein. So hat auch Apple-Chef Tim Cook gerade vor einem entstehenden "datenindustriellen Komplex" gewarnt, durch den Bits und Bytes "mit militärischer Effizienz gegen uns als Waffen eingesetzt" würden. Die Auswüchse des Überwachungsstaates powered by Silicon Valley seien verstörend.

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 Studie: Silicon Valley dient als rechte Hand des großen Bruders
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