Studie: Pandemie hat langfristig keine Auswirkungen auf Klimawandel

Durch die Corona-Einschränkungen wurde der CO2-Ausstoß um 7 Prozent gesenkt, zeigt eine Studie. Doch langfristig habe das nahezu keinen Effekt.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Die Pandemie ist nur eine kurze Atempause für das Klima.
Die Pandemie ist nur eine kurze Atempause für das Klima. (Bild: cromaconceptovisual/Pixabay)

Die bisherigen weltweiten Einschränkungen durch die Coronapandemie werden einer Studie zufolge wohl keine langfristigen Auswirkungen auf den Klimawandel haben. Sie führten zwar zeitweise zu einer deutlichen Reduktion der Treibhausgase, schreiben Wissenschaftler vom Canadian Centre for Climate Modelling and Analysis im Fachjournal Science Advances. Mit verschiedenen Modellen errechnete das Forscherteam aber, dass die langfristigen Auswirkungen dieser Reduktion auf den Klimawandel wohl "gering", wenn nicht sogar "nicht nachweisbar" ausfallen würden.

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"Unsere Ergebnisse verdeutlichen, dass sogar größere Absenkungen von Emissionen nur einen kleinen und wahrscheinlich nicht nachweisbaren Effekt auf das Klima haben, wenn sie nur für eine kurze Zeit bestehen", heißt es in der Studie. "Die globale Erwärmung zu reduzieren und letztendlich die globalen Durchschnittstemperaturen zu stabilisieren, würde voraussetzen, dass kontinuierlich Jahr für Jahr die Netto-Emissionen auf null gesenkt werden."

Deswegen komme es nun auf die Maßnahmen der Länder zur Ankurbelung der Wirtschaft als Reaktion auf die Coronakrise an. Diese könnten entweder negative oder positive langfristige Auswirkungen auf die Emissionen haben und so den Verlauf des Klimawandels entscheidend beeinflussen.

Coronakrise senkt CO2-Emissionen um 7 Prozent

Wissenschaftler um Corinne Le Quéré von der University of East Anglia im britischen Norwich bezifferten die Abnahme der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen aufgrund der Beschränkungen wegen der Coronapandemie im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 auf 7 Prozent, wie sie in einer separaten Studie im Fachjournal Nature Climate Change schrieben. Die CO2-Emissionen seien 2020 im Vergleich zu 2019 um 2,6 Gigatonnen auf 34 Gigatonnen gesunken, das sei die bislang größte beobachtete Reduktion.

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Zudem analysierten das Forscherteam die Entwicklung der Emissionen in verschiedenen Ländern seit der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens 2015 und verglichen sie mit der Entwicklung in den fünf Jahren davor. Im Pariser Klimaabkommen verpflichten sich fast alle Staaten der Welt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad, besser 1,5 Grad zu begrenzen.

Bei den untersuchten Ländern mit hohen Durchschnittseinkommen der Bewohner seien die Emissionen demnach seit der Verabschiedung des Abkommens bis 2019 durchschnittlich um 0,8 Prozent pro Jahr gesunken, 2020 wegen der Corona-Einschränkungen noch einmal um 9 Prozent.

Ähnlich sah es bei den Ländern mit hohen bis mittleren Durchschnittseinkommen aus, die Emissionen sanken dort 2020 allerdings nur um 5 Prozent. Bei den Ländern mit niedrigen Durchschnittseinkommen stiegen die Emissionen zwischen 2015 und 2019 um 4,5 Prozent und sanken 2020 um 9 Prozent.

Um die Ziele des Pariser Klima-Abkommens zu erreichen, müssten die globalen Reduktionen bei mindestens 1 bis 2 Gigatonnen jährlich bis zum Ende des Jahrzehnts und darüber hinaus liegen, schreibt die Forschergruppe.

Auch sie betont, wie ihre Kollegen vom Canadian Centre for Climate Modelling and Analysis, dass die vorübergehende Reduktion der Emissionen durch die Beschränkungen der Coronapandemie wohl keine langfristigen Auswirkungen haben werde.

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