Studie: Nutzer bestrafen Denuvo-Spiele mit niedrigen Wertungen

Wenn bei PC-Spielen wie Assassin's Creed Origins das Kopierschutzsystem Denuvo zum Einsatz kommt, drohen niedrigere Wertungen durch die Kundschaft. Das hat jetzt ein Wissenschaftler herausgefunden und sogar die Höhe des Punktabzugs untersucht.

Artikel veröffentlicht am ,
Artwork von Assassin's Creed Origins
Artwork von Assassin's Creed Origins (Bild: Ubisoft)

Ein Forscher der Erasmus Univeristy Rotterdam School of Management hat sich mit einer bislang wenig beachteten Auswirkung von Kopierschutzverfahren wie Denuvo beschäftigt: den niedrigen Wertungen, die Nutzer aus Rache oder Verärgerung vergeben. Nach Angaben der Studie erhalten PC-Versionen mit Denuvo auf der besonders bekannten Seite Metacritic zwischen 0,5 und 0,9 Punkte weniger - die Skala reicht von 0 bis 10 (höchste Wertung).

Das liegt laut der Untersuchung vor allem an Nutzern, die offensichtlich aus Verärgerung über Denuvo nur einen oder keinen Punkt vergeben, was entsprechende Auswirkungen auf den Gesamtschnitt habe. Die niedrigere Wertung ergibt sich aus dem Vergleich mit der Konsolenversion; bei Games ohne Denuvo sei kein derart auffälliger Unterschied zwischen den Plattformen feststellbar. Der Autor der Studie schreibt, dass er nach anderen Ursachen gesucht habe, aber im Grunde alles auf Denuvo hindeute.

Stichproben bestätigen die Ergebnisse zum Teil: So bekommt die Konsolenversion von Assassin's Creed Origins 7.5 (Xbox One) und 7.2 (Playstation 4) Punkte, während die PC-Fassung im Schnitt lediglich 6.7 Punkte durch die Nutzer erhält. Bei den 0-Punkte-Bewertungen ist tatsächlich sehr oft das Wort Denuvo zu lesen. Auch Far Cry 5 wurde so offenbar bestraft. Bei anderen Titeln fällt der Effekt dagegen kaum auf: Die PC-Version von Rise of the Tomb Raider etwa wurde offensichtlich nicht bestraft, und kaum ein Nutzer beschwert sich über Denuvo.

Das von einem österreichischen Anbieter stammende Denuvo ist kein klassischer Kopierschutz, der etwa das Vervielfältigen der Disc verhindert. Stattdessen soll die Software - der Hersteller spricht von Anti-Tamper-Software - verhindern, dass etwa die Online-DRM-Maßnahmen von Steam und Origin umgangen werden.

Das System galt eine Zeitlang als nicht überwindbar, in den vergangenen Monaten war es teils nach wenigen Stunden geknackt worden, teils hielt es aber auch mehrere Wochen und Monate. Vielen Publishern, die Denuvo verwenden, geht es allerdings primär um den Schutz ihrer Werke in der besonders nachfragestarken Zeit nach der Erstveröffentlichung.

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Auspuffanlage 27. Jul 2018

Also wäre das Spiel XIII ("13") nichts für dich?

Anonymer Nutzer 25. Jul 2018

Echt witzig, als Schulprojekt ein Spiel zusammenklöppeln, aber auf DRM wird keinesfalls...

My1 20. Jul 2018

wenn diese techniken aber nicht im spiel genutzt werden sondern nur im kopierschutz isses...

Hotohori 20. Jul 2018

Was viele vergessen: wer saugt sich den primär Spiele illegal runter? Die Spieler, die...



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