Studie: Mental-Health-Programme bringen möglicherweise wenig
Mental Health wird für Arbeitgeber spätestens seit der Coronapandemie ein immer wichtigeres Thema , eine neue Studie stellt die Umsetzung allerdings infrage.
Ein britischer Forscher hat die Ergebnisse einer Umfrage unter 46.336 Beschäftigten ausgewertet, die in Firmen mit Mental-Health-Programmen arbeiten, und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass es Teilnehmern an solchen Programmen nicht besser geht als den Kollegen, die das nicht tun.
Die Studie(öffnet im neuen Fenster) , die am 10. Januar 2024 veröffentlicht wurde, verwendet dabei Daten der Umfrage Britain's Healthiest Workplace aus den Jahren 2017 und 2018.
"Es ist ein ziemlich kontroverses Ergebnis, dass diese sehr beliebten Programme nicht wirksam waren" , sagte William Fleming, der Autor der Studie, der New York Times(öffnet im neuen Fenster) . Er sagte, dass sich Arbeitgeber, die um die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeiter besorgt sind, sich besser auf "zentrale organisatorische Praktiken" wie Arbeitszeitpläne, Bezahlung und Leistungsbeurteilung konzentrieren sollten.
Die Ergebnisse würden die Popularität und Legitimität von Maßnahmen zum psychischen Wohlbefinden auf individueller Ebene wie Achtsamkeit, Resilienz- und Stressmanagement infrage stellen, so sein Fazit. Er habe "nur wenige Belege für einen Nutzen und sogar einige Hinweise auf schädliche Wirkungen" gefunden.
"Wenn Mitarbeiter Zugang zu Achtsamkeits-Apps, Schlafprogrammen und Wohlfühl-Apps haben wollen, ist daran nichts auszusetzen" , so Fleming. "Aber wenn man ernsthaft versucht, das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu fördern, dann muss es um die Arbeitsmethoden gehen."
In Deutschland ist die Zahl der gemeldeten Krankentage aufgrund von psychischen Problemen im Jahr 2022 auf einen bisherigen Höchststand gestiegen. Auch IT-Fachkräfte standen im vergangenem Jahr unter erhöhtem Stress (g+).



