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Studie: Kontrollverlust beim Gaming könnte das Problem sein

Viel Spielen allein ist nicht das Problem: Das ist das Ergebnis einer neuen Studie. Entscheidend ist vielmehr, ob das Gaming kontrolliert bleibt.
/ Peter Steinlechner
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Computerspieler auf der Gamescom 2024 (Bild: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images)
Computerspieler auf der Gamescom 2024 Bild: INA FASSBENDER/AFP via Getty Images

Warum Studien zu Computerspielen seit Jahren oft zu widersprüchlichen Ergebnissen kommen, könnte nun zumindest teilweise geklärt sein. Forscher der Karl Landsteiner Privatuniversität Krems kommen zu dem Schluss, dass viele frühere Untersuchungen intensive Spielzeit und problematisches Spielverhalten nicht ausreichend voneinander getrennt haben.

Eine neue bei Science Direct veröffentlichte Studie(öffnet im neuen Fenster) mit 3.854 Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren zeigt jedenfalls: Nicht die Dauer des Spielens ist entscheidend, sondern ob das Gaming kontrolliert erfolgt oder bereits Merkmale einer Internet-Gaming-Störung aufweist. Damit ist ein problematisches Spielverhalten etwa mit sehr starkem Spielverlangen gemeint.

Die Wissenschaftler trennten deshalb statistisch erstmals die tägliche Spielzeit von Anzeichen eines problematischen Spielverhaltens. Dazu zählen unter anderem Kontrollverlust, das Weiterspielen trotz negativer Folgen oder das Verschweigen des eigenen Spielverhaltens gegenüber anderen.

Jugendliche mit solchen Symptomen erzielten durchgängig schlechtere Ergebnisse in den kognitiven Tests. Betroffen waren unter anderem logisches Denken, sprachliche und mathematische Fähigkeiten, visuell-räumliches Denken sowie das Langzeitgedächtnis. Zudem machten sie häufiger Fehler bei Aufgaben, die schnelle Entscheidungen unter Zeitdruck erforderten.

Ein anderes Bild zeigte sich bei der reinen Spielzeit. Nachdem der Einfluss problematischen Spielverhaltens herausgerechnet worden war, fanden die Forscher geringe, aber statistisch signifikante positive Zusammenhänge zwischen der Spieldauer und einzelnen kognitiven Fähigkeiten.

Das bedeutet den Forschern zufolge allerdings ausdrücklich nicht, dass Games die geistige Leistungsfähigkeit verbessern. Die Ergebnisse sprächen lediglich dagegen, viele Spielstunden grundsätzlich als Hinweis auf ein kognitives Risiko zu werten.

Auch die Art der gespielten Titel spielte eine Rolle. Strategie- und Rollenspiele standen häufiger mit besseren logischen und sprachlichen Fähigkeiten in Zusammenhang. Shooter wiesen dagegen den stärksten Zusammenhang mit den Merkmalen einer Internet-Gaming-Störung auf.

Für die Untersuchung nutzten die Forscher psychometrisch validierte Tests und berücksichtigten zusätzlich Faktoren wie Alter, Geschlecht, Schultyp sowie bevorzugte Spiele und Genres.

Nach ihrer Einschätzung sollten künftige Studien deshalb weniger auf die reine Bildschirm- oder Spielzeit schauen, sondern deutlich stärker zwischen intensiver Nutzung und einem tatsächlichen Kontrollverlust unterscheiden.


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