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Studie: Junge Sonne könnte eine Supererde verschlungen haben

Es gibt Hinweise darauf, dass es im Sonnensystem einmal eine Supererde gab. Der Planet stürzte wahrscheinlich in die Sonne.
/ Patrick Klapetz
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Künstlerische Darstellung eines Sterns, der einen Planeten verschlingt (Bild: NASA, ESA, CSA, Ralf Crawford (STScI))
Künstlerische Darstellung eines Sterns, der einen Planeten verschlingt Bild: NASA, ESA, CSA, Ralf Crawford (STScI)

Die Sonne könnte in ihrer Frühgeschichte einen Planeten, eine sogenannte Supererde, verschlungen haben. Hinweise darauf gibt es laut dem Studienautor Mutlu Yildiz(öffnet im neuen Fenster) von der türkischen Ege-Universität heute noch, und zwar im Inneren der Sonne.

Supererden kommen in anderen Planetensystemen häufig vor, jedoch nicht in unserem Sonnensystem. Falls die Sonne einen solchen Planeten verschlungen hat, könnte dies das Fehlen eines entsprechenden Himmelskörpers erklären.

Junge Sterne wie die Sonne sind in ihrer Entstehungsphase von riesigen, abgeflachten Gas- und Staubwolken umgeben, den sogenannten protoplanetaren Scheiben. Zwischen dieser Scheibe und dem Stern können erhebliche Mengen an Material hin- und herwandern. Planeten bestehen jedoch aus Material, das sich chemisch vom Gas in der Scheibe unterscheidet.

Dynamik des jungen Sonnensystems

"Durch die Modellierung der Sonnenentwicklung und den Vergleich der Ergebnisse mit präzisen Beobachtungen ihres Inneren stellen wir fest, dass das Verschlingen einer Supererde dazu beitragen könnte, langjährige Diskrepanzen zwischen Standardmodellen der Sonne und Beobachtungen zu erklären", erklärte Yildiz in einer Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) der Universität und nannte subtile Abweichungen in der inneren Struktur der Sonne und ihren verringerten Lithiumgehalt als Beispiele.

Mithilfe modernster Software zur Sternentwicklung untersuchte der Forscher, wie ein Planet in die Sonne gestürzt sein könnte und wie sich dadurch die Struktur des Zentralgestirns verändert hätte. Am besten lassen sich die Eigenschaften der Sonne demnach damit erklären, dass sie einen Planeten mit der fünf- bis zehnfachen Masse der Erde verschlungen hat.

Damit reiht sich das Ergebnis in frühere Studien ein, die darauf hindeuten, dass sich in der heutigen Umlaufbahn des Merkur einst eine oder mehrere Supererden befanden. Die Planeten wären dann durch protoplanetare Scheibe gewandert, bevor sie mit dem Stern kollidierten.

Die Studie schließt jedoch andere Erklärungen für die Diskrepanzen bei den Messungen des Sonneninneren und ihres Lithiumgehalts nicht aus. "Frühere Arbeiten legten nahe, dass sich eine Supererde gebildet und in die junge Sonne hineinbewegt haben könnte. In unserer Arbeit stellen wir die Frage, ob die Sonne selbst noch beobachtbare Hinweise darauf tragen könnte, dass eine solche Verschlingung tatsächlich stattgefunden hat", erklärte Yildiz mit. "Der nächste Schritt besteht darin, zu prüfen, ob diese Spuren unabhängig voneinander nachgewiesen werden können."

Zur Studie

Das Forschungsergebnis wurde am 10. September 2026 in der Fachzeitschrift Monthly Notices of the Royal Astronomical Society veröffentlicht: Planetary engulfment as a solution to solar-model discrepancies and its implications for planetary systems(öffnet im neuen Fenster).


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