Bis 2025 zwischen 180.000 und 220.000 Stellen gefährdet

Je nachdem, wie schnell die Elektromobilität sich durchsetzt, sind bis 2025 zwischen 180.000 und 220.000 Stellen gefährdet. Auf das Jahr 2030 hochgerechnet sind es zwischen 215.000 und 290.000. Die altersbedingten Austritte im Automobilbau liegen bis 2025 bei rund 75.000 Beschäftigten, bis 2030 werden etwa 147.000 in Rente gehen. Somit sind es bis 2025 mindestens 100.000 Beschäftigte, für die neue Aufgaben gefunden werden müssen, ansonsten droht Arbeitslosigkeit.

Bis zum Jahr 2030 muss für mindestens weitere 70.000 Beschäftigte eine Lösung gefunden werden. "Da die Lücke jetzt schon bekannt ist, haben Unternehmen die Möglichkeit, rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen, zum Beispiel Umschulungen und Weiterbildung", sagt Oliver Falck, einer der Studienautoren und Leiter des ifo-Zentrums für Industrieökonomie und neue Technologien. Das soll Arbeitslosigkeit vorbeugen.

Die Zahlen prognostizieren massive Auswirkungen auf die Beschäftigung in der Automobilindustrie durch den Wandel der Antriebstechnik. Dass wir uns schon mitten in diesem Transformationsprozess befinden, belegen weitere Studienerkenntnisse. So stieg zwischen den Jahren 2015 und 2019 die Anzahl der Informatik-Beschäftigten in der Automobilindustrie um ein Drittel auf knapp 140.000. Der Grund: In Autos wird immer mehr Software verbaut, etwa für Assistenzsysteme. Dieser Trend und die Elektromobilität schaffen auch neue Arbeitsplätze. Wie viele das sein können, haben die Forscher nicht untersucht.

Standort verliert an Bedeutung

Als hätte die deutsche Autobranche nicht schon genug Probleme mit dem Antriebswandel, verliert der Standort an Bedeutung in der Automobilproduktion in Europa. Wie die Unternehmensberatung AlixPartners Anfang Mai verkündete, ist der Anteil am Pkw-Produktionsvolumen in der Europäischen Union von 2015 bis 2020 um 6 Prozentpunkte auf 22 Prozent gesunken.

Zu den Gewinnern zählen Russland und die Türkei mit jeweils acht Prozent. Der Grund dafür sind Produktionsverlagerungen der Autozulieferer in den Osten und Südosten Europas aufgrund des niedrigeren Lohnniveaus. Das ist dort im Durchschnitt nur halb so hoch wie in Deutschland.

"Autobauer haben Coronatief überwunden"

Es gibt aber auch eine gute Nachricht für die Autoindustrie und die kommt wieder vom ifo-Institut: Im April 2021 sind die Geschäfte der deutschen Autohersteller und ihrer Zulieferer besser gelaufen als im Vormonat. "Die Autobauer haben ihr Coronatief überwunden", sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen.

Der Indikator zur Beurteilung der Geschäftslage für die Branche hatte den höchsten Wert seit April 2019. Der Auftragsbestand ist kräftig gestiegen und die Produktion sollte weiter hochgefahren werden. Das kann derzeit von den deutschen Autobauern beispielsweise BMW, andere leiden unter dem Halbleitermangel und müssen deshalb ihre Fertigung drosseln.

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 Elektroautos: Hunderttausende Jobs in der Automobilindustrie gefährdet
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Thorgil 10. Mai 2021

Nicht viel teurer als was? Und die wurde vorher auch bezahlt. So eine Anlage braucht ja...

mike64 08. Mai 2021

Und das schöne ist jeder kann dran teilhaben: BMW WKN: 519000 Daimler WKN: 710000

format 07. Mai 2021

Du hast völlig recht! Das gleiche Problem hat schon bei den Kutschen bestanden und jetzt...

Eheran 07. Mai 2021

Da würde ich widersprechen. Nicht nur, weil Auto und Chemie/Pharma quasi gleich gro...



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