Studie: Gewalthaltige Spiele machen angeblich langfristig aggressiv

Viele Untersuchungen über die Wirkung gewalthaltiger Spiele liefern aus einem Grund problematische Ergebnisse: Sie erforschen, ob sich Spieler direkt nach einer Runde Action aggressiver verhalten. Das ist zwar oft tatsächlich der Fall – aber spätestens nach ein paar Stunden ist der Effekt dann nicht mehr nachweisbar. Bei einer neuen Studie(öffnet im neuen Fenster) , durchgeführt von Entwicklungspsychologen an der kanadischen Brock University(öffnet im neuen Fenster) , war die Ausgangslage deshalb anders.
Sie haben rund 1.500 Schüler über vier Jahre untersucht. Die Probanden – 51 Prozent davon weiblich – wurden erstmals mit 14 bis 15 Jahren nach ihren Spielgewohnheiten befragt. Außerdem wurde eine Art Aggressionslevel für die einzelnen Teilnehmer erstellt, und zwar auf Basis der Angaben darüber, wie oft sie andere Menschen, die sie ärgern, beispielsweise stoßen oder treten.
Nach Angaben der Forscher stieg das Aggressionslevel der Befragten, die regelmäßig Games mit gewalthaltigen Inhalten spielen, deutlich stärker als bei denjenigen, die nicht spielen – oder die nur zu Games ohne Gewalt greifen. Andere Faktoren wie Drogenkonsum oder familiäre Probleme wurden in der Untersuchung berücksichtigt, sollen aber keinen weiteren Einfluss auf die Wirkung der Spiele gehabt haben.
Die Wissenschaftler weisen darauf hin, dass durch die Anordnung der Studie belegt sei, dass nicht etwa Spieler mit einer höheren Affinität zu aggressivem Verhalten eher zu Games gegriffen hätten. Stattdessen sei es so, dass erst nach dem Konsum etwa von Ego-Shootern die Aggressivität im weiteren Verlauf der Sozialisation gestiegen sei. Je mehr gewalthaltige Inhalte konsumiert worden seien, desto höher sei das Aggressionslevel ausgefallen.



