Studie: Gehirnschäden durch Langzeitaufenthalt im Weltraum

Weltraumreisen können einen Hirnschaden verursachen. Zumindest wenn es sich um Langzeitaufenthalte auf der ISS handelt.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Ein Kosmonaut bei einem Weltraumspaziergang auf einer Langzeitmission.
Ein Kosmonaut bei einem Weltraumspaziergang auf einer Langzeitmission. (Bild: NASA)

Forschende haben im Rahmen einer jüngst im Fachmagazin Jama Neurology veröffentlichten Studie gezeigt, dass Langzeitaufenthalte im Weltall eine potenziell schädliche Auswirkung auf das Gehirn haben. Innerhalb der letzten zehn Jahre habe man bereits Veränderungen des Augapfels bei Raumfahrenden beobachten können.

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Zum ersten Mal wurde mit hochmodernem Bluttest die Gehirnstruktur von Kosmonauten vor und nach ihrem Weltraumaufenthalt untersucht. Im Schnitt haben sich die fünf Kosmonauten 169 Tage lang auf der Internationalen Raumstation ISS befunden. Heraus kam, dass alle relevanten Gewebearten im Gehirn beschädigt wurden. Der Autor der Studie und LMU-Mediziner Peter zu Eulenburg erklärt: "Insgesamt deuten unsere Ergebnisse auf eine leichtgradige, aber anhaltende Hirnverletzung und einen beschleunigten Alterungsprozess des Gehirns bei Rückkehr zur Erde hin."

Gefährliche Veränderungen im Gehirn durch andauernde Schwerelosigkeit

Die Forschenden konnten in ihrer Studie nachweisen, dass es einen deutlichen Anstieg von mehreren maßgeblichen Proteinen gab, die für Alterungsprozesse und Verletzungen des Gehirns verantwortlich waren - und das direkt nach ihrer Rückkehr aus dem All.

Woran das genau liegt, sei noch nicht geklärt. Möglicherweise könnte ein gestörter Abfluss des venösen Bluts aus dem Kopf sein der Grund sein. Dieser würde durch die Schwerelosigkeit verursacht und würde bei längeren Aufenthalten im All zum Druckanstieg im Nervenwasser führen. Laut den Forschenden wurden bisher noch keine Untersuchungen zu der "Bewertung der neurobiologischen Integrität der Hirngewebe nach längerer Exposition in der Mikrogravitation" durchgeführt, heißt es in der Studie.

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Bevor es gen Mars oder Mond geht, sollten weitere Untersuchungen gemacht werden. Laut den Forschenden können dadurch vorbeugende Maßnahmen entwickelt werden, damit einem Druckanstieg im Kopf entgegengewirkt werden kann.

Zur Studie

Die Studie "Changes in Blood Biomarkers of Brain Injury and Degeneration Following Long-Duration Spaceflight" (engl. "Veränderungen von Blut-Biomarkern für Hirnverletzungen und -degeneration nach einem Langzeit-Raumflug") erschien am 11. Oktober 2021. Durchgeführt wurde die Studie von Forschenden der Ludwig-Maximilians-Universität in München in Kooperation mit Wissenschaftlern der schwedischen Universität Göteborg und den russischen Kollegen.

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Hotohori 19. Okt 2021

Für mich ist das eher Wasser auf die Mühlen der Weltraum "Verweigerer", die Leute, die...

Hotohori 19. Okt 2021

Generell sollte künstliche Schwerkraft das Problem lösen können. Eine rotierende...

Hotohori 19. Okt 2021

Ich bezweifle, dass diese Erfahrung enttäuschend ist. Die Erde von so hoch oben selbst...

Pantsu 19. Okt 2021

Also ich merk's schon.

blbm9 18. Okt 2021

... da kommt der Gedanke auf, dass bei raumfahrenden Zivilisationen sich evolutionär...



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