• IT-Karriere:
  • Services:

Strommix wird sich verändern

Ebenfalls stellen die Forscher bisherige Annahmen infrage, wonach der Strommix beim Laden nicht im Lauf der kommenden Jahre klimafreundlicher werden soll. "Genauso wie sich der Strommix in den letzten 20 Jahren dramatisch verändert hat, wird er sich in den nächsten 20 Jahren erneut verändern", schreiben Hoekstra und Steinbuch. Insgesamt sollten Elektrofahrzeuge, die 2020 in Europa verkauft werden, mit 250 Gramm CO2-Equivalent pro kWh Elektrizität über ihre gesamte Lebensdauer berechnet werden.

Stellenmarkt
  1. AOK Systems GmbH, Frankfurt am Main, Bonn
  2. DAW SE, Ober-Ramstadt bei Darmstadt

Zu positiv wird nach Ansicht der Studie hingegen der Verbrauch bei Verbrenner-Fahrzeugen berechnet. "Das Testprotokoll wird in politischen Verhandlungen mit den Herstellern definiert, die dann die Institutionen auswählen und sponsern, die die Tests für sie durchführen", moniert die Studie. Daher würden für ihre eigenen Vergleiche Straßenmessungen wie von Spritmonitor.de und Testmessungen wie diejenige der US-Behörde EPA verwendet.

Voremissionen nicht ausreichend berücksichtig

Eine weitere Kritik betrifft die Berechnung der Voremissionen bei der Treibstoffproduktion. Neue Forschungen über das Abfackeln und andere Quellen von Treibhausgasemissionen hätten gezeigt, dass die Emissionen im Zusammenhang mit der Herstellung von Benzin und Diesel größer sind als bisher angenommen. "Um die Produktion von Treibstoff zu berücksichtigen, sollten bei Verbrenner-Autos, die mit Benzin fahren, die angenommen CO2-Emissionen um 30 Prozent erhöht werden. Autos, die mit Diesel fahren, sollten 24 Prozent zu ihren Auspuffemissionen hinzufügen."

Zu guter Letzt bemängeln die Autoren einen "fehlenden Blick in die Zukunft". Denn bei der Bewertung von Elektroautos müsse stärker berücksichtigt werden, dass die gesamte Lieferkette künftig kohlenstoffarm werden solle. "Das bedeutet, dass der 'Klimarucksack' sowohl bei konventionellen als auch bei Elektrofahrzeugen sehr klein wird. Was bleibt, ist der CO2-Ausstoß während der Fahrt". Abschließend stellt die Studie fest, "dass ein Energiesystem mit genügend erneuerbarem Strom zu Elektrofahrzeugen führt, die mindestens zehnmal weniger CO2 ausstoßen als Autos, die mit Benzin, Diesel oder Erdgas fahren".

Elektroautos schon jetzt klimafreundlicher

Auf Basis dieser Annahmen berechnen die Autoren anhand dreier Beispiele, dass Elektroautos verschiedener Größen bereits nach rund 30.000 km klimafreundlicher als vergleichbare Verbrennermodelle sind. So ist das im Vergleich zwischen einem E-Golf und einem Toyota Prius 1.8l nach 28.000 km der Fall. Ein Tesla Model 3 braucht verglichen mit einem Mercedes C 220d demnach 30.000 km, um den höheren Energieaufwand bei der Produktion auszugleichen. Noch schneller geht es beim Vergleich zwischen einem Porsche Taycan S und einem Bugatti Veyron: Schon nach 11.000 km ist der Porsche klimafreundlicher.

Nach Ansicht der Forscher sind Elektroautos daher in der Lage, das CO2-Problem im Autoverkehr zu lösen. "Kohlendioxidemissionen sind eine grundlegende Eigenschaft von Verbrennungsmotoren, die niemals verschwinden wird. So wie Pferde Mist produzieren, produzieren Verbrennungsmotoren CO2", schreiben die Autoren. Dies bedeute jedoch nicht, dass Elektroautos Fahrräder und öffentliche Verkehrsmittel ersetzen sollten. "Autos haben andere Nachteile, wie ihre Unvereinbarkeit mit dichten und sicheren Städten, ihren Ressourcenbedarf und die Auswirkungen auf die Ökologie, die mit der Ressourcennutzung verbunden sind. Aber Elektroautos könnten sicherlich konventionelle Autos ersetzen und dabei die Treibhausgasemissionen von Autos weitgehend eliminieren", heißt es abschließend.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer begrüßte die Ergebnisse der Studie. "Natürlich ist Rad- und Zugfahren klimafreundlicher, aber wenn es nicht ohne Auto geht, ist das Elektroauto fürs Klima viel besser als Benziner oder Diesel", sagte Krischer und fügte hinzu: "Und der Fahrspaß ist definitiv ein anderer als im rappeligen Diesel. Die Reichweitenfrage hat ein amerikanisches Unternehmen längst für den Alltag gelöst, während die deutsche Automobilindustrie noch diskutiert."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Studie: Elektroautos schon deutlich klimafreundlicher als Verbrenner
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. Ryzen 7 5800X für 469€)
  2. 499,99€

berritorre 01. Sep 2020

Das finde ich jetzt nicht unbedingt ein gutes Beispiel. Denn zu dieser Zeit "brauchten...

cruse 01. Sep 2020

Strom nimmt immer den kürzesten Weg. Dein Einkauf oder Anbieter ist irrelevant. Wenn in...

ThomasSV 01. Sep 2020

Definitiv! War besonders zu Lockdownzeiten zu beobachten: normalerweise wird die Sonne...

bombinho 01. Sep 2020

Ich bin mir nicht sicher, ob bei den Berechnungen der Raffinierung die Prozessenergie...

mke2fs 01. Sep 2020

Gibt es sowas als Verbrenner? Also ich meine in neu und nicht als Fahrzeug aus den 90ern...


Folgen Sie uns
       


Outriders angespielt

Im Video stellt Golem.de das von People Can Fly entwickelte Actionspiel Outriders vor.

Outriders angespielt Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /