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Studie: Aliens könnten ihre Heimatsterne als Raumschiff nutzen

Statt Raumschiffe zu bauen, könnten Aliens ihr ganzes Sternensystem zum Reisen durchs Weltall nutzen. Vor allem Doppelsternsysteme könnten sich dafür eignen.
/ Patrick Klapetz
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Simulation eines hypothetischen Doppelsternpaars (Bild: Adam Makarenko, W.M. Keck Observatory)
Simulation eines hypothetischen Doppelsternpaars Bild: Adam Makarenko, W.M. Keck Observatory

Der Philosoph Clément Vidal (Freie Universität Brüssel, Belgien) hat in einer Studie untersucht(öffnet im neuen Fenster) , wie eine fortgeschrittene außerirdische Zivilisation ihren Heimatstern nutzen könnte, um mit ihm durch die Galaxie zu reisen. Anstatt es mit einem Raumschiff zu verlassen, könnte eine außerirdische Spezies ihr Sonnensystem einfach mitnehmen.

Um sich auf eine solche Reise zu begeben, müsse der Stern "in einen stellaren Motor verwandelt und seine Bewegung in der Galaxie kontrolliert" werden, heißt es in der Studie. Der Autor betrachtete dafür speziell Doppelsterne und stellt das Modell eines auf einem solchen System beruhenden Motors vor.

Mit dem eigenen Stern durch die Galaxis

Es gibt viele Gründe, warum eine fortgeschrittene Zivilisation durchs Weltall reisen könnte. Es könnte Entdeckungslust sein, aber auch die Suche nach neuen natürlichen Ressourcen oder die Flucht vor einer Supernova könnten ein Beweggrund sein.

Dafür würden die Außerirdischen die Beschleunigung ihres Sterns nutzen, um sich durchs Weltall zu bewegen. Dies würde funktionieren, indem sie ihren Stern entweder in eine Richtung strahlen oder verdampfen ließen. Dies könnte das System gemeinsam mit allen Planeten zu neuen Orten katapultieren.

Solche sich rasend schnell bewegenden Systeme wurden bereits entdeckt, etwa der Hypergeschwindigkeitsstern CWISE J124909+362116.0 (kurz J1249+36(öffnet im neuen Fenster) ), der mit 2,1 Millionen Kilometern pro Stunde durch die Milchstraße rast. Das ist fast die dreifache Geschwindigkeit der Sonne auf ihrer Umlaufbahn um das Zentrum der Milchstraße. J1249+36 bewegt sich so schnell, dass er die Galaxie irgendwann verlassen wird.

Das Modell eines Doppelsternmotors

Jedoch lässt sich nur schwer feststellen, ob die Bewegung eines solchen Systems auf eine hochentwickelte Technologie zurückzuführen ist. Deswegen konzentrierte sich Vidal in seiner Arbeit auf Doppelsternsysteme: "Etwa die Hälfte der Sterne in unserer Galaxie befindet sich in Doppelsternsystemen, in denen sich auch Leben entwickeln könnte."

Das Modell besteht aus einem Neutronenstern, der einen massearmen Stern eng umkreist. Diese Konstellation bietet die größte Flexibilität in Bezug auf Lenkbarkeit und Schub. Die außerirdische Zivilisation müsste einen Weg finden, Material aus dem Stern herauszuschleudern. Dies könnte durch asymmetrische Magnetfelder oder durch ein Gerät geschehen, das eine ungleichmäßige Erwärmung der Sternoberfläche verursacht.

Das Ziel wäre es, den Stern dazu zu bringen, mehr Material in eine Richtung zu schleudern als in andere. Dies würde Schub erzeugen und das System in die entgegengesetzte Richtung bewegen, erklärt Vidal.

Der beste Ort für eine derartige Technologie wäre auf oder in der Nähe des Neutronensterns. Dort könnte die starke Schwerkraft eine Energiequelle bieten. Das Doppelsternsystem ließe sich steuern, indem man die Maschine vorsichtig hin und her dreht.

Die Pulsare PSR J0610-2100 (auch Schwarze Witwe genannt) und PSR J2043+1711 (auch Rotrücken-Pulsar genannt) weisen solche erheblichen Beschleunigungen auf. Vidal geht zwar nicht davon aus, dass Alien-Technologien der Grund dafür sind, schlägt aber dennoch vor, die Systeme besser zu erforschen.

Zur Studie

Die Studie wurde am 6. November 2024 auf dem Pre-Print-Server Arxiv veröffentlicht. Das Peer-Review-Verfahren steht noch aus: The Spider Stellar Engine: a Fully Steerable Extraterrestrial Design?(öffnet im neuen Fenster) (Der Spinnen-Sternenantrieb: ein vollständig steuerbares außerirdisches Design?).


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