Studie: 35 Prozent neuer Webseiten zeigen Spuren von künstlicher Intelligenz
Das Pew Research Center hat den Anteil KI-generierter Inhalte im Internet analysiert. Für die Studie namens How Much of the Internet Is Written With AI?(öffnet im neuen Fenster) werteten die Forscher mithilfe eines Machine-Learning-Modells eine Stichprobe von rund 10.000 Webseiten aus dem archivierten Datenbestand des Common-Crawl-Projekts aus. Dabei kamen die Analysten zu dem Schluss, dass 10 Prozent aller untersuchten Seiten Anzeichen von KI-Autorschaft aufweisen.
Die Analyse umfasste 49 monatliche Crawls zwischen Januar 2021 und Juli 2026 mit insgesamt 490.000 englischsprachigen Webseiten. Der Anteil von KI-Texten lag dabei vor sowie kurz nach dem Start von ChatGPT noch auf einem sehr übersichtlichen Niveau. Bei den Seiten, die nach dem Start von ChatGPT veröffentlicht wurden, liegt der Anteil vermuteter KI-Erstellung dagegen bei 35 Prozent. Viele Inhalte wurden laut dem Bericht entweder direkt von KI-Systemen verfasst oder von diesen grundlegend überarbeitet.
Kommerzielle Angebote führen das Ranking an
Die Auswertung zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen den Top-Level-Domains: 2026 entdeckte KI-Texte finden sich vor allem auf kommerziellen Webseiten mit der Endung .com. Rund 10 Prozent der analysierten Seiten dieses Typs weisen Merkmale KI-generierter Inhalte auf.
Öffentliche und Bildungseinrichtungen weisen dagegen deutlich niedrigere Werte auf: US-Bildungseinrichtungen mit der Endung .edu erreichen einen Anteil von etwa 1,03 Prozent, Behördenwebseiten unter .gov kommen auf 0,76 Prozent.
Sprachliche Auffälligkeiten und typische Begriffe
Das Pew Research Center machte bei der Analyse von 490.000 englischsprachigen Webseiten ferner typische KI‑Merkmale aus. Satzzeichen wie Gedankenstriche tauchen auf Seiten seit 2023 beispielsweise doppelt so häufig auf wie zuvor. Auch der Einsatz des Oxford-Kommas (auch serielles Komma genannt; in der deutschen Sprache unüblich) stieg im selben Zeitraum um 63 Prozent. Das Forschungsteam weist allerdings darauf hin, dass diese Zeichen allein keine eindeutigen Beweise darstellen, da auch menschliche Autoren diese Stilmittel nutzen.
Deutlichere Hinweise lieferten typische Begriffe aus dem Vokabular von Sprachmodellen: Wörter wie "delve", "interplay" oder "testament" traten doppelt so häufig auf. Auch syntaktische Muster wie der negative Parallelismus ("it's not just X, it's Y") wurden sogar fast dreimal so oft verwendet.
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