Studenteninitiative: Snowden kandidiert als Rektor der Uni Glasgow

US-Whistleblower Edward Snowden hat die Sympathie von Studenten in Schottland und Deutschland. Während er in Glasgow Rektor werden könnte, diskutiert die Uni Rostock über die Verleihung des Ehrendoktorhuts.

Artikel veröffentlicht am ,
Hauptgebäude der Universität Glasgow
Hauptgebäude der Universität Glasgow (Bild: Diliff/Lizenz: Creative Commons Attribution 3.0 Unported)

Für Edward Snowden dürfte der Posten eher symbolischer Natur sein: Britischen Medienberichten zufolge kandidiert der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter für das Amt des Rektors der Universität Glasgow. "Edward Snowdens Kandidatur ist eine einzigartige Gelegenheit, um dem mutigen Whistleblower unsere Dankbarkeit auszudrücken", teilte die Unterstützerkampagne der Berichterstattung zufolge mit. Eine Sprecherin der Universität Glasgow hat demnach die Kandidatur bestätigt. Eine Gruppe von Studenten soll über einen Vermittler Kontakt mit Snowden aufgenommen haben.

Stellenmarkt
  1. IT-Anforderungsmanager (m/w/d) Prozessdigitalisierung
    Max Bögl Bauservice GmbH & Co. KG, Sengenthal bei Neumarkt in der Oberpfalz
  2. Fachinformatiker Anwendungsentwicklung (m/w/d)
    Runtime Packaging GmbH, Fritzlar
Detailsuche

Der Rektor vertritt nach Angaben der Universität die Interessen der Studenten und ist auch Vorsitzender des Finanzausschusses. Snowden würde die Aufgaben vermutlich nicht persönlich wahrnehmen können, was in der Geschichte der Universität jedoch schon häufiger der Fall war. So wurde der Anti-Apartheid-Aktivistin Winnie Mandela nicht erlaubt, Südafrika im Jahr 1987 für die Wahl und Ernennung zur Rektorin zu verlassen. Auch der israelische Nuklearexperte Mordechai Vanunu, der das Atomprogramm seines Landes aufgedeckt hatte, konnte nach seiner Wahl im Jahr 2004 nie nach Schottland reisen. Er soll aber seine Verhaftung riskiert haben, um im Austausch mit den Studenten bleiben zu können. Derzeit vertritt der liberaldemokratische Politiker Charles Kennedy die Interessen der Studenten.

Empörung über Tötungspläne

Nach Ansicht der Unterstützer wäre ein Votum für Snowden ein Ausdruck von "Empörung und Entsetzen über die offene Debatte in US-Geheimdienstkreisen, jemanden zu töten, der aus Pflichterfüllung und frei von geldsüchtigen Motiven mit dem einzigen Ziel handelte, seine Mitbürger über Vergehen des Staates zu informieren". Das US-Portal buzzfeed.com hatte jüngst mehrere Geheimdienstmitarbeiter zitiert, die Snowden am liebsten umbrächten. Snowden hält sich seit Anfang August an einem unbekannten Ort in Russland auf. Dort erhielt er einjähriges Asyl, nachdem er auf seiner Flucht aus den USA auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo hängengeblieben war.

Eine akademische Ehrung anderer Art könnte Snowden demnächst in Deutschland zuteil werden. Am Montagabend wollte die Universität Rostock auf einer Podiumsdiskussion klären lassen, ob der 30-Jährige die Ehrendoktorwürde verdient hat. Mehr als 600 Besucher der Diskussion, an der unter anderem der Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele und der ehemalige Verfassungsrichter Wolfgang Hoffmann-Riem teilnahmen, zeigten einem Bericht des Nordkuriers zufolge eindeutig ihre Sympathien für Snowden. Der Rat der Philosophischen Fakultät könnte das Promotionsverfahren am 9. April auf den Weg bringen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Crapple 22. Jan 2014

Regierung != Bürger

Lemo 22. Jan 2014

Sehr gut :) Muss er im kalten Russland nicht mehr frieren. Guter Einfall der...

Seasdfgas 21. Jan 2014

schlimm wenn ein akademiker nicht weiß was einen ehrendoktor ausmacht. allerdings steht...

Everesto 21. Jan 2014

Denn solange Schottland noch nicht unabhängig sondern Teil des 51. amerikanischen...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Kursabsturz
Teamviewer-Chef spricht über schwere hausgemachte Fehler

Die vielen neuen Mitarbeiter seien nicht richtig eingearbeitet worden. Und die Ziele von Teamviewer seien zu hochgesteckt gewesen, sagt Oliver Steil.

Kursabsturz: Teamviewer-Chef spricht über schwere hausgemachte Fehler
Artikel
  1. Seti: Doch kein Signal von Proxima Centauri
    Seti
    Doch kein Signal von Proxima Centauri

    2019 wurde ein vermeintlich außerirdisches Signal entdeckt, das vom Stern Proxima Centauri zu kommen schien. Doch es stammte von der Erde.

  2. Amazon-Go-Konkurrenz: Rewe eröffnet ersten kassenlosen Supermarkt
    Amazon-Go-Konkurrenz
    Rewe eröffnet ersten kassenlosen Supermarkt

    Kameras und Sensoren überwachen Kunden in Rewes kassenlosem Supermarkt. Bezahlt wird mit dem Smartphone.

  3. Smartphone-Tarife: Tchibo bietet Jahres-Tarif mit 72 GByte
    Smartphone-Tarife
    Tchibo bietet Jahres-Tarif mit 72 GByte

    In diesem Jahr stehen drei unterschiedliche Jahres-Tarife für Tchibo-Kunden zur Wahl.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Speicherprodukte von Sandisk & WD zu Bestpreisen (u. a. Sandisk SSD Plus 2TB 140,99€) • Sapphire Pulse RX 6600 497,88€ • Epos H3 Hybrid Gaming-Headset 144€ • Apple MacBook Pro 2021 erhältlich ab 2.249€ • EA-Spiele für alle Plattformen günstiger • Samsung 55" QLED 699€ [Werbung]
    •  /