Strongswan: IPsec-Implementierung akzeptiert leere Signaturen

In der Software Strongswan, die unter Linux und anderen Unix-Systemen für IPsec-Verbindungen eingesetzt wird, wurden ungültige Signaturen für das ECDSA-Verfahren akzeptiert. Eine gravierende Sicherheitslücke, die mehrere Jahre unentdeckt blieb.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
Kritische Sicherheitslücke in der freien IPsec-Implementierung
Kritische Sicherheitslücke in der freien IPsec-Implementierung (Bild: Strongswan)

Die Entwickler der IPsec-Implementierung Strongswan haben mit der Version 5.0.4 eine gravierende Sicherheitslücke behoben. Wie die Entwickler in ihrem Blog mitteilen, akzeptieren bisherige Versionen von Strongswan leere oder nur aus Nullen bestehende Signaturen für das ECDSA-Verfahren. Es ist also für einen Angreifer trivial möglich, Signaturen zu fälschen.

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Strongswan ist eine Implementierung des IPsec-Protokolls, mit dem sich verschlüsselte und authentifizierte IP-Verbindungen unter Linux und anderen Unix-Systemen realisieren lassen. Es ist zurzeit die meistverwendete Ipsec-Implementierung für Linux und ein Fork der Software FreeS/Wan, deren Entwicklung 2004 eingestellt wurde.

Das Problem bestand seit der Version 4.3.5, die bereits 2009 veröffentlicht wurde. Es tritt nur dann auf, wenn OpenSSL als Kryptographie-Bibliothek verwendet wird. Anwender, die von dem Problem möglicherweise betroffen sind, sollten die aktuelle Version 5.0.4 installieren oder einen von den Entwicklern bereitgestellten Patch einspielen. Das Problem hat die ID CVE-2013-2944 erhalten.

Die Strongswan-Entwickler weisen darauf hin, dass bereits im vergangenen Jahr eine ähnliche Sicherheitslücke gefunden wurde, die aber mit der aktuellen nichts zu tun hat. Bis zur Version 4.6.2 akzeptierte Strongswan unter bestimmten Umständen leere oder aus Nullen bestehende RSA-Signaturen. Der aktuelle Fehler hat allerdings mit der damaligen Sicherheitslücke nichts zu tun.

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