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Lademanagement als Alternative zum Netzausbau

Gangbar und wirtschaftlich sinnvoll sei hingegen eine Flexibilisierung des Ladevorgangs. Schon wenn 30 Prozent der Elektroautobesitzer sich daran beteiligten, könne die kritische Spitzenlast erheblich reduziert werden. "Gelingt es den Netzbetreibern, mindestens 92,5 Prozent der Besitzer von E-Fahrzeugen für das flexible Laden zu gewinnen, wird ein Ausbau des Netzes überflüssig, selbst wenn die E-Auto-Quote 100 Prozent beträgt", heißt es.

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Die Studie übersieht indes, dass die Netzbetreiber gar nicht den Strom liefern. Unabhängige Stromlieferanten haben jedoch zunächst kein Interesse daran, den Strombedarf ihrer Kunden zu begrenzen. Für sie ist es eher sinnvoll, die Energie dann zu liefern, wenn sie am Markt günstig vorhanden ist. Die Möglichkeiten für ein ferngesteuertes Lastmanagement der Kunden ist jedoch begrenzt, wenn ein Anbieter in einem bestimmten Gebiet nur wenige Anschlüsse versorgt.

Ladeleistung entscheidender Faktor

Die Bundesnetzagentur befürchtet daher in einer Studie (PDF), dass es zu Monopolbildungen in bestimmten Gebieten kommt, in denen ein Anbieter bereits stark vertreten ist. Wer viele Kunden hat, kann den Strom besser verteilen und den Kunden daher höhere Maximalleistungen erlauben. Auf diese Problematik gehen die Untersuchungen von McKinsey und Wyman jedoch nicht ein.

Was ebenfalls nicht berücksichtigt wird: die Leistung der privaten Wallboxen in den Häusern. Es ist jedoch entscheidend für die Auslastung der Netze, ob die Halter ihre Autos dreiphasig mit 11 Kilowatt oder nur einphasig mit 3,7 Kilowatt aufladen. Das geht aus einer Studie der TU Berlin hervor, die Golem.de vorliegt.

Die Autoren gehen dabei davon aus, dass in einem urbanen Niederspannungsnetz selbst bei einer Durchdringung von 50 Prozent alle Autos gleichzeitig laden könnten, wenn die Leistung auf 3,7 kW begrenzt würde. Selbst unter Berücksichtigung von öffentlichen Ladestationen mit 22 kW könnte das Netz noch eine Durchdringung von 100 Prozent verkraften, wenn Gleichzeitigkeitsfaktoren angenommen würden. Bei einem gleichzeitigen Laden von 50 Prozent aller Säulen würde die nominale Trafoleistung jedoch um fast das Dreifache überschritten.

Suburbane Netze stärker belastet

In suburbanen Niederspannungsnetzen rechnen die Autoren jedoch mit einer schnelleren Überlastung. Hier könnte es bei einer Durchdringung von 100 Prozent und unter Berücksichtigung von Gleichzeitigkeitsfaktoren schon zu Überlast kommen. Nur eine Beschränkung aller Ladepunkte auf 3,7 kW sei dann vom Netz zu verkraften. Das liege daran, dass es in suburbanen Gebieten durchschnittlich mehr Fahrzeuge pro Haushalt gebe und sich das Nutzerverhalten unterscheide. Zudem gehen die Autoren davon aus, dass es in suburbanen Netzen eher zu einer Schieflastproblematik kommt und sich die Stromqualität unzulässig verschlechtern könnte. Sie empfehlen daher den Netzbetreibern abschließend, gerade in solchen Gebieten vermehrt in die Überwachung ihrer Umspannwerke oder Trafostationen zu investieren.

Neben theoretischen Arbeiten auf Basis von Simulationen gibt es bereits ein praktisches Pilotprojekt. So hat der Energieversorger EnBW in Ostfildern bei Stuttgart zehn Familien einer Straße mit einem Elektroauto ausgestattet. Ein halbes Jahr lang sollen sie im Realbetrieb testen, wie sich die zusätzlichen Verbraucher auf das lokale Stromnetz auswirken. Die Firmentochter Netze BW will den Angaben zufolge dabei ebenfalls herausfinden, ob durch den Einsatz von Batteriespeichern bei Bedarf die Netzstabilität verbessert werden kann. "Auf der E-Mobility Allee werden sich schon bald die ersten zielführenden Antworten auf diese Zukunftsfragen finden", hieß es Ende Mai 2018.

Dass es tatsächlich wegen der Elektroautos zu lokalen oder gar flächendeckenden Stromausfällen kommen wird, scheint angesichts der bisher vorgelegten Studien eher unwahrscheinlich. Es könnte aber gut möglich sein, dass nicht jeder sein Elektroauto zu Hause so schnell laden können wird, wie er es bisweilen gerne hätte. Das könnte nicht nur für größere Garagen gelten, sondern auch für einzelne Hausanschlüsse. Entscheidend für die Verbreitung der Elektromobilität dürfte aber sein, dass man sein Auto überhaupt zu Hause aufladen kann. Das ist häufig genug ein Problem. Nun soll eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe eine bessere rechtliche Lösung erarbeiten.

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 Studie warnt vor Überlastung
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bofhl 24. Aug 2018

Und dort wird aber dann auch zusätzlicher Strom benötigt! Aktuell bieten einige Märkte...

Eheran 20. Aug 2018

Quelle? Ein Haushalt ist in der Regel mit um die 50A auf 3 Phasen angeschlossen, das ist...

Eheran 19. Aug 2018

In der Studie geht es um eine Versorgung mit 100% erneuerbaren Energien. Da wir davon so...

Schnitzi 19. Aug 2018

Naja, weils halt zur Batteriealterung führt und damit zum früheren Batteriewechsel. Jetzt...

fft 19. Aug 2018

Ich finde es schade, dass man Studien, Diskusionen und Energiepolitik nicht echten...


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