Studie warnt vor Überlastung

Laut McKinsey können sich die Lastspitzen abends um 30 Prozent erhöhen, wenn jeder vierte Haushalt in einem Wohngebiet über ein Elektroauto verfügt. Die Wyman-Studie geht davon aus, dass bei einem lokalen Netz von 120 Haushalten schon 36 Elektroautos (30 Prozent) ausreichten, das Netz zu überlasten. "Schon jetzt besteht für die Akteure akuter Handlungsbedarf, da beim Netzausbau mit erheblichen Vorlaufzeiten zu rechnen ist", warnen die Autoren.

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Stromnetz Berlin sieht das offenbar anders. Selbst wenn die Zahl der Elektroautos in Berlin von derzeit 1.700 auf 250.000 steige, was einem Anteil von 20 Prozent entspreche, ergebe sich dadurch nur eine Mehrbelastung von 150 Megawatt (korrekt: MVA). Dies mache fünf Prozent der Berliner Höchstlast aus. Die zusätzliche Kapazität von 1,8 MVA pro Umspannwerk sei bereits vorhanden. Daher seien keine strukturellen Erweiterungen im Hoch- und Mittelspannungsnetz erforderlich, sagte Schäfer auf der Hauptstadtkonferenz Elektromobilität im April dieses Jahres.

Technische Lösungen möglich

Allerdings räumt auch Schäfer ein: Im Niederspannungsnetz könnte es in bestimmten Gebieten Probleme geben. Ebenfalls könnte es erforderlich sein, Hausanschlüsse zu verstärken. Die Netzbetreiber müssen zudem mit den zu erwartenden Schieflasten umgehen können, wenn es zu viele Elektroautos gibt, die nur einphasig geladen werden. Nach Angaben von Vattenfall wird für solche Situationen bereits eine automatische Schieflasterkennung und Phasenvertauschung entwickelt. Experimentiert wird auch mit einer Kompensation durch die Einspeisung von Strömen, die um 180 Grad gedreht sind.

Ebenfalls ist es nicht so, dass es für die zu erwartenden Mehrbelastungen keine technischen Lösungen gibt. Die Schlagwörter lauten dabei: Digitalisierung und Flexibilisierung. Mit Hilfe von Lastmanagement und zeitabhängigen Tarifen könnte erreicht werden, dass sich die Lastspitzen nur unwesentlich erhöhen und kein flächendeckender Netzausbau erforderlich ist, wie es den Verteilnetzbetreibern am liebsten wäre.

Solarenergie und Batteriepuffer gegen Lastspitzen

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Das schlagen daher auch die Studien der Unternehmensberater vor. Für McKinsey wäre es beispielsweise sinnvoll, lokale Energiespeicher in die Niederspannungsnetze einzufügen, die Lastspitzen abfangen könnten. Mit dem Sinken der Batteriepreise würden solche Systeme zunehmend attraktiver. Möglich seien auch Blockheizkraftwerke, die nicht nur den Ladestrom für Elektroautos liefern, sondern mit ihrer Abwärme gleichzeitig Gebäude heizen könnten.

Die Wyman-Studie geht von Investitionskosten in Höhe von elf Milliarden Euro für die Netzbetreiber aus, wenn die Elektroautoquote auf 50 Prozent steigen sollte. Eine Alternative für den teuren Netzausbau könnte die vermehrte Nutzung der Solarenergie sein. "Technisch kann die Kombination von lokalen Speichern mit Photovoltaikanlagen als Puffer genutzt werden, um Überlastungen der Netze an kritischen Zeitpunkten zu vermeiden", heißt es. Dieses Konzept sei aufgrund der witterungsbedingten Schwankungen jedoch keine "alleinige Alternative" zum Netzausbau.

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 Stromversorgung: Das Märchen vom Blackout durch ElektroautosLademanagement als Alternative zum Netzausbau 
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bofhl 24. Aug 2018

Und dort wird aber dann auch zusätzlicher Strom benötigt! Aktuell bieten einige Märkte...

Eheran 20. Aug 2018

Quelle? Ein Haushalt ist in der Regel mit um die 50A auf 3 Phasen angeschlossen, das ist...

Eheran 19. Aug 2018

In der Studie geht es um eine Versorgung mit 100% erneuerbaren Energien. Da wir davon so...

Schnitzi 19. Aug 2018

Naja, weils halt zur Batteriealterung führt und damit zum früheren Batteriewechsel. Jetzt...



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