Stromspeicher: Anzahl der Batteriespeicher steigt nur langsam
Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. vermeldet, dass mittlerweile zwei Millionen Stromspeicher für Photovoltaik installiert sind. Dazu zählen sowohl private Speicher, die die bessere Ausnutzung der heimischen Solaranlage erlauben, als auch große Systeme, die direkt mit Solarkraftwerken verbunden sind.
Ihre Gesamtkapazität beläuft sich mittlerweile auf circa 20 Gigawattstunden (GWh), so dass damit ziemlich genau zwei Millionen Haushalte für einen Tag mit Strom versorgt werden könnten. Allein im letzten Jahr wurden 6,2 GWh installiert, verteilt auf 600.000 Batteriespeicher, die somit durchschnittlich zehn Kilowattstunden groß ausfallen.
Zurückhaltendes Wachstum
Gleichzeitig liegt der Wert nur minimal über dem Zubau aus dem Jahr 2023, der im Vergleich zu 2022 überdurchschnittlich hoch ausfiel. Hohe Gaspreise und Diskussionen über winterliche Stromabschaltung dürften damals den Markt beflügelt haben.
Wobei aus den Zahlen des Verbandes schon seit 2017 kräftige Zuwachsraten von 50 Prozent und mehr entnommen werden können. Betrachtet man das Jahr 2023 somit als Ausreißer, wären die Zuwachsraten stabil, denn erst 2024 hätte bei konstantem Wachstum die Marke von 6 GWh erreicht werden sollen.
Weniger optimistisch wirkt das erste Quartal 2025 mit einem deutlich schwächeren Wachstum von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dazu hat sich der Ausbau privater Batteriespeicher sogar um sieben Prozent verlangsamt. Kompensiert werden konnte dies durch die Errichtung großer Speichersysteme im Megawattbereich.
Nachvollziehbare Gründe
Insbesondere die geringere private Nachfrage könnte mit der schwächelnden Konjunktur zusammenhängen. Die Speicher gelten im Gegensatz zu Solaranlagen selbst als Luxusanschaffung, die sich nüchtern betrachtet nicht lohnen. Und nur in Kombination mit einem ebenfalls teureren Inselwechselrichter könnte die Batterie auch bei einem Stromausfall weiter Strom liefern.
Dabei müssten die Ausbauraten stark steigen, um ein Stromnetz mit erneuerbaren Energiequellen zu stützen. Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme(öffnet im neuen Fenster) schätzt den Bedarf bis 2030 auf 100 bis 150 GWh. Genau dafür müsste die zusätzliche Speicherkapazität um 50 Prozent pro Jahr steigen, jedes Jahr.
Hinzu kommt, dass gerade private Speicher, die ausschließlich für Eigenbedarf ausgelegt sind, kaum zur Stabilität des Netzes beitragen. Dafür wären intelligente Systeme nötig, die sich bei einem regionalen Überangebot aufladen und bei steigendem Bedarf entladen.
Die Speicher wären besser ausgelastet und finanziell dürfte es sich für die Eigentümer sogar lohnen. Bereits 2013 wurde die Notwendigkeit einer solchen Verzahnung erkannt, aber das Pilotprojekt des Bundesumweltministeriums(öffnet im neuen Fenster) endete 2016 ohne Nachfolger.
Darüber hinaus warnt auch der Bundesverband Solarwirtschaft, dass die Anschlussbedingungen, Anschlusskosten und Netzentgelte für Stromspeicher sinnvoll angepasst werden müssen, damit die Stromspeicher flächendeckend netzdienlich eingesetzt werden können.
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