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Ohne Netzausbau: Batteriespeicher schaffen Platz im Stromnetz

Simulationen mit mehr Großspeichern im deutschen Stromnetz zeigen, dass der Strompreis insgesamt sinkt. Ein anderer Effekt ist noch wichtiger.
/ Mario Petzold
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Ein Großspeicher in Schwarze Pumpe, Brandenburg (Bild: LEAG/Andreas Franke)
Ein Großspeicher in Schwarze Pumpe, Brandenburg Bild: LEAG/Andreas Franke

Das Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme hat das Portal Energy-Charts(öffnet im neuen Fenster) um mehrere simulierte Szenarien ergänzt. Gezeigt werden kann anhand der tatsächlich gemessenen Einspeiseleistung und Börsenpreise der letzten Wochen, wie sich der Strompreis verändern würde.

Wenig überraschend kann schon ein moderater Zubau von Batterieleistung von aktuell knapp 5 auf 20 Gigawatt (GW) die extremen Ausschläge bei den Börsenstrompreisen nahezu vollständig beseitigen. Dass der Strom im Sommer in den Mittagsstunden besonders günstig und abends teuer ist, ändert sich nicht.

Der Durchschnittspreis für Strom über eine Woche hinweg sinkt laut des Simulators um ungefähr 2 Prozent. In besonderen Konstellationen mit einigen windreichen Tagen und Sonne kann der Preis sogar um 5 Prozent sinken. In der achten Kalenderwoche 2026 dagegen wäre der Strompreis mit zusätzlichen Batteriespeichern sogar 1 Prozent teurer gewesen.

Zusatzeffekte auf das gesamte Stromnetz

Die Veränderungen sind bemerkenswert, weil in der Simulation aktuell nur von einer Batterieleistung von maximal 20 GW ausgegangen wird. Im öffentlichen Strom beträgt die durchschnittliche Last 60 GW, die dementsprechend von den Batterien nur anteilig und zudem nur für durchschnittlich 4 Stunden abgefangen werden kann.

Um irgendwann einmal den Solarstrom des Tages komplett nutzen zu können, müsste die Batterieleistung auf weit über 100 GW angehoben werden, um allein die Überproduktion abfangen zu können. Außerdem müssten die Akkuspeicher die Zeit zwischen 17 Uhr und morgen 9 Uhr überbrücken können. Bis zu 1.000 Gigawattstunden müssten sie in dieser Zeit bereitstellen, etwa das 30-Fache der derzeitigen Leistung insgesamt, heimische Kleinspeicher eingerechnet.

Das kann aber nur gelingen, wenn die Leistung aus Windkraft und Photovoltaik ebenfalls stark erhöht wird. Dass das deutsche Stromnetz dafür bereits jetzt geeignet ist, zeigt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik(öffnet im neuen Fenster), die sich ebenfalls mit der Steigerung der Batteriespeicherleistung in Deutschland befasst.

Gezielter Zubau ersetzt Stromleitungen

In den Berechnungen wird das bestehende Stromnetz um 60 GW Batterieleistung mit 240 Gigawattstunden Kapazität ergänzt. Diese wird zielgerichtet an Umspannwerken installiert, an denen mit einer hohen Überproduktion aus erneuerbaren Energieanlagen gerechnet werden muss. Betreffen würde dies etwa ein Drittel dieser Anlagen in Deutschland.

Im Ergebnis könnte die Leistung aus Photovoltaikanlagen um 150 GW erhöht, also im Vergleich zu heute mehr als verdoppelt werden, ohne die bestehenden Übertragungskapazitäten ausbauen zu müssen. Dank der Batteriespeicher könnten die existierenden Stromleitungen lediglich gleichmäßiger ausgelastet und Überlastungen nahezu ausgeschlossen werden.

Zum Vergleich: Die gesamte, theoretisch ergänzte Kapazität wäre kaum teurer als der prognostizierte Netzausbau(öffnet im neuen Fenster) pro Jahr.


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