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Stromschwankungen: Stromkabel in der Ostsee wegen Batterietest abgeschaltet

Die Unterseekabel zwischen Finnland und dem Baltikum wurden kurzzeitig gekappt. Schuld war der Netzanschluss eines Batteriespeichers .
/ Mario Petzold
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54 Batteriespeicher im estnischen Kiisa verfügen zusammen über eine Kapazität von 200 Megawattstunden. (Bild: Evecon)
54 Batteriespeicher im estnischen Kiisa verfügen zusammen über eine Kapazität von 200 Megawattstunden. Bild: Evecon

Einem Bericht von PV Magazine Energy Storage(öffnet im neuen Fenster) zufolge, der auf Meldungen estnischer Medien beruht, ist die Abschaltung der unterseeischen Stromtrasse zwischen Finnland und Estland auf abschließende Prüfungen an einem Batteriespeicher zurückzuführen. Am 20. Januar gab es eine erhebliche Frequenzschwankung im Stromnetz des baltischen Landes. Daraufhin wurden die beiden Stromverbindungen Estlink 1 und 2 getrennt, um das finnische Stromnetz zu schützen.

Dadurch jedoch sei innerhalb von wenigen Sekunden eine Leistung von 1.000 Megawatt, in etwa die durchschnittliche Leistung des gesamten Landes, verloren gegangen. Laut dem Bericht handelte es sich um das schwerwiegendste Ereignis im baltischen Stromnetz seit der Abtrennung vom russischen Stromnetz im Februar 2025.

Gleichzeitig zeigte sich, dass die Verbindung zu den anderen Nachbarländern verlässlich funktioniert. Um den Leistungsverlust zu kompensieren, wurde die Stromtrasse über Litauen und Lettland nach Polen genutzt. Diese übertrug für kurze Zeit eine doppelt so hohe Leistung wie eigentlich vorgesehen, um die Zeit zu überbrücken, bis Reservekapazität in den baltischen Staaten zur Verfügung stand.

Batteriespeicher noch in der Testphase

Laut estnischer Medien(öffnet im neuen Fenster) bestätigte der CEO des Energieunternehmens Evecon den Batteriepark in Kiisa, Estland, mittlerweile als Ausgangspunkt der Schwankungen. Das Energieunternehmen betreibt den Stromspeicher mit insgesamt 200 Megawattstunden, die sich auf 54 Container verteilen. Er befindet aber noch in der Vorbereitungsphase.

Der Batteriespeicher ist direkt mit dem estnischen Übertragungsnetz verbunden. Noch wird er jedoch konfiguriert und soll unter realen Bedingungen geprüft werden. Aktuell sei aber der Hersteller der Batterien, Nidec Conversion, verantwortlich für den sicheren Betrieb. Erst am 3. Februar 2026 soll die Inbetriebnahme erfolgen.

Ob der Termin gehalten werden kann, ist allerdings unklar. Die Ursache für die Probleme beim Test des Netzanschlusses ist bisher nicht gefunden worden.


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